Bitcoin-Erfinder Nakamoto enttarnt?: Peter Todd dementiert und kritisiert HBO scharf
Wer steckt hinter dem Namen Satoshi Nakamoto, dem Erfinder von Bitcoin? Dieses Rätsel will die HBO-Doku mit dem Titel Money Electric: The Bitcoin Mystery von Cullen Hoback gelöst haben. Demnach soll dahinter Peter Todd stecken, ein früherer Bitcoin-Entwickler. Todd dementierte die Angaben in dem Film umgehend(öffnet im neuen Fenster) – und kritisiert den Sender scharf.
Außer auf X dementierte Todd die Behauptungen der HBO-Doku unter anderem im Gespräch mit CNN(öffnet im neuen Fenster) – HBO und CNN gehören beide zu Warner. "Fürs Protokoll: Ich bin nicht Satoshi" , sagte Peter Todd und beschuldigt den Filmemacher der Doku "unverantwortlich" zu sein.
Mit dieser Behauptung würde Hoback sein Leben in Gefahr bringen, sagte Todd und wirft Hoback vor, nach "Strohhalmen" zu greifen. "Er spielt ein paar Zufälle zu etwas viel Größerem hoch. Eigentlich ironisch: Das ist ein Kennzeichen von Verschwörungsdenken" , fasst Todd das Vorgehen zusammen.
Peter Todd kennt die fertige Dokumentation nicht
Todd habe nach eigenen Angaben vor der Veröffentlichung des Films keine Möglichkeit gehabt, die fertige Dokumentation zu sehen und sei auch nicht vorher von HBO darauf angesprochen worden, dass diese Doku ihn als die wahre Person hinter Nakamoto benennen würde. CNN bat HBO um eine Stellungnahme, der Sender habe aber nicht reagiert.
Todd wurde für die Dokumentation interviewt und hatte nach Schilderungen von Coindesk(öffnet im neuen Fenster) in einer dramatischen Szene am Ende des Films den Regisseur geneckt, indem er behauptet, er sei Nakamoto, nur um dieser Aussage später zu widersprechen.
Hierbei sei unklar, ob die Behauptung stimmt oder ob Todd mit dem Filmemacher gespielt hat. Zuvor zeige die Dokumentation verschiedene Hinweise auf die wahre Identität von Nakamoto, dabei seien etliche Experten zu dieser Sache befragt worden.
Filmemacher ist von Todds Dementi nicht überrascht
Auch im Interview mit Coindesk dementiert Todd die Angaben in der Dokumentation: "Natürlich bin ich nicht Satoshi." Er kritisiert, dass Hoback für seine Dokumentation auf "zufallsbasiertes Verschwörungsdenken" zurückgreife. "Ja, das Interview hat stattgefunden und ich glaube, dass diese Aufnahme nicht gefälscht ist" , ergänzt er.
Auf Nachfrage von CNN erklärte der Regisseur Hoback, dass er von Todds Dementi nicht überrascht sei. Der Filmemacher bleibe bei seiner Schlussfolgerung aus seinem Film. Er verweist darauf, dass Todd wisse, was im Film besprochen wurde. "Er hatte jede Gelegenheit, sich zu erklären" , meint der Filmemacher.
Rätsel um die Identität von Satoshi Nakamoto
In der Vergangenheit gab es immer wieder Personen, die von sich behaupteten, Satoshi Nakamoto zu sein. Einer der bekanntesten Fälle dürfte der Australier Craig Wright sein, der jahrelang angab, hinter dem Pseudonym zu stecken . Im Rahmen eines Rechtsstreits über Bitcoin mit Milliardenwert konnte er seine Angaben nicht beweisen . Mittlerweile muss er sich vor Gericht wegen Meineids verantworten.
Die Warner-Tochter HBO hatte bereits im Vorfeld der Ausstrahlung der Bitcoin-Doku die Werbetrommel gerührt und behauptet, den Bitcoin-Erfinder entlarvt zu haben. Hoback veröffentlichte in der Vergangenheit einen Film über die QAnon-Bewegung, in der die Autoren die ursprüngliche Verschwörungsidee aufdeckte.
Der Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto verschwand 2010 aus dem Internet. Bislang ist unklar, wer die Person ist oder ob es sich vielleicht um eine Gruppe von Leuten handelt. Satoshi Nakamoto werden 1,1 Millionen Bitcoin zugeschrieben, was nach aktuellem Kurs ungefähr 66 Milliarden US-Dollar wären.
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