Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Black Hat: Cyberspione infiltrieren zwei Geheimdienste

Black Hat 2014
Bei der Sicherheitskonferenz Black Hat haben Sicherheitsexperten über eine Cyberspionagekampagne gegen Regierungen und das Militär in Europa und dem Mittleren Osten berichtet. Erstmals wurden auch Geheimdienste ausspioniert.
/ Werner Pluta
10 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Hacker (Symbolbild): russische Wörter, russische Namen (Bild: Kacper Pempel/Reuters)
Hacker (Symbolbild): russische Wörter, russische Namen Bild: Kacper Pempel/Reuters

Seit mehreren Jahren spioniert eine Gruppe unbekannter Täter Regierungen, das Militär und Unternehmen in Ost und West aus. Epic Turla sei eine der ausgefeiltesten Cyberspionagekampagnen derzeit, erklärten Vertreter der Computersicherheitsunternehmen Kaspersky und Symantec bei der Black-Hat-Konferenz, die derzeit in Las Vegas stattfindet – und sie dauere weiter an.

Die Angreifer hätten Hunderte Ziele in Regierungen und im Militär erfolgreich infiltriert, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) . Zu den Regierungsstellen gehören laut Kaspersky(öffnet im neuen Fenster) Ministerien und Botschaften. Hinzu kämen Bildungseinrichtungen und Unternehmen aus dem Pharma-Bereich.

Spione ausspioniert

Es sei ihnen sogar gelungen, in die Systeme von zwei Geheimdiensten einzudringen, berichtet Kaspersky. Das russische Unternehmen legte aber nicht offen, welche Dienste betroffen sind. Es sagte lediglich, dass es sich um einen im Mittleren Osten und einen in der Europäischen Union handele. Es sei das erste Mal, dass es Cyberspionen gelungen sei, Geheimdienste zu infiltrieren.

Die Ziele befänden sich hauptsächlich in Europa und im Mittleren Osten. Insgesamt seien Rechner in mehr als 45 Ländern ausspioniert worden. Die meisten Ziele waren in Frankreich, den USA, Russland, Weißrussland, Deutschland, Rumänien und Polen.

Zero-Day-Exploits und Watering Holes

Die Angreifer nutzen mehrere Verfahren, um sich Zugang zu fremden Computern zu verschaffen, dazu gehören Zero-Day-Exploits, also bislang unbekannte Sicherheitslücken, oder Watering Holes. Das bedeutet, sie haben Websites, von denen sie annehmen, dass ihre Opfer sie besuchen, mit Schadsoftware infiltriert.

Die Spione seien in der Lage, nachdem sie den Rechner eines Mitarbeiters infiziert hätten, in kurzer Zeit darüber ein ganzes Netz zu infiltrieren, sagte ein Symantec-Mitarbeiter der britischen Tageszeitung The Guardian(öffnet im neuen Fenster) . In einem Fall hätten sie an einem Tag ihre Schadsoftware auf 40 Computern in einer Organisation verbreitet.

Täter unbekannt

Unklar ist, wer hinter Turla steckt. Die Experten glauben, dass die Cyberspione von einer Regierung unterstützt werden. Einige der Techniken, die sie verwendeten, seien auch schon bei Cyberspionageaktionen eingesetzt worden, für die westliche Geheimdienste Russland verantwortlich gemacht hätten. Auch enthielten der Schadcode und die Anmerkungen dazu russische Wörter. Einige der Angreifer nutzten russische Namen.

Die Angreifer haben laut Kaspersky massenweise Daten entwendet: Textdokumente, Tabellen, E-Mails. Sie hätten praktisch alles genommen, was sie in die Finger bekommen konnten. Die Schadsoftware habe unter anderem nach den Stichwörtern Nato, EU-Energiedialog und Budapest gesucht.


Relevante Themen