Bitkom: Geringe Baukapazität hemmt Glasfaserausbau trotz Förderung

Laut Bitkom soll die staatliche Förderung für FTTH über mehrere Jahre aufgeteilt werden.

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Arbeiter beim Glasfaserausbau der Telekom
Arbeiter beim Glasfaserausbau der Telekom (Bild: Deutsche Telekom)

Der Präsident des IT-Branchenverbands Bitkom, Achim Berg, führt die Probleme beim schleppenden Breitbandausbau auf Mängel bei der staatlichen Förderung zurück und fordert ein Umdenken. Der Bund stelle zwar kurzfristig hohe Milliardenbeträge für den Breitbandausbau zur Verfügung. "Aber es hilft nichts, einfach mehr Geld in den Markt zu pumpen, das nicht verbaut werden kann, weil es keine Baukapazitäten gibt", sagte Berg dem Handelsblatt.

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Berg will darum die Fördersumme nicht auf einmal ausschütten, sondern über einen längeren Zeitraum aufteilen, weshalb aus seiner Sicht eine jährliche Begrenzung der Fördersumme zusammen mit einer Verstetigung sinnvoll wäre. "Ein Betrag von 1 Milliarde Euro an Bundesmitteln pro Jahr würde es Kommunen, Telekommunikations- und Tiefbauunternehmen ermöglichen, ihre Ressourcen gleichmäßig und planbar einzusetzen", sagte Berg.

Dramatisch mehr Glasfaseranschlüsse ohne Vectoring

Der Chef des Branchenverbands VATM, Jürgen Grützner, hatte im März 2021 der Deutschen Telekom die Schuld für die geringe Baukapazität in Deutschland gegeben. "Hätte die Telekom nicht der Politik und der Bundesnetzagentur den Vorschlag unterbreitet, allein Vectoring auszubauen, um sich einen neuen Monopolvorteil zu verschaffen, wäre die Politik darauf nicht 'reingefallen', dann hätte der gesamte Glasfaserausbau auf beiden Seiten viel schneller vorgenommen worden können. Die Abschreckung der Wettbewerber und anderer Investoren hätte nicht für Jahre den echten Glasfaserausbau ausgebremst und wir hätten heute dramatisch mehr Glasfaseranschlüsse auf europäischem Niveau", betonte Grützner.

Baukapazitäten würde es laut Grützner deutlich mehr geben. Denn es "wäre nicht nur um Strecke zum Kabelverzweiger gegangen, sondern auch um die viel kompliziertere Verlegung von Anschlüssen mit Glasfaserspleißen. Die ganze Baubranche hätte sich auf ein völlig anderes Szenario einstellen können", sagte Grützner.

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