Bioware: Diskussionen über Entstehungsgeschichte von Anthem

Hat Bioware bei der Produktion von Anthem kläglich versagt - oder wurde da nur ein kreativer Prozess halt mal mit einem nicht so richtig tollen Ergebnis beendet? Darüber streiten sich ein US-Journalist, das Entwicklerstudio selbst und die Community.

Artikel veröffentlicht am ,
Artwork von Anthem
Artwork von Anthem (Bild: Bioware)

Eine auf Kotaku veröffentlichte Reportage des Journalisten Jason Schreier über die Entwicklung von Anthem zieht eine Debatte nach sich - über die Spielebranche, aber letztlich auch über Spielejournalismus. Schreier hat mit ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern von Bioware gesprochen und viele eher anekdotische, aber auch allgemeingültige Informationen über die Produktion des Actionspiels aufgeschrieben.

Stellenmarkt
  1. Systemadministrator Linux (m/w/d)
    e.solutions GmbH, Ingolstadt
  2. SharePoint System Engineering Consultant (w/m/d)
    HanseVision GmbH, Bielefeld, Hamburg, Karlsruhe, Neckarsulm
Detailsuche

Unter anderem berichtet Schreier von Problemen mit der Positionierung des Spiels, etwa bei der Abgrenzung gegenüber dem Hauptkonkurrenten Destiny, sowie von Schwierigkeiten mit der Frostbite-Engine - was wohl mit zu den langen Ladezeiten teils mitten in Missionen geführt hat, wie sie auch Golem.de im Test von Anthem kritisiert hatte.

Ein weiteres Problem sei gewesen, dass Publisher Electronic Arts das Spiel unbedingt vor dem Ende eines Geschäftsquartals veröffentlichen wollte, obwohl der Zeitpunkt zu früh gewesen sei. Außerdem schreibt Schreier vom großen Druck auf Mitarbeiter, von schlechter interner Kommunikation und vielen Überstunden, was zu psychologischen Belastungen und teils langen krankheitsbedingten Ausfällen geführt habe.

Bioware hat sehr schnell auf den Artikel reagiert - so schnell, dass die Firma den gesamten Text unmöglich gelesen haben kann, was ihr Vorwürfe aus der Community eingebracht hat. In dem per Blog veröffentlichten Statement bestätigt die Firma einige der Probleme: "Wir hören die Kritik, die von Mitarbeitern in dem Beitrag geäußert wurde, und wir nehmen sie ebenso wie die Rückmeldungen, die wir in unseren internen Mitarbeiterumfragen erhalten, zur Kenntnis."

Golem Akademie
  1. Jira für Anwender: virtueller Ein-Tages-Workshop
    4. Februar 2022, virtuell
  2. PowerShell Praxisworkshop: virtueller Vier-Tage-Workshop
    17.–20. Januar 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Bioware stellt allerdings die Frage, ob Artikel wie der von Schreier "die Branche und das Entwicklerhandwerk verbessern". Der Journalist wiederum schreibt auf Twitter, dass Berichte wie seiner dabei helfen könnten, die Arbeitsbedingungen in der Spielebrache zu verbessern. Er habe viele Zuschriften von Entwicklern aus anderen Studios bekommen, in denen die gleichen Zustände wie bei Bioware herrschten.

Bioware-Chef Casey Hudson schreibt in einem internen Brief an die Belegschaft, der Schreier und Kotaku zugespielt wurde, unter anderem, dass er vor allem nicht damit einverstanden sei, dass in dem Report führende Entwickler namentlich genannt wurden - für die Betroffenen könne das "traumatisch" sein. Gleichzeitig kündigt Hudson an, die Arbeitsbedingungen gemeinsam mit der Belegschaft verbessern zu wollen; das Studio arbeitet derzeit an der Optimierung von Anthem sowie an Dragon Age 4.

