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BKA Präsident warnt: Cyberangriffe bedrohen zunehmend Hochschulen und Arztpraxen

Einrichtungen mit geringen technischen Hürden sind für Cyberkriminelle besonders attraktive Ziele – die resultierenden Schäden teils massiv.
/ Marc Stöckel
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BKA-Präsident Holger Münch warnt vor wachsender Bedrohung durch Cyberkriminalität. (Bild: Maja Hitij/Getty Images)
BKA-Präsident Holger Münch warnt vor wachsender Bedrohung durch Cyberkriminalität. Bild: Maja Hitij/Getty Images

Die Bedrohung durch Cyberkriminalität steigt auch hierzulande kontinuierlich an. Wie unter anderem der Spiegel berichtete(öffnet im neuen Fenster) , warnt Holger Münch, der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), inzwischen vor einer Zunahme von Cyberangriffen auf öffentliche Verwaltungen, Hochschulen und Arztpraxen. Gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe habe der BKA-Chef demnach erklärt, die Bedrohung durch Cyberkriminelle steige seit Jahren und verursache oftmals "massive wirtschaftliche und gesellschaftliche Schäden" .

So könne ein Hackerangriff etwa zur Folge haben, dass eine öffentliche Verwaltung über einen Zeitraum von mehreren Wochen arbeitsunfähig ist. Dabei werden häufig nicht nur wichtige IT-Systeme durch den Einsatz einer Ransomware verschlüsselt und somit unbrauchbar gemacht, sondern ebenso eine Vielzahl sensibler Daten abgegriffen. Letztere veröffentlichen die kriminellen Akteure oftmals im Anschluss in Hackerforen oder bieten sie dort zum Verkauf an . "Wenn dann noch die technischen Hürden vergleichsweise niedrig sind, ist das für die Kriminellen schnell attraktiv und in der Folge lukrativ" , so Münch.

Cyberangriffe stellen Strafverfolger vor Herausforderungen

Dass sich die Täter üblicherweise im Ausland aufhalten, ist dem BKA-Präsidenten zufolge für die Strafverfolgung ein großes Problem und führe mitunter zu langwierigen Ermittlungen. Dennoch konnten internationale Strafverfolgungsbehörden zuletzt einige Erfolge verzeichnen. So nahmen sie etwa den illegalen Onlinemarktplatz Hydra Market sowie den Geldwäschedienst Chipmixer vom Netz. Insgesamt beschlagnahmten die Behörden dabei laut Münch "über hundert Millionen Euro" und nahmen "der kriminellen Szene so ihr Geld, ihre Kunden und ihre Werkzeuge" weg.

Erst im vergangenen Monat ging aus einer Studie des Tüv-Verbands hervor, dass allein im Jahr 2022 rund elf Prozent aller deutschen Unternehmen einen Sicherheitsvorfall zu vermelden hatten. "Sowohl die weltpolitischen Spannungen als auch technologische Trends wie die Verbreitung künstlicher Intelligenz sind eine Gefahr für die Cybersicherheit der Unternehmen in Deutschland" , erklärte der Präsident des Tüv-Verbands Dr. Johannes Bussmann angesichts dieser Ergebnisse.


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