Bitcoin und Co.: Wikipedia-Community ist gegen Kryptogeld-Spenden
In einer langen Diskussion hat sich eine Mehrheit der teilnehmenden Wikipedia-Nutzer gegen die Annahme von Spenden in Kryptowährungen ausgesprochen. Vor allem die schlechte Umweltbilanz der großen Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum wurde als Argument gegen die Annahme aufgeführt.
Die Diskussion(öffnet im neuen Fenster) hatte sich über mehrere Monate hingezogen. Angestoßen wurde die Debatte von Molly White, einer Anti-Kryptogeld-Aktivistin. Sie hatte als Argument gegen die Annahme von Kryptowährungen auch angeführt, dass diese reine Spekulationsobjekte seien und die Wikimedia Foundation dies nicht unterstützen sollte.
In der Diskussion überwiegt das Argument der schlechten Umweltbilanz bei den Nutzern, die Kryptogeldspenden ablehnen. Bitcoin und Ethereum beruhen auf dem Proof-of-Work-Verfahren, bei dem Rechner um die Wette Aufgaben lösen, um die Währungen zu schürfen. Dafür ist viel Energie notwendig.
Energieaufwand eines Landes
Bitcoin(öffnet im neuen Fenster) soll pro Jahr eine Energiemenge von 200 Terawattstunden erfordern – das ist so viel, wie Thailand in einem Jahr benötigt. Heruntergerechnet sind das 2.000 kWh pro Bitcoin-Transaktion.
In der Diskussion gibt es auch eine Reihe von Argumenten gegen die Ablehnung von Kryptogeldspenden. Kritiker des Vorhabens führen unter anderem an, dass es für Spender oft keine andere Möglichkeit gebe, der Wikimedia Foundation Geld zukommen zu lassen – etwa, weil sie kein Bankkonto besitzen. In manchen Ländern könnte eine nicht anonyme Spende an Wikipedia zudem riskant sein.
Die Wikimedia Foundation hat die Diskussion mittlerweile geschlossen. Bis Ende April 2022 sollen die Beiträge gesichtet und das Thema intern diskutiert werden. Anschließend will die Wikimedia Foundation eine Entscheidung verkünden.
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