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Bitcoin: Claude hilft bei gesperrter 400.000-US-Dollar-Wallet

Elf Jahre lang war eine Wallet mit 5 Bitcoins gesperrt. Erst alte Dateien und Claude brachten den Zugang zum beträchtlichen Vermögen zurück.
/ Przemyslaw Szymanski
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Eine auf dem Tisch liegende Bitcoin-Münze (Symbolbild) (Bild: pixabay.com / MichaelWuensch)
Eine auf dem Tisch liegende Bitcoin-Münze (Symbolbild) Bild: pixabay.com / MichaelWuensch

Eine jahrelang gesperrte Wallet mit 5 Bitcoins ist nach Angaben des X-Nutzers cprkrn(öffnet im neuen Fenster) wieder zugänglich. Eine entscheidende Hilfe sei dabei Claude von Anthropic gewesen. Der Zugriff gelang laut der Schilderung des X-Nutzers aber nicht über ein entschlüsseltes Passwort. Stattdessen habe die Auswertung alter Dateien zum entscheidenden Hinweis geführt.

Verloren ging der Zugang laut dem Nutzer bereits während seiner Studienzeit. Damals habe er das Passwort geändert und anschließend vergessen. Auch eine später wieder aufgetauchte Merkhilfe habe zunächst keinen Erfolg erbracht: Sie passte zwar zu einem früheren Passwort, öffnete aber nicht die Wallet-Datei, die er zunächst verwendete.

Deshalb wählte der Betroffene nach eigener Darstellung einen anderen Ansatz. Er lud den Speicherinhalt seines früheren College-Rechners auf der KI-Plattform Vast hoch und ließ Claude nach verwertbaren Spuren suchen. Das KI-Modell fand dabei kein Passwort für die aktuelle Wallet, sondern eine alte Kopie, die der Besitzer nicht mehr im Blick hatte. Diese ließ sich mit dem unveränderten früheren Passwort lol420fuckthePOLICE!*:) öffnen, wodurch er wieder Zugriff auf die 5 Bitcoins erhielt.

Nach seiner Schilderung führte also nicht ein klassischer Passwortangriff zum Erfolg. Zwar hätte er zuvor rund 3,5 Billionen Kombinationen getestet. Der entscheidende Fund habe sich aber erst aus den alten Daten ergeben, die mithilfe von Claude ausgewertet worden seien. Eine forensische Dokumentation veröffentlichte der X-Nutzer nicht. Der Thread beschreibt auch keinen Angriff auf Bitcoin, die Blockchain oder eine aktuelle Verschlüsselung.

Datenträger und Passwörter als Risiko

Auch frühere Fälle zeigen, dass eine Wiederherstellung stark davon abhängt, welche Daten noch vorhanden sind. Bei Wallet-Inhaber Stefan Thomas liegt das Problem nicht in einer fehlenden Datei, sondern in einem gesperrten Datenträger. Auf seinem verschlüsselten Ironkey-USB-Stick sollen die Zugangsdaten zu 7.002 Bitcoins liegen.

Weil das Gerät nach zu vielen falschen Eingaben dauerhaft sperre, komme der Entwickler seit Jahren nicht an die Coins. Sicherheitsforscher beschrieben später zwar eine mögliche Angriffsmethode. Thomas nahm das Angebot jedoch nicht an. Der Grund: Er arbeitete bereits mit anderen Experten an der Wiederherstellung und sei deshalb nicht frei gewesen, mit einem neuen Anbieter zu verhandeln.

Erfolgreicher verlief ein Fall mit 43,6 Bitcoin, bei dem das Passwort mit einer älteren Version des Passwortmanagers Roboform erzeugt worden war. Wegen Schwächen bei den Zufallswerten konnten Experten es rekonstruieren.

Schwieriger ist die Lage, wenn nicht nur das Passwort fehlt, sondern auch der Datenträger verschwunden ist. Genau das ist beim Briten James Howells der Fall, der seit Jahren nach einer Festplatte mit Zugang zu rund 8.000 Bitcoin sucht. Sie soll versehentlich entsorgt worden sein und auf einer Deponie in Newport liegen. Dort durfte Howells aber nicht suchen: Ein Gericht lehnte seinen Antrag im März 2025 erneut ab. Bei einem Kurs von rund 80.000 US-Dollar je Bitcoin ginge es um etwa 640 Millionen US-Dollar.

Bitcoin-Wert stark gestiegen

Auch in dem aktuellen Fall geht es finanziell um einen erheblichen Betrag. Die 5 Bitcoins soll Nutzer cprkrn ursprünglich für etwa 250 US-Dollar gekauft haben, heute liegt ihr Wert bei rund 400.000 US-Dollar. Für ihn ist der wiederhergestellte Zugang damit zu einem beträchtlichen Polster geworden. Entsprechend groß fiel seine Freude aus: Seinen Dank an Anthropic und Dario Amodei verband er scherzhaft mit der Ankündigung, sein erstes Kind nach dem CEO benennen zu wollen.


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