Seit Jahrzehnten gab es immer wieder Spiele, die in einem zu frühen Stadium veröffentlicht wurden - obwohl die Entwickler viele Überstunden geleistet haben. Auch Probleme mit der Positionierung und der Ausgestaltung von Gameplay und Handlung sind eher der Normalfall als die Ausnahme. Im Interview mit Golem.de hat etwa Cory Barlog, der Chefentwickler von God of War, von internen Streits über die Ausrichtung des Projekts berichtet, was durchaus an den Artikel über Anthem erinnert.

God of War hat trotz (oder wegen) der offenbar teils hitzig geführten Diskussionen viele "Spiel des Jahres"-Auszeichnungen bekommen. Warum der kreative Prozess in dem einen Fall zu einem überzeugenden Endprodukt führt und im anderen nicht, ist schwierig zu sagen - andernfalls gäbe es weniger misslungene Bücher, Filme und Games.

In Foren wie Reddit hat der Artikel Diskussionen ausgelöst. Die meisten Spieler dort schließen sich dem Ärger über das Management bei Bioware an. Viele schreiben aber auch, dass Bioware nicht das einzige Spielestudio mit Problemen sei: "Natürlich ist das nicht zu verteidigen, aber jeder, der den ganzen Tag auf dem Arsch sitzt und Däumchen dreht, weil jemand den neuesten Build vergeigt hat, weiß, dass so was weitaus häufiger vorkommt, als man denkt", schreibt einer der Kommentatoren über seinen Alltag.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Katharina... 05. Apr 2019

Nein, Angestellte kann man austauschen.

Katharina... 05. Apr 2019

LMAO ja okay ich geb dir Recht, The Division ist sooo gut, Abwechslungsreich und vor...

|=H 05. Apr 2019

Das Rettungsteam von DICE war so teuer - weil sonst keiner mit der Engine umgehen kann ;)

Shoopi 05. Apr 2019

Das Blizzard für solch lächerliche Features Jahrhunderte braucht ist absolut...

Anonymer Nutzer 04. Apr 2019

dann war der ernst mal wieder nicht da ...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Spielebranche
Microsoft will Activision Blizzard übernehmen

Diablo und Call of Duty gehören bald zu Microsoft: Der Softwarekonzern will Activision Blizzard für rund 70 Milliarden US-Dollar kaufen.

Spielebranche: Microsoft will Activision Blizzard übernehmen
Artikel
  1. Bundesservice Telekommunikation: Die dubiose Adresse in Berlin-Treptow
    Bundesservice Telekommunikation  
    Die dubiose Adresse in Berlin-Treptow

    Angeblich hat das Innenministerium nichts mit dem Bundesservice Telekommunikation zu tun. Doch beide teilen sich offenbar ein Bürogebäude.
    Ein Bericht von Friedhelm Greis

  2. Cloud-Orchestrierung mit Kubernetes, Openshift und Ansible
     
    Cloud-Orchestrierung mit Kubernetes, Openshift und Ansible

    Kaum ein Unternehmen kommt künftig ohne Cloud aus. In drei Online-Kursen der Golem Akademie erfahren Teilnehmende die Grundlagen klassischer Cloud-Themen.
    Sponsored Post von Golem Akademie

  3. Reddit: IT-Arbeiter automatisiert seinen Job angeblich vollständig
    Reddit
    IT-Arbeiter automatisiert seinen Job angeblich vollständig

    Ein anonymer IT-Spezialist will unbemerkt seinen Job vollständig automatisiert haben. Dem Arbeitgeber sei dies seit einem Jahr nicht aufgefallen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 Digital inkl. 2. Dualsense bestellbar • RTX 3080 12GB bei Mindfactory 1.699€ • Samsung Gaming-Monitore (u.a. G5 32" WQHD 144Hz Curved 299€) • MindStar (u.a. GTX 1660 6GB 499€) • Sony Fernseher & Kopfhörer • Samsung Galaxy A52 128GB 299€ • CyberGhost VPN 1,89€/Monat [Werbung]
    •  /