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Black-Hoodie-Training: "Einmal nicht Alien sein, das ist toll!"

Um mehr Kolleginnen im IT-Security-Umfeld zu bekommen, hat die Hackerin Marion Marschalek ein Reverse-Engineering-Training nur für Frauen konzipiert. Die Veranstaltung platzt inzwischen aus allen Nähten.

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Black Hoodie ist ein Reversing-Training nur für Frauen.
Black Hoodie ist ein Reversing-Training nur für Frauen. (Bild: Martin Wolf the Legend /Golem.de)

Das oberste Stockwerk der Print Media Academy in Heidelberg beherbergt während der Sicherheitskonferenz Troopers regelmäßig eine Lounge mit Fernblick. Besucher können hier Mate trinken, das IPv6-only WLAN nutzen und auf bequemen Couches entspannen. Auf dem Weg zur Lounge fällt ein Konferenzraum mit der Aufschrift "Black Hoodie" auf. Durch die offenstehende Tür sieht man rund 20 Frauen, die konzentriert vor ihren Rechnern sitzen. Näher ran geht es zumindest für den Redakteur nicht - denn die Veranstaltung, ein Reverse-Engineering-Training, ist nur für Frauen, wie Mara Tam erzählt, eine der Trainerinnen.

Inhalt:
  1. Black-Hoodie-Training: "Einmal nicht Alien sein, das ist toll!"
  2. Ein Training ohne Wettbewerbssituation

Warum nur für Frauen? Die Gründerin der Veranstaltung, die österreichische Hackerin Marion Marschalek, beschreibt es in einem Blogbeitrag so: "Ich war oft genug in meinem Leben die einzige Frau unter X anderen Personen. Und ja, ich habe mich oft genug in einer Ecke versteckt, weil ich mich nicht wohlgefühlt habe. Es ist für eine Frau, die ihren Platz im Leben noch nicht gefunden hat, nicht immer einfach, als einzige Frau in so einen Raum zu marschieren." Anders gesagt: "Einmal nicht Alien sein, das ist toll!"

Marschalek arbeitet für Intel

Marschalek hat die erste Ausgabe eines Black-Hoodie-Trainings im Jahr 2015 gestartet. Im selben Jahr erregte sie Aufsehen, als sie mit Komplizen den französischen Staatstrojaner fand. Ihr ursprüngliches Arbeitsgebiet ist die Malware-Analyse. Zuletzt arbeitete sie für die Firma G Data Advanced Analytics in Bochum, seit kurzem für den Chiphersteller Intel. Marschalek macht sich dort Gedanken über künftige Angriffsszenarien. Auf der Troopers 2018 sprach sie über eine hypothetische Ransomware, die sich in Intels sicherem Prozessorbereich SGX (Security Guard Extensions) versteckt.

Marschalek versucht nicht, sich an die männerdominierte IT-Szene anzupassen. Während sie über Hypervisor, Debugger und Ida Pro spricht, läuft im Hintergrund eine knallpinke Präsentation mit Comic Sans ab. Alle ihre virtuellen Maschinen werden mit Kosenamen bedacht. Sie schreibt: "Beim Hacken geht es vor allem um Selbstbewusstsein und Mut. Das ist notwendig, um ins Unbekannte zu laufen und dann immer wieder ins Dunkle zu greifen und nicht aufzugeben." Dieses Selbstbewusstsein wollen Marschalek und ihre Mitstreiterinnen anderen Frauen vermitteln.

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Ihr selbst sei in der Szene nie eine frauenfeindliche Atmosphäre aufgefallen, sagt sie. Aber eine bewusste Feindlichkeit sei auch gar nicht notwendig, um bestimmte Gruppen auszugrenzen oder von der Teilnahme an Veranstaltungen abzuhalten. Viele Frauen hätten sich zu ihren Malware- und Reverse-Engineering-Workshops schlicht nicht angemeldet, weil sie nicht glaubten, dort am richtigen Ort zu sein.

Im Jahr 2015 bot sie dann an der Universität St. Pölten, ihrer Heimatuni, den ersten Workshop nur für Frauen an. Zunächst rechnete sie nicht damit, mit mehr als drei Frauen am Tisch zu sitzen. Doch schon innerhalb weniger Minuten seien die Anmeldungen in die Inbox gekommen und von den 17 potenziellen Teilnehmerinnen erschienen dann tatsächlich 15 vor Ort. Schon damals kamen die Teilnehmerinnen aus vielen Ländern, die meisten seien auf eigene Kosten angereist und nicht durch ein Unternehmen gesponsert worden.

Bei Black Hoodie geht es ihr vor allem darum, ein Uns zu schaffen, eine Gruppe von Frauen, die sich gegenseitig fördert und unterstützt. Die Teilnahmebedingungen sind übersichtlich: Erwartet werden von den Teilnehmerinnen Grundkenntnisse im IT-Bereich und ein Rechner mit der Möglichkeit, mindestens eine virtuelle Maschine zu beherbergen.

"Du solltest grundlegend verstehen wie Programmierlogik, ein Prozessor und ein Betriebssystem funktionieren", heißt es dazu auf der Webseite. Außerdem sollen alle Teilnehmerinnen vorbereitet sein: Ein paar Wochen vor dem Training werden einige Aufgaben versendet, die vorab bearbeitet werden sollen.

Ein Training ohne Wettbewerbssituation 
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Neuro-Chef 31. Mai 2018

Geht mir auch so. Daher gönne ich den Frauen und auch jeglicher sonstiger Gruppe von...

SvD 26. Mai 2018

Auch die Statistik sagt nichts in der Richtung. Vielleicht hat der gerne vor sich her...

GodsBoss 24. Mai 2018

Auf was genau bezieht sich das "Lowest Difficulty Setting" denn? Männer sind öfter in...

greentea85 20. Mai 2018

Das hab ich schon gesehen. Ich hab mich etwas unklar ausgedrückt, trotzdem ist es nicht...

ArcherV 19. Mai 2018

Das kann man halt nicht pauschalisieren weil da jeder anders ist. Der Grund für geringes...


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