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Bitcoin erbeutet: Kryptoscammer nutzen Chaos an der Straße von Hormus aus

Betrüger geben sich als iranische Behörden aus und fordern von Schiffen Bitcoin-Zahlungen für eine sichere Durchfahrt – mit fatalen Folgen.
/ Michael Linden
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Straße von Hormus (Bild: MODIS Land Rapid Response Team, NASA GSFC)
Straße von Hormus Bild: MODIS Land Rapid Response Team, NASA GSFC / CC0 1.0

Rund 2.000 Schiffe stecken derzeit in der Nähe der Straße von Hormus fest. Militärische Angriffe, eine US-Seeblockade und iranische Kontrollen haben den Schiffsverkehr seit Ende Februar 2026 weitgehend zum Erliegen gebracht. Diese Situation nutzen Kriminelle aus und betrügen Reedereien.

Fake-Behörden fordern Bitcoin für Durchfahrt

Nach einem Bericht von Reuters(öffnet im neuen Fenster) warnte das griechische Risikomanagementunternehmen MARISKS Schiffseigner am 20. April davor, dass Unbekannte im Namen iranischer Behörden Zahlungen in Bitcoin oder Ether verlangen. Das Pikante daran: Echte iranische Stellen haben tatsächlich schon Kryptowährungs-Zahlungen von Tankern gefordert.

Das Unternehmen identifizierte mindestens ein Schiff, das Opfer des Betrugs wurde. Das Schiff versuchte am 18. April die Durchfahrt während eines kurzen Zeitraums, in dem Iran Durchfahrten erlaubt haben soll – und wurde von iranischen Streitkräften unter Beschuss genommen.

Gefälschte Passiererlaubnis, dann Beschuss

Ein weiterer, folgenschwerer Fall folgte am 22. April: Das unter liberianischer Flagge fahrende Frachtschiff Epaminondas des griechischen Unternehmens Technomar Shipping geriet unter Beschuss – kurz nachdem es offenbar eine Genehmigung zur Durchfahrt erhalten hatte. Das griechische Medium Ekathimerini berichtete(öffnet im neuen Fenster). Die Behörden prüften, ob diese Genehmigung gefälscht gewesen sein konnte.

Der Hintergrund: Seit Ende Februar haben US-amerikanische und israelische Angriffe auf iranische Ziele den Schiffsverkehr im Golf blockiert. Iran reagierte mit Raketenangriffen und der gezielten Bedrohung kommerzieller Schiffe. Laut des britischen Handelsbüros United Kingdom Maritime Trade Operations (UKMTO)(öffnet im neuen Fenster) gab es seither 22 bestätigte Angriffe und 13 Verdachtsmeldungen.

Betrüger profitieren von staatlicher Willkür

Der Fall zeigt ein strukturelles Problem: Wenn staatliche Akteure selbst mit Krypto-Forderungen und Willkürentscheidungen operieren, haben Betrüger leichtes Spiel. Solange die Lage an der Straße von Hormus ungelöst bleibt und rund 20.000 Seeleute in der Region festsitzen, dürfte das Betrugsrisiko weiter steigen.


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