Bis zu 120 GBit/s: Thunderbolt 5 ist fertig

Gut ein Jahr nach der Ankündigung hat Intel die Entwicklung von Thunderbolt 5 abgeschlossen. Damit steigt erstmals seit 2015 die Datenrate, Thunderbolt 4 blieb bei den bereits mit dem Vorgänger erreichten 40 GBit/s .
Technisch handelt es sich bei Thunderbolt 5 um USB 4 Version 2.0 , verwendet wird weiterhin der USB-C-Stecker. Allerdings ist bei Thunderbolt 5 der maximale Funktionsumfang verpflichtend. Während bei USB 4 nicht direkt erkennbar ist, ob eine Schnittstelle 20, 40 oder 80 GBit/s (bidirektional) unterstützt, macht das Thunderbolt-Logo klar: Hier gibt es die maximale Datenrate, auch Power Delivery mit mindestens 140 W ist vorgeschrieben.
Natürlich wird auch der asymmetrische Modus unterstützt, der zur Anbindung von Bildschirmen über den Displayport-Alt-Mode gedacht ist: Hier werden drei der vier Verbindungen zur Übertragung vom Computer zu externen Geräten verwendet. Intel nennt das "Bandwidth Boost" . Dank der höheren Datenrate und Unterstützung für Displayport 2.1 können auch 8k-Bildschirme oder besonders schnelle Varianten mit bis zu 540 Hz angeschlossen werden.
Alternativ lassen sich vier PCIe-4.0-Lanes tunneln , um mit 64 GBit/s externe Hardware anzubinden. Hier greift auch die I/O-Virtualisierung VT-d. Entsprechend bewirbt Intel Thunderbolt 5 hauptsächlich für Zielgruppen, die hochauflösende Monitore, schnelle externe SSDs oder externe Grafikkarten nutzen: In der Pressekonferenz zur Schnittstelle standen Gamer und Content Creator im Fokus.



Eigene Controller, Marktstart 2024
Intel hat unter dem Namen Barlow Ridge eine Reihe von Thunderbolt-5-Controllern entwickelt. Prototypen eines Laptops und einer Docking Station zeigte Intel bereits, konkrete Spezifikationen wurden in der Pressekonferenz noch nicht genannt. Entwicklern sollen noch 2023 die technischen Dokumente zur Verfügung gestellt werden.
Die ersten Geräte mit Thunderbolt 5 erwartet Intel 2024 und damit mehr oder weniger zeitgleich zu USB 4 2.0. Ob sich Thunderbolt 5 daneben etablieren kann, bleibt allerdings abzuwarten - einen Vorteil abseits der leicht erkennbaren, garantierten Maximalleistung gibt es schließlich nicht mehr.



