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Bitkom: Industriekonzerne bei humanoiden Robotern gespalten

Humanoide Roboter, ein Hype, der bald vorübergehen wird – oder der Ersatz für Arbeiter ohne fachliche Qualifikation? Die deutsche Industrie ist gespalten und macht Erfahrungen.
/ Achim Sawall
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Industrieroboter von Agility Robotics (Bild: Agility Robotics)
Industrieroboter von Agility Robotics Bild: Agility Robotics

Fast jedes dritte Industrieunternehmen (31 Prozent) halte humanoide Roboter für einen Hype, der bald vorübergehen werde. Das ist das Ergebnis einer Befragung im Auftrag des IT-Branchenverbands Bitkom anlässlich der Hannover Messe, die am 14. April 2026 vorgestellt wurde(öffnet im neuen Fenster). 41 Prozent der befragten Industrieunternehmen meinten, die Technologie koste mehr, als sie nutze. "An humanoiden Robotern scheiden sich derzeit die Geister", sagte Bitkom-Vizepräsidentin Tanja Rückert.

Mehr als 6 von 10 Industrieunternehmen (64 Prozent) sind der Auffassung, dass humanoide Roboter die Industrie produktiver machen. "Jetzt kommt es darauf an, mit digitalen Zwillingen, KI und künftig auch humanoiden Robotern ein neues Kapitel der Industrie 4.0 aufzuschlagen", erklärte Rückert. 68 Prozent sprechen sich dafür aus, dass Deutschland humanoide Roboter schnell selbst entwickelt und auf den Weltmarkt bringt.

Vereinzelt werden humanoide Roboter in der deutschen Industrie bereits eingesetzt. 6 Prozent der Industrieunternehmen arbeiten mit ihnen, 10 Prozent planen dies, und 8 Prozent diskutieren darüber.

Dennoch ist für 3 von 4 Industrieunternehmen (72 Prozent) der Einsatz humanoider Roboter derzeit noch kein Thema. Jedes fünfte befragte Unternehmen (20 Prozent) erwartet aber, dass humanoide Roboter in den kommenden zehn Jahren in der Mehrzahl der Industrieunternehmen eingesetzt werden. 3 Prozent gehen davon aus, dass dies bereits in 5 Jahren der Fall sein wird, 17 Prozent rechnen damit in den kommenden sechs bis zehn Jahren.

Humanoide Roboter können wenig mehr als Kisten stapeln

Mit 54 Prozent hält jedoch der überwiegende Teil der Industrieunternehmen ein solches Szenario erst langfristig im Zeitraum von 11 bis 20 Jahren für realistisch, 14 Prozent rechnen damit in 21 bis 30 Jahren, und 9 Prozent erwarten dies erst in sehr ferner Zukunft nach Ablauf von mehr als 30 Jahren.

Agentic AI und Vision-Language-Action Models (VLA) erlauben Robotern wie dem Tesla Optimus Gen 3 oder Figure 02 von Figure AI, komplexe Sätze zu verstehen. Humanoide Roboter wie der Figure 02, der aktuell bei BMW in den USA in Spartanburg eingesetzt wird, oder der Apptronik Apollo bei Mercedes-Benz sind jedoch auf Singular-Tasks spezialisiert. Roboter wie der Digit von Agility Robotics, der im kommerziellen Einsatz bei Toyota und Amazon ist, können mittlerweile einfache Logistikaufgaben erledigen.

Tesla versucht mit dem Optimus Gen 3 zwar, einen universellen Roboter zu schaffen, aber selbst in den Tesla-Gigafactories sind sie aktuell eher auf das Sortieren von Batteriezellen beschränkt, was logisch strikt begrenzt ist.


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