Abo
  • Services:

Bioprinting: Knorpel aus dem 3D-Drucker

Eine elektrische Spinnmaschine und ein Tintenstrahldrucker sind modifiziert und zu einem 3D-Drucker kombiniert worden, mit dem sich Knorpelgewebe künstlich herstellen lässt. Damit wollen US-Forscher künftig beschädigte Knorpel nachbauen und den Verletzten implantieren.

Artikel veröffentlicht am ,
Kaninchen: Knorpelzellen aus einem Kaninchenohr und Polymerfäden
Kaninchen: Knorpelzellen aus einem Kaninchenohr und Polymerfäden (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

US-Wissenschaftler haben ein Verfahren entwickelt, um Knorpel mit dem 3D-Drucker herzustellen. Damit soll es möglich sein, individuell angepasstes Knorpelgewebe für Patienten aufzubauen.

Stellenmarkt
  1. brandung GmbH & Co. KG, Köln-Ehrenfeld
  2. Hartmann-exact KG, Schorndorf

Das künstliche Gewebe besteht aus einem Polymer sowie aus Knorpelzellen aus dem Ohr eines Kaninchens. Die Forscher vom Wake Forest Institute for Regenerative Medicine in Winston-Salem im US-Bundesstaat North Carolina haben einen eigenen 3D-Drucker dafür konstruiert: Dieser setzt sich zusammen aus einem herkömmlichen Tintenstrahldrucker und einer Spinnmaschine, die mit Hilfe elektrischen Stroms aus der Polymerlösung feine Fäden erzeugt.

Fünf Lagen

Der Drucker erzeugt abwechselnd Lagen aus Polycaprolacton und den Knorpelzellen, die sich in einem Fibrin-Kollagen-Hydrogel befinden. So entsteht ein 1 Millimeter dickes Gewebe aus fünf Schichten.

Bisher habe künstlich hergestelltes Gewebe nicht die nötige Stabilität gehabt, um daraus lasttragende Teile wie etwa Knorpel aufzubauen, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Biofabrication. Zudem fehle diesem Gewebe die nötige Flexibilität. Der von ihnen produzierte Knorpel hingegen sei stabiler als der bisher künstlich hergestellte, berichten die Forscher.

Maßanfertigung

Den gedruckten Knorpel haben die Wissenschaftler Mäusen eingesetzt. Nach acht Wochen hatte er die Eigenschaften von echtem Knorpel ausgebildet. Die Forscher glauben deshalb, dass künftig Maßanfertigungen von Knorpeln für Patienten erschaffen werden können, die Verletzungen erlitten haben.

"Diese Studie ist der Nachweis der Machbarkeit und zeigt, dass es möglich ist, durch die Kombination von Materialien und Fertigungsmethoden haltbare und implantierbare Konstruktionen herzustellen", sagte James Woo, einer der Autoren der Studie, der BBC.

Ohr aus dem 3D-Drucker

Woo beschäftigt sich schon seit einiger Zeit mit Bioprinting. Im vergangenen Jahr hat er auf der Jahreskonferenz der wissenschaftlichen Gesellschaft der USA, der American Association for the Advancement of Science (AAAS), ein System vorgestellt, mit dem sich Haut auf Brandwunden drucken lässt. Auf der gleichen Konferenz präsentierte Hod Lipson von der Cornell-Universität in Ithaca im US-Bundesstaat New York eine Modifikation des vom ihm mitentwickelten Open-Source-3D-Druckers Fab@Home: Das Gerät verarbeitet biologische Materialien und soll künftig Implantate aufbauen. Zur Demonstration druckte Lipson ein Ohr - allerdings aus Silikon.

Eine skurrile Variante des Bioprintings entwickelt das US-Unternehmen Modern Meadow: Es will Steaks, Schnitzel sowie diverse Lederprodukte aus einer Biotinte per 3D-Drucker herstellen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 199€ (Vergleichspreis 265,99€)
  2. 269€ (Vergleichspreis 319€)HP Pavilion 32
  3. 3,82€

sofias 26. Nov 2012

wenn biotechnologie zwangsweise teuer währe, hätte die evolution ein bisschen anders...

Dikus 26. Nov 2012

auf der anderen Seite sind bei Patienten die "Knorpelschwund" als Befund haben, ja evtl...

endmaster 25. Nov 2012

Ich glaub das ist der Durchbruch im Kampf gegen die Wilderei.

nudel 24. Nov 2012

schon mal mit einem firmware-update versucht? und benutzt du original knorpel oder...

niw8 24. Nov 2012

Voll süß ^^


Folgen Sie uns
       


Cryorig Taku - Test

Das Cryorig Taku ist ein ungewöhnliches Desktop-Gehäuse, bei dem die Montage leider fummelig ausfällt.

Cryorig Taku - Test Video aufrufen
Thermalright ARO-M14 ausprobiert: Der den Ryzen kühlt
Thermalright ARO-M14 ausprobiert
Der den Ryzen kühlt

Mit dem ARO-M14 bringt Thermalright eine Ryzen-Version des populären HR-02 Macho Rev B. Der in zwei Farben erhältliche CPU-Kühler leistet viel und ist leise, zudem hat Thermalright die Montage etwas verbessert.
Ein Hands on von Marc Sauter


    Patscherkofel: Gondelbahn mit Sicherheitslücken
    Patscherkofel
    Gondelbahn mit Sicherheitslücken

    Die Steuerungsanlage der neuen Gondelbahn am Innsbrucker Patscherkofel ist ohne Sicherheitsmaßnahmen im Netz zu finden gewesen. Ein Angreifer hätte die Bahn aus der Ferne übernehmen können - trotzdem beschwichtigt der Hersteller.
    Von Hauke Gierow

    1. Hamburg Sensoren melden freie Parkplätze
    2. Edge Computing Randerscheinung mit zentraler Bedeutung
    3. Software AG Cumulocity IoT bringt das Internet der Dinge für Einsteiger

    Grenzenloser Datenzugriff: Was der Cloud-Act für EU-Bürger bedeutet
    Grenzenloser Datenzugriff
    Was der Cloud-Act für EU-Bürger bedeutet

    Neue Gesetze in den USA und der EU könnten den Weg für einen ungehinderten und schnellen weltweiten Datenzugriff von Ermittlungsbehörden ebnen. Datenschützer und IT-Wirtschaft sehen die Pläne jedoch sehr kritisch.
    Ein Bericht von Friedhelm Greis

    1. Kontoeröffnung Kleinganoven, überforderte Hotlines und ein einfaches Konto
    2. Elektronische Beweise EU-Kommission fordert weltweiten Zugriff auf Daten
    3. Panera Bread Café-Kette exponiert Millionen Kundendaten im Netz

      •  /