Werden die Verfahren wegen geringer Schuld eingestellt?

Auch mit Blick auf die drohenden Strafen hinterfragt Vetter die Maßnahmen. Auf die Frage, mit welchen Strafen die Beteiligten rechnen müssen, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt gegenüber iRight.info: "Der Straftatbestand der Computersabotage sieht im Grundtatbestand eine Strafandrohung von Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor." Vetter hält es allerdings für absolut unwahrscheinlich, dass die Tat eine Freiheitsstrafe von drei Jahren nach sich ziehen könnte. Die Höchststrafe für Computersabotage werde vielleicht fällig, "wenn jemand das Zahlungssystem von zwei Banken gleichzeitig für mehrere Tage lahmlegt".

Stellenmarkt
  1. Data Integration Engineer (m/w/d)
    Helios IT Service GmbH, Berlin-Buch
  2. Kaufmännische/r Mitarbeiter/in im Datenmanagement
    LED Linear GmbH, Duisburg
Detailsuche

Im Fall der Anonymous-Attacke gegen die Gema rechnet Vetter damit, dass die Verfahren ohne Konsequenzen eingestellt werden. Sind die Täter Erwachsene, müssten sie vielleicht eine Geldstrafe von 100 Euro zahlen.

Anonymous-Video: "Wir sind ein digitaler Untergrund"

Vetter fordert, neu über die Legitimität von Protestformen im Internet nachzudenken. "Man kann auch hier den Maßstab der Grundrechte anlegen und sich fragen, ob es im Internet nicht auch ein Demonstrationsrecht gibt", so Vetter. "Wenn sich Nutzer zusammenschließen, um einem Unternehmen durch massenhafte Klicks zu sagen, wir finden nicht gut, was ihr macht, kann das auch eine Meinungsäußerung sein."

Recht martialisch treten auch Anonymous-Aktivisten auf. "Das Kollektiv belächelt den Versuch, Aktivisten unseres Schlages einzuschüchtern", erklären sie in einem Video zu den Hausdurchsuchungen. "Ihr werdet uns niemals alle kriegen!" Die Behörden hätten "Benzin in das Feuer der Revolution gegossen". Man sei ein "digitaler Untergrund" und bereit, Opfer zu bringen. Die Macher des Videos wollen offenbar verhindern, dass Aktivisten nochmals über IP-Adressen identifiziert werden. "Wer sich seiner Sicherheit im Internet nicht vollkommen gewahr ist, sollte sich an keinen Serverangriffen beteiligen", so der Rat an die "Brüder und Schwestern". Bei einer neuerlichen Anonymous-Attacke auf die Gema-Seiten im Juni verzichtete die Gema auf eine Anzeige, da keine IP-Adressen der Angreifer zu ermitteln waren.

Golem Akademie
  1. CEH Certified Ethical Hacker v11
    8.-12. November 2021, online
  2. Penetration Testing Fundamentals
    17.-18. Januar 2022, online
  3. Netzwerktechnik Kompaktkurs
    8.-12. November 2021, online
Weitere IT-Trainings

Die Sozial- und Kulturanthropologin Gabriella Coleman (McGill-Universität Montreal) erforscht seit Jahren die Entwicklung der Anonymous-Bewegung und hat ihre Erkenntnisse jüngst in einem Essay zusammengefasst (deutsche Fassung auf Freitag.de). "Ein umfassendes und konsistentes Bild der Bewegung zu zeichnen, ist unmöglich", so Coleman. Vielleicht sei die Gruppe deshalb so gefürchtet und werde so heftig bekämpft.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 BKA vs. Anonymous: "Die Hausdurchsuchungen waren gewagt"
  1.  
  2. 1
  3. 2


Bibabuzzelmann 27. Jun 2012

Irgendwie scheints eher so, als stehn alle Industrieländer vor dem Abgrund :)

Prypjat 27. Jun 2012

Genau! Uns geht es nicht schlecht. Uns geht es nur nicht gut.

samy 26. Jun 2012

Die Aktion war genauso Schwachsinnig wie die Aktionen dieser Internet-Sekte...

d333wd 26. Jun 2012

Das dies die neue Jugendsoap von Arte sein könnte war mir auch zu aller erst...

Schildpatt 26. Jun 2012

Trotzdem schade, dass die jetzt all die Rechner konfisziert bekommen haben und...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
20 Jahre Windows XP
Der letzte XP-Fan

Windows XP wird 20 Jahre alt - und nur wenige nutzen es noch täglich. Golem.de hat einen dieser Anwender besucht.
Ein Interview von Martin Wolf

20 Jahre Windows XP: Der letzte XP-Fan
Artikel
  1. Guardians of the Galaxy im Test: Quasselnd und kämpfend durchs All
    Guardians of the Galaxy im Test
    Quasselnd und kämpfend durchs All

    Die Witze sind besser als die Waffen: Guardians of the Galaxy entpuppt sich als nicht ganz perfektes Spiel - das dennoch super unterhält.
    Von Peter Steinlechner

  2. Studie: Jeder Achte fürchtet wegen Digitalisierung um eigenen Job
    Studie
    Jeder Achte fürchtet wegen Digitalisierung um eigenen Job

    Selbst in der IT-Branche sorgen sich manche um ihre Arbeit. Ein Großteil sieht in der Digitalisierung eine Mehrbelastung, aber auch eine Entlastung.

  3. Bemannte Raumfahrt: Gleicht die ISS einer Rumpelkammer?
    Bemannte Raumfahrt
    Gleicht die ISS einer Rumpelkammer?

    Der Platz auf der Internationalen Raumstation ISS ist knapp. Das musste bereits Alexander Gerst feststellen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Bosch Professional günstiger • Punkte sammeln bei MM für Club-Mitglieder: 1.000 Punkte geschenkt • LG OLED55B19LA 120Hz 1.001,95€ • Alternate (u. a. Apacer 1TB SATA 86,90€ & Team Group 1TB PCIe 4.0 159,90€) • Echo Show 8 (1. Gen.) 64,99€ • Smart Home von Eufy günstiger [Werbung]
    •  /