Bittorrent-Uploader: Durchsuchung in Leipzig wegen 100 TByte Daten
Die Kriminalpolizei Leipzig(öffnet im neuen Fenster) hat die Wohnung eines 26-jährigen Mannes in Leipzig durchsucht, der auf mindestens sechs großen geschlossenen Bittorrent-Trackern als Uploader tätig gewesen sein soll. Wie die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen(öffnet im neuen Fenster) (GVU) am 27. Februar 2012 mitteilte, fand die Durchsuchung bereits in der vergangenen Woche statt. Es gab keine Verhaftungen.
Laut Polizeiangaben habe der Beschuldigte rund 100 TByte über einen angemieteten Server bereitgestellt, dessen Sicherstellung von den Ermittlern angewiesen wurde. Sein Webseed-Server im Ausland sei inzwischen nicht mehr erreichbar.
Zu den Angeboten zählten demnach neue Kinofilme und Spiele für die Playstation 3 und Nintendo Wii sowie hunderte Musikdateien und aktuelle Anwendersoftware. Der Rechner des Beschuldigten wurde beschlagnahmt.
Grund für das Ermittlungsverfahren war ein Strafantrag der GVU aus dem Jahr 2009, wie die Kriminalpolizei erklärte. Dieses richtete sich gegen die Verantwortlichen des damals zweitgrößten, kostenpflichtigen Anti-Leech-Trackers, mit illegalen Kopien für den deutschsprachigen Raum.
Zwei der Angebote hätten aktuell 175.000 Nutzer, für die rund 25.000 illegale Games-, TV-Serien- und Spielfilmdateien bereitgestellt worden seien, erklärte die GVU.
GVU: abgestufte Preismodelle bei Anti-Leech
Eine GVU-Sprecherin sagte Golem.de, dass der Nutzer bei geschlossenen Pay-Bittorrent-Trackern erst einmal die Login-Maske sehe. Manchmal müssten neue Teilnehmer auch eingeladen werden. "Bei Anti-Leech müssen die Nutzer auch bereitstellen und dürfen nicht nur heruntersaugen. Wenn jemand in diesem Fall die Minimalmenge an Uploadmaterial nicht zur Verfügung stellen kann, gibt es die Möglichkeit, etwas zu bezahlen." Dabei kämen abgestufte Preismodelle mit 5 Euro, 10 Euro und 100 Euro zur Anwendung. Für 200 Euro sei dort auch ein Schutz vor "Verbannung" zu haben. "Damit das Angebot aktuell und attraktiv bleibt, gibt es Personen, die mit Webseed-Servern besonders viele Dateien hochladen."
150 Menschen seien im Verwaltungsteam tätig gewesen, der Hauptverantwortliche soll im sechsstelligen Bereich verdient haben. In dem Team waren viele Uploader, die den Bestand sichergestellt hätten. "Einer ist jetzt durchsucht worden", sagte die Sprecherin.
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