Bitstrom-Zugang: Bundesnetzagentur will Telekom aus Regulierung entlassen

Die Bundesnetzagentur will in dem wichtigen Bereich des Bitstrom-Zugangs die Telekom unter bestimmten Umständen nicht mehr regulieren. Sie wird dafür wohl die Zustimmung der EU-Behörden erhalten.

Artikel veröffentlicht am ,
Techniker an einem Kabelverzweiger der Deutschen Telekom
Techniker an einem Kabelverzweiger der Deutschen Telekom (Bild: Mattes)

Die Bundesnetzagentur will in vielen Städten die Regulierung für die Deutsche Telekom beim Bitstrom-Zugang lockern. Erweiterte Vorschläge dazu habe die Behörde vor kurzem der EU-Kommission zur Stellungnahme vorgelegt, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf die Unterlagen. Die neue Regelung solle in 20 Großstädten gelten. Von der EU-Kommission seien keine gewichtigen Einwände zu erwarten, so der Bericht.

Bitstrom-Zugang ist ein kombiniertes Vorleistungsprodukt der Telekom, das anderen Unternehmen angeboten wird, deren Netz nicht bis zum Endkunden reicht. Dabei werden Breitbandanschluss und Transportleistung im Netz der Telekom bereitgestellt, um Endkunden ADSL, VDSL oder künftig FTTH bieten zu können.

In den Städten muss der Marktanteil der Telekom auf weniger als 40 Prozent gesunken sein, meist durch Konkurrenz durch TV-Kabelnetzbetreiber oder Stadtnetze.

Der Entscheidungsentwurf entlässt die Telekom aus der Regulierung für den Layer-3-Bitstromzugang, indem die Zugangsverpflichtung für dieses Vorleistungsprodukt dann entfallen soll, wenn ein Layer-2-Bitstromprodukt verfügbar ist.

Fünf Städte sind seit einem ersten Bericht über den Plan hinzugekommen. "Dass die Bundesnetzagentur noch während des laufenden Verfahrens schon die Gebietskulisse für eine Deregulierung der Telekom erweitert, bestätigt unsere schlimmen Befürchtungen", sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner der Frankfurter Allgemeine Zeitung. Es drohe eine ständige Planungsunsicherheit.

Wandel durch Vectoring

Durch den zunehmenden Einsatz der Vectoring-Technik werde der Layer-2-Bitstrom während der nächsten Jahre in erheblichem Maße die entbündelte Teilnehmeranschlussleitung als Vorleistungsprodukt für die Bereitstellung von Breitbandanschlüssen ablösen, hatte die Behörde zuvor erklärt.

Dies sieht der Branchenverband Breko jedoch sehr kritisch: Für die Betreiber gebe es auch weiterhin keine gleichwertige Alternative zum physikalischen Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) der letzten Meile. Der Layer-2-Zugang stelle ein sinnvolles Angebot für bestimmte Marktteilnehmer dar. Er könne den direkten Zugang zur TAL aber nicht ersetzen.

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LinuxMcBook 16. Jun 2015

Ist der Übergabepunkt wirklich dann direkt der DSLAM? Das dürfte für die meisten...

Neuro-Chef 02. Jun 2015

Bei nicht-mobilen Anschlüssen einfach nicht den Providerrouter benutzen oder jenen auf...

Neuro-Chef 02. Jun 2015

Hatte eine entscheidende Stelle des Artikels zuerst falsch verstanden..



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