Die Software wirkt unfertig

Das Key2 ist ab Werk mit Android 8.1 alias Oreo und dem Blackberry Launcher bespielt, ein Update auf die kommende Android-Hauptversion hat Blackberry Mobile bereits in Aussicht gestellt. Die Benutzeroberfläche kommt dem rohen Android zwar recht nahe, auch bei Blackberry dominiert das Materialdesign. Allerdings wird die Oberfläche durch zahlreiche Apps, Widgets und vorgefertigte Verknüpfungen erweitert, die es so auf keinem anderen Android-Smartphone gibt.

Einige Ergänzungen scheinen tatsächlich sehr sinnvoll zu sein, jedoch dürfte vielen Nutzern schon bei der Ersteinrichtung die Lust vergehen, sich damit näher zu beschäftigen. Mehrere Anfragen zur Datenanalyse, diverse App-Benachrichtigungen und Nutzungstutorials beim ersten Systemstart - jede App will gleich zu Beginn genutzt werden. Das nervt!

Ohnehin wirkt das System aufgebläht. Zwar sind überraschend wenige Google-Apps an Bord des Key2 und Überschneidungen mit eigener Software gibt es praktisch nicht. Jedoch stammen viele der Blackberry-Anwendungen aus der Ära Blackberry OS 10 und sind nicht nur optisch überholt. Warum zwei separate Apps für Aufgaben und Notizen oder das Bearbeiten und Schwärzen von Screenshots nötig sind, weiß wohl nur der Hersteller selbst.

  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Links das Blackberry Keyone, rechts das Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Links das Blackberry Keyone, rechts das Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Oben das Blackberry Key2, unten das Blackberry Keyone (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Links das Blackberry Keyone, rechts das Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)

Auch wenn sich die Apps bei der Bedienung an den Vorgaben von Google orientieren: Sie fügen sich einfach nicht in die Nutzeroberfläche ein und wirken wie Fremdkörper. Fremdkörper, die aufzeigen, dass Blackberry seine Apps seit dem ersten Android-Versuch vor drei Jahren kaum weiterentwickelt hat.

Dennoch sind einige von ihnen auch ungemein praktisch. Der Locker beispielsweise, ein passwortgeschützter Safe, in den sich Dateien verschieben oder Fotos speichern lassen. Für letzteres bietet die Kamera-App sogar einen separaten Auslöser, durch dessen Betätigung die Aufnahmen direkt im Locker landen. Auch der Privacy Shade ist in gewissen Situationen sinnvoll. Durch ihn wird nur ein bestimmter Bereich auf dem Bildschirm sichtbar, der Rest ist schwarz überdeckt und damit für Stielaugen etwa in der U-Bahn oder im Bus unsichtbar.

Mit der Produktivitätsleiste findet Blackberry zudem eine sinnvollere Anwendung für ein Seitenpaneel als Samsung bei seinen Smartphones mit Edge-Display: In dem ausfahrbaren Fenster finden sich Abrisse aus dem Kalender, Aufgaben, Kontakten und den zuletzt verschickten Nachrichten. Keiner Worte bedarf an dieser Stelle der legendäre Blackberry Hub, der wohl nach wie vor beste kombinierte Nachrichteneingang für E-Mails und Messenger-Nachrichten.

Jeder Buchstabe zwei Shortcuts

Grundsätzlich eine gute Idee ist seit jeher die Komforttaste am Blackberry-Smartphone, die sich für das Aufrufen unterschiedlicher Apps und Aktionen programmieren lässt. Beim Key2 hat Blackberry Mobile auch das Problem mit der Positionierung gelöst, die Taste befand sich bei früheren Geräten nämlich stets dort, wo man eigentlich den Einschalter erwartet hätte. Vielleicht hat es der Hersteller mit dem Komfort aber etwas zu gut gemeint: Der Knopf lässt sich für einfache kurze, zweifache kurze und einfache lange Betätigung mit verschiedenen Handlungen belegen.

Zusätzlich kann jeder der 26 Buchstaben auf der QWERTZ-Tastatur für langes und kurzes Drücken mit einem Shortcut versehen werden. Soll die gewünschte Aktion nicht vom Startbildschirm aus, sondern aus einer gerade laufenden App aufgerufen werden, dann kommt der neue Speed Key unten rechts auf der Tastatur ins Spiel: Er muss gleichzeitig mit der gewünschten Buchstabentaste gedrückt werden, schon wird die definierte Aktion ausgeführt.

  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Links das Blackberry Keyone, rechts das Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Links das Blackberry Keyone, rechts das Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Oben das Blackberry Key2, unten das Blackberry Keyone (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Links das Blackberry Keyone, rechts das Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)

Bei einer solchen Vielfalt - 52 Shortcuts! - geht aber auch schnell die Übersicht verloren. Nicht optimal gelöst ist es in diesem Zusammenhang, dass das Key2 beim Drücken einer noch nicht programmierten Taste trotzdem reagiert und dem Nutzer jedes Mal eine entsprechende Funktionsbelegung anbietet. Glücklicherweise kann das Verhalten über die Einstellungen so geändert werden, dass beim Betätigen einer nicht belegten Taste die Google- oder Gerätesuche aufgerufen oder die Eingabe gleich ganz ignoriert wird.

Eine Enttäuschung ist die Touch-Erkennung der QWERTZ-Tastatur. Die ist nicht nur zum Scrollen durch Listen und Webseiten praktisch, sondern für das schnelle Schreiben von Texten essenziell. Denn um dem Nutzer das Tippen ein wenig zu erleichtern, werden auf dem Touchscreen jeweils drei - in der Regel hervorragend in den Kontext passende - Wortvorschläge angezeigt, die durch das Wischen von unten nach oben über das Tastenfeld in den Satz eingefügt werden. Die Tastatur registriert diese Flick-Type-Eingabe allerdings auf den zwei von uns getesteten Geräten unerwartet schlecht, vor allem in der Spalte über der Leertaste stockt es. Wirklich Freude bereitet die Bedienung des Smartphones so nicht.

Doch es hakt auch an einigen anderen Stellen, die Software des Key2 ist nicht fehlerfrei. Während des Tests stürzte uns der Startbildschirm des Smartphones so ab, dass bis zum Neustart keine Icons oder Widgets mehr zu sehen waren. Uhrzeit und Datum setzten sich nach dem Abriss der Internetverbindung spontan auf den 1. Januar 1970 zurück. Die Vorschau der Kamera-App stellte statt der gerade getätigten Aufnahme nur ein unscharfes Bild dar - in der Galerie wurde das Foto hingegen korrekt abgespeichert. Solche Probleme traten immer wieder einmal auf, ein Update stand zum Marktstart des Key2 noch nicht bereit.

Beim Einstaz der Dual-Kamera werden die Ergebnisse nicht deutlich besser.

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 Gutes Display, aber nicht überragend hellDie Dual-Kamera überzeugt nicht 
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jjfx 28. Dez 2019

Klappt mit MyPhoneExplorer.

jjfx 28. Dez 2019

Guter Test, was noch fehlt ist die Telefonfunktion selber. Hier muss ich sagen, dass das...

Jounathaen 18. Jul 2018

Ich verstehe natürlich, dass das ein Security-Feature ist und Unternehmen das sehr...

Jounathaen 18. Jul 2018

Ich bin auf meinem Handy auf Lineagos mit MicroG umgestiegen, und habe jetzt am Ende des...



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