Black Forest Labs: Martin Scorsese wird Berater bei deutschem KI-Start-up
Das Freiburger Start-up Black Forest Labs hat den US-Regisseur Martin Scorsese als Berater gewonnen(öffnet im neuen Fenster). Das Unternehmen aus Freiburg, das hinter den Flux-Bild- und Videomodellen steht, will seine Technologie dadurch enger an den praktischen Bedarf von Filmprofis andocken.
Scorsese soll das Team bei der Entwicklung neuer KI-Werkzeuge für das Storyboarding bei Filmproduktionen unterstützen. Das Ziel der Zusammenarbeit ist laut Black Forest Labs, visuelle Intelligenz voranzutreiben und Modelle zu entwickeln, die in der physischen und digitalen Welt denken können.
Diese Werkzeuge sollen Filmschaffenden dabei helfen, neue Ideen und Bilder zu entwickeln. Dadurch sollen Zuschauer tiefer eintauchen und mehr erleben, statt lediglich schneller produzierte Filme zu sehen.
Visuelle Skizzen für die Filmproduktion
Scorsese will generative KI nutzen, um Bilder in seinem Kopf schneller und präziser mit seinem Kreativteam zu teilen. Konkret geht es darum, wie er mithilfe von Flux visuelle Skizzen erzeugen kann, die das Produktionsdesign, das Art Department und die Kamera als Ausgangspunkt für ihre weitere Arbeit nehmen. Dabei sollen menschlicher Geschmack, Werte und Urteilsvermögen im Mittelpunkt bleiben.
Zur Ankündigung ließ Scorsese in seinem New Yorker Büro ein Video drehen, in dem er zeigt, wie er Flux nutzt, um eine Szene vorab in Bildern zu planen. Als Beispiel dient ihm die Steadicam-Aufnahme aus seinem Mafiafilm Goodfellas, die den Gangster Henry Hill durch den Copacabana-Club verfolgt. Mit einem Werkzeug wie Flux lasse sich diese exakt geplante Choreografie heute schneller durchspielen, was Zeit am Set spare und die Belastung für die Filmcrew verringere. Scorsese erklärte, dass er seit 70 Jahren seine eigenen Storyboards erstelle.
Technischer Vorreiter und strategische Partnerschaft
Für Black Forest Labs ist die Kooperation mit dem Regisseur ein strategisches Signal, um zu zeigen, dass die hauseigenen KI-Modelle im kreativen Alltag funktionieren. Scorsese gilt in der Industrie als technikaffiner Filmemacher.
Bei seinem Abenteuerfilm Hugo aus dem Jahr 2011 experimentierte er als einer der ersten großen Regisseure gezielt mit 3D, um Raumtiefe, Bewegung und visuelle Effekte erzählerisch zu verstärken, während viele Studios damals auf nachträglich konvertierte Blockbuster setzten. Bei seinem Mafiaepos The Irishman nutzte er Computertechnologie, um seine Hauptdarsteller künstlich zu verjüngen.
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