Bitwhisper: Abgehört per Fernwärme

Forscher haben erfolgreich Daten mit Hilfe der Temperatursensoren von einem Rechner zu einem anderen übermittelt. Die Computer müssen nur ganz nah nebeneinander stehen - bislang.

Artikel veröffentlicht am ,
Bitwhisper: Mit Hilfe von Temperaturschwankungen konnten Forscher Daten zwischen zwei Rechnern übermitteln.
Bitwhisper: Mit Hilfe von Temperaturschwankungen konnten Forscher Daten zwischen zwei Rechnern übermitteln. (Bild: Ben Gurion Universität/Screenshot: Golem.de)

Die Forscher Mordechai Guri und Yuval Elovici von der Ben Gurion Universität in Israel haben mit Hilfe von Temperaturschwankungen zwei Rechner miteinander kommunizieren lassen. Ihre Technik nennen sie Bitwhisper. Die Verbindung ist lahm, ganze 8 Bit können pro Stunde übertragen werden. Dennoch könnten über eine neue Methode Schlüssel oder Passwörter zwischen Rechnern ohne Netzwerkverbindung übertragen werden - über den sogenannten Air Gap.

Stellenmarkt
  1. IT Projektmanager Softwareprojekte (m/w/d)
    Hays AG, Sachsen
  2. Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Wissenschaftlicher Mitarbeiter (m/w/d)
    Bundesanstalt für Straßenwesen, Bergisch Gladbach
Detailsuche

Ein Grad Celsius mehr ist eine "I", sinkt die Temperatur wieder auf den Durchschnittswert, liest die von den Forschern entwickelte Malware eine "0" aus. So können beispielsweise Befehle oder sonstige Daten im Binärcode zwischen zwei Air-Gapped-Rechnern transferiert werden. Auf beiden muss die Schadsoftware installiert sein. Demnach müsste sich ein Angreifer physischen Zugang zu dem Rechner verschaffen, der nicht am Netz hängt. Die Malware sorgt dabei für den gewünschten Temperaturanstieg und filtert beim Empfangsrechner andere Temperaturschwankungen aus, die beim normalen Betrieb der Hardware entstehen. Die Forscher wählten die geringe Temperaturschwankung deshalb aus, damit ihr Angriff möglichst nicht auffällt.

Pings in Grad Celsius

Die Schadsoftware auf dem angreifenden Rechner sendet regelmäßig ein Ping, um andere Rechner in dessen Umfeld zu entdecken. Beide Rechner dürfen laut den Forschern nur maximal 15 Zentimeter voneinander entfernt sein. In ihren ersten Experimenten dauerte es zwischen drei und 20 Minuten, um einen Anstieg von einem Grad zu erzeugen und so ein Bit zu versenden. Bis der angegriffene Rechner wieder seine Normaltemperatur erreichte und so ein 0-Bit versendete, dauerte es jedoch wesentlich länger.

Die Forscher wollen ihre Forschungsarbeit fortsetzen und die Methoden noch verfeinern, berichtet Wired. In ein paar Tagen soll das Forschungspapier auf einer IT-Sicherheitskonferenz in Israel präsentiert werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


chefin 27. Mär 2015

Ihr denkt zu weit und abstrakt. Denkt mal wie ein Spion. Du willst einen Gegner abhören...

Zuryan 27. Mär 2015

Und ich dachte beim Titel, dass man Häuser über Fernwärmeleitungen überwachen kann ^^

Salzbretzel 26. Mär 2015

Golem berichet ja immer wieder von verschiedenen Lösungen. Mit einem Scanner, per UKW...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Hacking
Der Bad-USB-Stick Rubber Ducky wird noch gefährlicher

Mit einer neuen Version des Bad-USB-Sticks Rubber Ducky lassen sich Rechner noch leichter angreifen und neuerdings auch heimlich Daten ausleiten.

Hacking: Der Bad-USB-Stick Rubber Ducky wird noch gefährlicher
Artikel
  1. MagSafe Anrufrekorder: Magmo nimmt iPhone-Telefonate auf
    MagSafe Anrufrekorder
    Magmo nimmt iPhone-Telefonate auf

    Der Magmo ist ein iPhone-Anrufrekorder, der per Magsafe am Smartphone befestigt wird. Finanziert wird er per Crowdfunding.

  2. E-Mountainbike Graveler 29 Zoll: Aldi verkauft Mountain-E-Bike von Prophete
    E-Mountainbike Graveler 29 Zoll
    Aldi verkauft Mountain-E-Bike von Prophete

    Aldi bietet ein sportliches E-Bike für knapp 1.000 Euro an. Das Graveler 29 Zoll ist für unwegsames Gelände und die Stadt gedacht und dabei recht leicht.

  3. Nur noch Elektroautos: Volkswagen stellt ab 2024 Verbrenner-Autos in Norwegen ein
    Nur noch Elektroautos
    Volkswagen stellt ab 2024 Verbrenner-Autos in Norwegen ein

    Volkswagen wird den Verkauf von Benzin-, Diesel- und Hybridautos in Norwegen am 1. Januar 2024 einstellen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • 10%-Gaming-Gutschein bei eBay • Grafikkarten zu Tiefpreisen (Palit RTX 3090 Ti 1.391,98€, Zotac RTX 3090 1.298,99€, MSI RTX 3080 Ti 1.059€) • PS5 bei Amazon • HP HyperX Gaming-Maus 29€ statt 99€ • MindStar (ASRock RX 6900XT 869€) • Bester 2.000€-Gaming-PC [Werbung]
    •  /