Bittorrent: Popcorn Time erhielt Angebote für Spyware

Die Entwickler des Streaming-Tools Popcorn Time hätten viele Angebote von Kriminellen erhalten. Das sagte der Kopf der Entwicklergruppe, Federico Abad, dem Onlinemagazin Torrentfreak(öffnet im neuen Fenster) . "Sie sagten, wir könnten bis zu 10.000 US-Dollar pro Woche verdienen." Sie boten für jede Infektion eines Systems mit Spyware oder Malware über Popcorn Time 5 US-Dollar.
Andere hätten an die Passwörter der Popcorn-Time-Nutzer gewollt. Abad schätzt, dass die illegalen Angebote zusammengerechnet 100 Millionen US-Dollar eingebracht hätten. "Wir haben alle Angebote abgelehnt. Wir machten das nicht für Geld. Wir wollten einfach nur einen guten Service schaffen, nicht etwas, das die Rechner der Menschen ruiniert" , sagte er.
Streaming aktueller Serien und Filme über Bittorrent
Nutzer von Popcorn Time müssen eine 26-MByte-Datei herunterladen und installieren, bevor auf Filme zugegriffen werden kann. Popcorn Time bietet Streaming aktueller Serien und Filme über Bittorrent an. Dabei wird der Stream vom Empfänger gleichzeitig angesehen und anderen zur Verfügung gestellt: Nutzer von Portalen wie Popcorn Time sehen sich einen vermeintlichen Stream an, laden diesen Film aber auch automatisch per Bittorrent hoch. Damit wird die Datei genauso geteilt wie beim direkten Filesharing, also für die Filmstudios nachweisbar eine Urheberrechtsverletzung begangen. Die Feststellung der IP-Adresse über Bittorrent stellt kein Problem dar. Wie die GVU Golem.de mitteilte, werde von der Filmindustrie weltweit versucht, die Software zu blockieren.
Die Mitglieder des ersten Kernteams, das die Software geschaffen hatte, hätten die Entwicklergruppe verlassen, weil Popcorn Time zu schnell populär geworden sei. Abad sei allein zurück geblieben. Er habe es jedoch geschafft, ein neues Team zusammenzubringen, in dem sich weltweit einhundert Personen engagierten. Die ganze Nacht hindurch sei entwickelt worden, erinnert er sich.
Auf ihren persönlichen Linkedin-Seite bekamen die Popcon-Time-Programmierer Nachrichten von einem Anwalt des Filmstudios Warner Brothers. Um Klagen und Schadensersatzforderungen zu vermeiden, habe sich das Team im März 2014 aus der Entwicklung der Software zurückgezogen.
Popcorn Time liegt als Open Source vor, es gibt verschiedene Forks. Abad selbst vertraue nur dem unter PopcornTime.io.



