Abo
  • IT-Karriere:

Bioware: Guter Flug in Anthem

Bei allen Schwächen von Anthem: Das Flugverhalten hat Bioware erstklassig hinbekommen. Zwei der Entwickler haben einen kleinen Einblick in Animation und Gameplay gegeben - und verraten, was anstelle der luftigen Action in der Anfangsphase des Projekts geplant war.

Artikel veröffentlicht am ,
Daniel Nordlander und David Hoang von Bioware auf der GDC 2019
Daniel Nordlander und David Hoang von Bioware auf der GDC 2019 (Bild: Golem.de/Peter Steinlechner)

Ursprünglich sollte Anthem (Test auf Golem.de) ziemlich bodenständig werden. Statt flugfähiger Superhelden war eine Zeit lang nämlich geplant, dass die Spieler einfach besonders schnell laufen und etwa rasend schnell an Steilhängen hochkraxeln können, erzählt Senior Gamplay Designer Daniel Nordlander auf der GDC 2019. "Das hat sich aber nicht wirklich nach Superheld angefühlt, deswegen sind wir rasch auf die Sache mit dem Fliegen kommen."

Stellenmarkt
  1. Mey GmbH & Co. KG, Albstadt-Lautlingen
  2. BWI GmbH, Bonn

Auf der Entwicklertagung in San Francisco haben Nordlander und sein Kollege David Hoang - Senior Animator - über ein paar der Details des Flugs gesprochen. Wer übrigens meint, dass die beiden während der langjährigen Entwicklungsarbeit auch so etwas wie eine persönliche Beziehung aufgebaut haben müssten: Haben sie nicht - auf der GDC 2019 haben sich die beiden zum ersten Mal überhaupt getroffen, weil sie an unterschiedlichen Orten für Bioware arbeiten.

Einer der Nachteile von flugfähigen Spielern ist, dass sie den Einsatzort sofort ansteuern können - und auf dem Weg keine Kämpfe oder sonstigen Abenteuer erleben. Laut Nordlander ist das einer der Gründe dafür, dass die Flugrüstungen der Javelins relativ schnell überhitzen, so dass der Spieler landen und sie abkühlen muss. Das sei dann eine Möglichkeit, ihm immer wieder ein Scharmützel zu bieten.

Auch die Begrenzung der Flughöhe - die Bioware übrigens auf der gesamten Map händisch eingebaut hat - soll dafür sorgen, dass die Spieler nicht über jeden Berg sausen können, sondern eben auf anderen Bahnen zum Ziel gelangen. Mit der Steuerung und der Kamera hat sich das Team sehr lange beschäftigt, sagt Nordlander. Das nun gefundene Kontrollschema sei der dritte oder vierte Ansatz gewesen.

Die Steuerung sei aber nur ein kleiner Teil der Herausforderungen für Bioware gewesen. So habe man sich monatelang mit Details wie den kleinen Kamerabewegungen beschäftigt, die ganz vage andeuten, dass der Spieler beschleunigt. Schräges Detail: Wer einfach nach unten springt, kommt schneller am Boden an als ein Spieler, der mit Antrieb absichtlich senkrecht nach unten fliegt. Grund ist die jeweils andere Kameraperspektive - bei der Ansicht mit dem Antrieb könne es passieren, dass auf langsamen Systemen das Texturenstreaming nicht nachkomme.

Den Entwicklern ist wichtig gewesen, dass Spieler auch in einer Gruppe mit unterschiedlichen Javelins etwa gleich schnell seien, um dann gleichzeitig am jeweiligen Ziel ankommen zu können. Für Bioware habe sich der Ranger als Standard etabliert, die anderen Rüstungen seien 15 Prozent schneller oder langsamer - nur beim Colossos hätten sich die Designer dann doch für eine etwa 30 Prozent niedrige Höchstgeschwindigkeit entschieden, sagt Nordlander.

David Hoang hat sich vor allem um die Animationen der Javelins gekümmert - aber natürlich ist das eng mit dem Gameplay verknüpft. So sollten die Rüstungen nicht nur gut aussehen, sondern auch schnell und aus größerer Entfernung sollte erkennbar sein, um welchen Rüstungstyp es sich handelt und was der Spieler gerade macht.

Für so etwas sorgen teils Details, auf die ein normaler Gamer kaum achtet: So sind etwa die Winkel, in denen die Arme beim Flug von Rumpf abstehen, ein Anzeichen für die Geschwindigkeit. Außerdem hat jeder Javelin ein paar bestimmte Animationsphasen erhalten, etwa der Interceptor die schicken Rollen vorwärts. Damit das alles aus einem Guss ist, hat diese Animationen übrigens vollständig ein einzelner Mitarbeiter von Hoang in aufwendiger Handarbeit erstellt - ganz bodenständig eben.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,60€
  2. 4,99€
  3. 3,99€
  4. (-77%) 13,99€

Hotohori 20. Mär 2019

Und was hat einer aus dem Animations Team mit Loot etc. am Hut?


Folgen Sie uns
       


Red Magic 3 - Test

Das Red Magic 3 richtet sich an Gamer - dank der Topausstattung und eines Preises von nur 480 Euro ist das Smartphone aber generell lohnenswert.

Red Magic 3 - Test Video aufrufen
5G-Report: Nicht jedes Land braucht zur Frequenzvergabe Auktionen
5G-Report
Nicht jedes Land braucht zur Frequenzvergabe Auktionen

Die umstrittene Versteigerung von 5G-Frequenzen durch die Bundesnetzagentur ist zu Ende. Die Debatte darüber, wie Funkspektrum verteilt werden soll, geht weiter. Wir haben uns die Praxis in anderen Ländern angeschaut.
Ein Bericht von Stefan Krempl

  1. Testlabor-Leiter 5G bringt durch "mehr Antennen weniger Strahlung"
  2. Sindelfingen Mercedes und Telefónica Deutschland errichten 5G-Netz
  3. iPhone-Modem Apple will Intels deutsches 5G-Team übernehmen

WD Blue SN500 ausprobiert: Die flotte günstige Blaue
WD Blue SN500 ausprobiert
Die flotte günstige Blaue

Mit der WD Blue SN500 bietet Western Digital eine spannende NVMe-SSD an: Das M.2-Kärtchen basiert auf einem selbst entwickelten Controller und eigenem Flash-Speicher. Das Resultat ist ein schnelles, vor allem aber günstiges Modell als bessere Alternative zu Sata-SSDs.
Von Marc Sauter

  1. WD Black SN750 ausprobiert Direkt hinter Samsungs SSDs
  2. WD Black SN750 Leicht optimierte NVMe-SSD mit 2 TByte
  3. Ultrastar DC ME200 Western Digital baut PCIe-Arbeitsspeicher mit 4 TByte

Ada und Spark: Mehr Sicherheit durch bessere Programmiersprachen
Ada und Spark
Mehr Sicherheit durch bessere Programmiersprachen

Viele Sicherheitslücken in Software sind auf Programmierfehler zurückzuführen. Diese Fehler lassen sich aber vermeiden - und zwar unter anderem durch die Wahl einer guten Programmiersprache. Ada und Spark gehören dazu, leider sind sie immer noch wenig bekannt.
Von Johannes Kanig

  1. Das andere How-to Deutsch lernen für Programmierer
  2. Programmiersprachen, Pakete, IDEs So steigen Entwickler in Machine Learning ein
  3. Software-Entwickler Welche Programmiersprache soll ich lernen?

    •  /