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Bis 2030: VW plant Abbau von 50.000 Stellen in Deutschland

Der VW-Konzern hat wegen Porsche und Trump seinen Gewinn halbiert. Allein die Softwaretochter Cariad machte 2,2 Milliarden Euro Verlust.
/ Friedhelm Greis
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Produktion eines selbstfahrenden ID.Buzz im VW-Werk Hannover (Bild: Fabian Bimmer/Reuters)
Produktion eines selbstfahrenden ID.Buzz im VW-Werk Hannover Bild: Fabian Bimmer/Reuters

Der Autohersteller Volkswagen plant einen deutlich höheren Stellenabbau als bislang bekannt. "In Summe sollen im Volkswagen-Konzern bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland wegfallen", schrieb der Vorstandsvorsitzende Oliver Blume in einem Brief an die Aktionäre(öffnet im neuen Fenster). Im Herbst 2024 hatte das Management mit dem Betriebsrat den Abbau von 35.000 Stellen bis 2030 vereinbart.

Dem aktuellen Geschäftsbericht(öffnet im neuen Fenster) zufolge arbeiteten für die Kernmarke Volkswagen zum Jahresende 101.000 Mitarbeiter in Deutschland, für den gesamten Konzern, zu dem auch die Marken Porsche und Audi gehören, waren es 260.300 Mitarbeiter. In den Jahren 2024 und 2025 seien bereits 15.000 Stellen weggefallen.

Dem Geschäftsbericht zufolge sank 2025 der operative Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 53 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro. Dabei blieben der Umsatz mit knapp 322 Milliarden Euro und der Absatz von neun Millionen Fahrzeugen stabil.

Die Neuausrichtung von Porsche und die Minderung des Firmenwertes trugen zu einem Sondereffekt in Höhe von 4,7 Milliarden Euro bei. Die Auswirkungen der US-Zölle werden mit 2,9 Milliarden Euro beziffert. Die Ausgleichszahlungen für CO2-Emission summierten sich 2025 auf 500 Millionen Euro, wobei im dritten Quartal sogar ein Plus von 100 Millionen Euro verbucht wurde.

Weiter hohe Verluste bei Cariad

Hohe Verluste laufen weiterhin bei der Softwaretochter Cariad auf. Der operative Verlust sank demnach im Vergleich zum Vorjahr nur leicht von 2,4 auf 2,2 Milliarden Euro. Die Umsatzerlöse seien jedoch auf 1,8 Milliarden Euro gestiegen, "vor allem durch erfolgreiche Software-Lieferungen an Konzernmarken".

Die Kooperation mit Rivian macht 'große Fortschritte'

Laut Blume gibt es "große Fortschritte" bei der Kooperation mit dem US-Hersteller Rivian. Das Gemeinschaftsunternehmen soll eine neue Softwarearchitektur entwickeln. "Die ersten Erprobungsträger der Marken Volkswagen, Audi und Scout durchlaufen – rund ein Jahr nach Gründung des Joint-Ventures – im Frühjahr 2026 ihren ersten Wintertest", schrieb Blume. Zuletzt gab es jedoch Berichte, wonach in der Basisarchitektur von Rivian viele Funktionen fehlten, die in den Autos der verschiedenen VW-Marken längst üblich seien.

Bei der Firmentochter Powerco, die Batteriezellen im Werk Salzgitter produziert, konnten im Jahr 2025 noch keine Erlöse erzielt werden. VW beziffert den operativen Verlust für den Aufbau der Produktion mit 1,4 Milliarden Euro. Dem Geschäftsbericht zufolge stieg der Anteil der weltweit ausgelieferten vollelektrischen Autos im vergangenen Jahr von acht auf elf Prozent, in Europa sogar von 12 auf 19,1 Prozent.

E-Autos erstmals über Verbrennern

Blume erklärte dazu in dem Aktionärsbrief: "Weltweit sind unsere Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge um 32 Prozent gestiegen, in unserem Heimatmarkt Europa wuchs die Zahl der Verkäufe sogar um 66 Prozent. Mit einem Marktanteil von 27 Prozent in Europa stehen wir nicht nur an der Spitze des Wettbewerbs bei vollelektrischen Fahrzeugen, unser Anteil liegt sogar erstmals über dem im Geschäft mit Verbrennerfahrzeugen." Der Auftragseingang sei um 21 Prozent gestiegen.

Nach Angaben des Konzernchefs liegt VW beim Aufbau der US-amerikanischen Konzernmarke Scout "im Plan". Bei den geplanten Pick-ups und SUVs liege der Fokus auf der "hochflexiblen Range-Extender-Technologie".

Einen Zeitplan für den Hochlauf der Produktion nannte Blume nicht. Berichten zufolge soll der Produktionsstart erst 2028 und nicht schon 2027 erfolgen.


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