Bitkom: 35 Prozent der Firmen erwarten Stellenabbau in der IT
Der deutschen Wirtschaft fehlen aktuell rund 109.000 IT-Fachkräfte. Das sind weniger als 149.000 vor zwei Jahren, hat der IT-Branchenverband Bitkom am 7. August 2025 bekanntgegeben(öffnet im neuen Fenster). "Die konjunkturelle Eintrübung und geopolitische Unsicherheiten haben dazu geführt, dass Unternehmen bei Neueinstellungen zurückhaltend sind oder sogar IT-Stellen abgebaut haben", sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst.
Tatsächlich werden die Existenzen von IT-Experten hier dem Auf und Ab der krisengeschüttelten Wirtschaft geopfert. Offenbar wurden Überkapazitäten in der IT geschaffen, um bei verschiedenen Trends führend mit dabei zu sein. Zugleich braucht die Digitalisierung, als wichtiger Teil des technischen Fortschritts, dringend Fachleute.
Sechs Prozent der Unternehmen entließen in den vergangenen zwölf Monaten "wegen der wirtschaftlichen Lage" IT-Fachkräfte; 14 Prozent rechnen damit, dass dies in den kommenden zwölf Monaten in ihrem Unternehmen der Fall sein wird. 35 Prozent erwarten, dass es in der deutschen Wirtschaft aufgrund der schwächelnden Konjunktur zu einem Stellenabbau in der IT kommen wird.
Wenig Neueinstellungen von entlassenden ITlern
Nur sechs Prozent sagen, dass sie bereits IT-Fachkräfte einstellten, die aufgrund der wirtschaftlichen Situation ihren Job verloren.
Das sind Ergebnisse der neuen Bitkom-Studie zum Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte, für die 855 Unternehmen aller Branchen befragt wurden.
Jedes zwölfte Unternehmen (acht Prozent) setzt vermehrt künstliche Intelligenz ein, um IT-Fachkräfte einzusparen. Entsprechend rechnet rund jede vierte Firma (27 Prozent) damit, durch KI Stellen abzubauen; 16 Prozent erwarten, dass Stellen verzichtbar werden, die nicht besetzt werden können. 42 Prozent gehen davon aus, dass wegen KI ein zusätzlicher Bedarf an IT-Fachkräften im Unternehmen entstehen wird. Ein Viertel der Unternehmen (24 Prozent) erwartet, dass IT-Fachkräfte ohne KI-Wissen künftig nicht mehr nachgefragt werden.
Hindernisse bei der Stellenbesetzung
Durchschnittlich dauert es 7,7 Monate, eine freie IT-Stelle zu besetzen. Meistens wollen die Firmen weniger zahlen: 63 Prozent der Befragten sagen, dass die Gehaltsvorstellungen nicht mit der Qualifikation übereinstimmen, bei 56 Prozent "passen die Gehaltswünsche nicht in das Gehaltsgefüge des Unternehmens". Häufig beklagt wird zudem die fehlende Umzugsbereitschaft (44 Prozent) der Bewerber.
Homeoffice wird nicht mehr so häufig gewährt
43 Prozent der Firmen räumen ein, den Wünschen der Jobsuchenden nach mobilem Arbeiten nicht nachzukommen, 29 Prozent wollen die Anforderungen an flexible Arbeitszeitgestaltung nicht erfüllen.
Weitere Schwierigkeiten bei der Besetzung von IT-Jobs sind fehlende Soft-Skills (38 Prozent), mangelnde Deutsch- (35 Prozent) oder Fremdsprachenkenntnisse (28 Prozent). 34 Prozent beklagen fachlich unterqualifizierte Bewerberinnen und Bewerber. Bei 22 Prozent werden spezifische Anforderungen an die Kenntnis neuer Technologien nicht erfüllt.
IT-Jobs nicht nur Akademikern vorbehalten
Lediglich 27 Prozent derer, die in den vergangenen zwölf Monaten in einem IT-Beruf eingestellt wurden, hat einen einschlägigen Hochschulabschluss, weitere 37 Prozent haben eine duale IT-Berufsausbildung wie Fachinformatik abgeschlossen. Zehn Prozent haben ein IT- oder IT-nahes Studium abgebrochen und den Berufseinstieg ohne Studienabschluss geschafft.
Wichtig in der IT sind die vielen Quereinsteiger: 27 Prozent der Jobs gingen an diese Gruppe. 43 Prozent der Unternehmen geben an, dass Quereinsteiger berufspraktische IT-Erfahrungen hätten, 26 Prozent nennen IT-Weiterbildungen und 25 Prozent autodidaktisch erworbenes IT-Know-how.
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