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Bitcoin in der Schmuddelecke

Es gibt aber gute Gründe für die strenge Gesetzgebung. Denn Kryptowährungen wie Bitcoin oder Monero haben zu Recht einen schlechten Ruf. Sie werden mit illegalen Aktionen in Verbindung gebracht - sei es als Zahlungsmittel für digitale Erpressungen oder auf zwielichtigen digitalen Marktplätzen.

Bitcoin-Geldautomaten mit Problemen

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Im Schaufenster des Kiosks hängt eine verblichene Werbung für Bitcoin mit einer Einladung zu Infoabenden. Mittendrin prangt tatsächlich ein Geldautomat - für EC- und Kreditkarte. Der Bitcoin-Automat steht hingegen hinten im Eck neben dem Kühlschrank, versperrt durch einen Turm leerer Getränkekästen. Das Defekt-Schild ist jedoch deutlich zu sehen.

Der Automat sei schon seit Tagen kaputt, erzählt der Kioskbetreiber. Er werde bald abgeholt und nicht wieder aufgestellt, er sei ohnehin kaum genutzt worden.

Etwa einen halben Kilometer entfernt soll es einen weiteren Bitcoin-Automaten geben. Er steht im hinteren Teil eines Ladens, leuchtet funktionstüchtig und auf dem Bildschirm wird der erste Schritt samt Smartphone-Symbol angezeigt, der für einen Kauf von Bitcoin getätigt werden muss. Ein Verkauf von Bitcoin ist hier nicht möglich.

Die Frage, ob wir ein Foto von dem Automaten machen dürfen, erweckt Argwohn und wird verneint. Da müsse der Betreiber des Automaten zustimmen. Eine handschriftliche Telefonnummer steht auf dem Gerät. Es folgt eine höfliche, aber kühle Aufforderung, bitte draußen zu telefonieren. Die angewählte Rufnummer funktioniert nicht.

Unser nächster Halt ist ein Handyladen in Prenzlauer Berg. Dort steht ein ebenfalls laufender Automat gleich neben dem Eingang. Er stehe dort zu Promo-Zwecken, erklärt der Besitzer des Ladens. Er soll moderne Technik repräsentieren, so wie sie auch sonst in dem Geschäft angeboten wird.

Wir dürfen ihn fotografieren. Er werde genutzt und regelmäßig vor Ort betreut und gewartet, erklärt der Ladenbesitzer. Gegenwärtig könne dort aber auch nur Bitcoin gekauft werden, wegen des hohen Kurses. Das dort gelagerte Bargeld sei immer schnell ausgegeben und der Automat werde nicht so regelmäßig aufgefüllt wie herkömmliche Geldautomaten.

  • Im Teeladen Kreuzberg im Bitcoin-Kiez kann nicht mehr mit der Kryptowährung bezahlt werden. (Bild: Jörg Thoma)
  • Ein verblichener Flyer in einem Kiosk im Bitcoin-Kiez macht noch Werbung für die Kryptowährung. (Bild: Jörg Thoma)
  • Der Bitcoin-Automat im Kiosk ist defekt und wird nicht mehr ersetzt, da er kaum benutzt wurde. (Bild: Jörg Thoma)
  • Im jetzt geschlossenen Room 77 stand früher der erste Bitcoin-Automat Deutschlands. (Bild: Jörg Thoma)
  • Ein Bitcoin-Automat lädt zum Kauf der Kryptowährung ein. Er funktionierte allerdings nicht. (Bild: Jörg Thoma)
Der Bitcoin-Automat im Kiosk ist defekt und wird nicht mehr ersetzt, da er kaum benutzt wurde. (Bild: Jörg Thoma)

Dabei wären Bitcoin-Geldautomaten eigentlich gerade für kleine Händler eine gute Lösung. Zahlungswillige Kunden könnten dort Kryptowährungen gegen Bargeld tauschen, ein externer Zahlungsanbieter wäre nicht nötig. Angesichts der Tatsache, dass einige kleine Händler wegen der hohen Kosten auch heute noch selbst EC- und Kreditkarten ablehnen, ist solch ein Szenario für sie aber in weiter Ferne - zumal wenn sie nicht besonders technikaffin sind. Der Inhaber des Teeladens hätte sich zumindest gefreut, wenn er Krypto-Zahlungswillige zu einem funktionierenden Bitcoin-Automaten hätte schicken können.

Der Bitcoin-Standard: Die dezentrale Alternative zum Zentralbankensystem

Nicht alltagstauglich

Sicher hat aber auch der schlechte Ruf der Kryptowährung eine abschreckende Wirkung. Neben dem Nimbus der Illegalität tragen die hohen Kursschwankungen, ausgelöst durch Spekulanten, dazu bei.

Um dem Bitcoin einen Wert zu geben, setzte Nakamoto auf ein komplexes System künstlicher Verknappung. Er legte fest, dass es maximal knapp 21 Millionen Bitcoins geben werde. Zudem halbiert sich das Entgelt für Miner für das immer schwieriger werdende Errechnen eines Blocks - der sogenannte Block Reward - nach jeweils 210.000 Blöcken.

Der Wert der Kryptowährung soll sich so nach dem Stock-to-Flow-Wert richten, also der umlaufenden Menge der Bitcoins, dividiert durch die jährliche Produktion. Das Resultat ist die Anzahl der Jahre, die bei der aktuellen Produktionsrate benötigt wird, um die im Umlauf befindliche Menge an Bitcoins zu generieren. Dieser Stock-to-Flow-Wert wird auch bei Edelmetallen verwendet und sollte ursprünglich bei Bitcoin für einen Inflationsschutz sorgen.

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Luminar 25. Mär 2021 / Themenstart

LOL IOTA ist so ein Mist, das kann man gar nicht in Worte fassen. Man weiß gar nicht, wo...

flocko.motion 25. Mär 2021 / Themenstart

Ich versteh auch nicht, wieso man über so einen Artikel nicht Mal jemanden drüber lesen...

Dystopinator 25. Mär 2021 / Themenstart

oder lasst diesen btc kack links liegen und legt wenigstens in immobilien an ... was ja...

BlindSeer 24. Mär 2021 / Themenstart

Nö, wieso? Nur weil ich die egozentrische Gier nicht gutheiße?

JuBo 24. Mär 2021 / Themenstart

Die DInger gibt es noch in Österreich zum Geldwaschen bei jeder Post. Keine Ahnung ob es...

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