Black Friday: Kritik an Rabatten von BYD

Der chinesische Autohersteller BYD gewährt Kunden aktuell im Rahmen des Black Friday hohe Rabatte – je nach Modell und Variante zwischen 6.700 Euro beim Dolphin und 18.010 Euro beim 7-Sitzer Tang(öffnet im neuen Fenster) . Beim Tang ist das ein Nachlass von 24 Prozent des Listenpreises.
"Der Black Friday ist in Deutschland ein fest etablierter Shopping-Höhepunkt mit hoher Reichweite" , zitiert die Süddeutsche Zeitung(öffnet im neuen Fenster) (SZ) Lars Bialkowski, den Deutschland-Chef von BYD, "Das nutzen wir gerne, um auf unsere Technologien aufmerksam zu machen."
Experten hingegen zweifeln am Sinn derartiger Aktionen – die ja für die Kunden erst einmal positiv wirken. Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer etwa bezeichnet die Aktion der SZ zufolge als "sehr ungewöhnlich – besser gesagt: strange" . Mit derart niedrigen Preisen drücke man zu viele Fahrzeuge in den Markt, was sich negativ auf die Restwerte auswirke. Das sei nicht förderlich für die Kundenzufriedenheit, so Dudenhöffer.
Rechtfertigen die Zulassungen das Händlernetz?
Außerdem stellt die SZ die Frage, ob das Vertriebsnetz von BYD angesichts der Zulassungen in Deutschland angemessen ist. Zwischen Januar und Oktober 2025 ließ der chinesische Hersteller insgesamt 15.171 Fahrzeuge in Deutschland zu – das beinhaltet alle Antriebsarten. Zum Vergleich: Bei Dacia waren es fast 60.000. Bis Ende des Jahres will BYD 120 Standorte(öffnet im neuen Fenster) in Deutschland betreiben.
Fraglich ist auch, inwieweit die Fahrzeuge bei derartigen Rabatten noch kostendeckend abgegeben werden können. Experten befürchten zudem einen Preiskampf nach chinesischem Vorbild: In China buhlen Dutzende Autohersteller mit teilweise drastischen Rabatten um Kunden. Neuwagen werden dort zum Teil bei Gebrauchtwagenhändlern angeboten.
Die Folge dieser Praxis in China ist, dass Kunden in der Hoffnung auf weitere Rabatte mit dem Autokauf warten, was die Situation für die Hersteller verschlechtert. Vor diesem Hintergrund verstärkten zahlreiche chinesische Hersteller ihr Geschäft außerhalb Chinas – auch BYD, das seit Anfang 2025 sein Händlernetz unter anderem in Deutschland stark ausgebaut hat und nun mit Rabatten nach Kunden sucht.



