Bionik: Darpa entwickelt Nervenschnittstellen

Die Darpa lässt Muskel- und Nervenschnittstellen für die Prothetik entwickeln. Statt über eine Gehirn-Computer-Schnittstelle (BCI) soll eine Prothese über die umliegenden Muskeln gesteuert werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Nervenschnittstelle Fine: Mehr Potential für Prothesen in naher Zukunft
Nervenschnittstelle Fine: Mehr Potential für Prothesen in naher Zukunft (Bild: Darpa)

Die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) arbeitet schon seit einigen Jahren an bionischen Prothesen, die über eine Gehirn-Computer-Schnittstelle (BCI) gesteuert werden - über Elektroden, die in das Bewegungszentrum des Gehirns implantiert werden. Das Projekt Reliable Neural-Interface Technology (etwa: zuverlässige Technik für Nervenschnittstellen, Re-Net) verfolgt einen anderen Ansatz: Statt mit Signalen aus dem Gehirn sollen die Prothesen mit solchen aus Muskeln oder Nerven gesteuert werden.

Stellenmarkt
  1. Leitung IT (m/w/d)
    Hass + Hatje GmbH, Rellinen
  2. IT-Application-Consultant/ER- P-Systembetreuer (m/w/d)
    HEINE Optotechnik GmbH & Co. KG, Gilching
Detailsuche

Targeted Muscle Re-Innervation (gezielte Muskel-Wiederinnervation, TMR) heißt eine der Schnittstellen, die im Rahmen von Re-Net entstanden sind. Entwickelt wurde sie von Forschern am Rehabilitation Institute of Chicago (RIC). Dabei werden Signale von Nerven, die bei der Amputation eines Arms oder Beins gekappt wurden, umgeleitet. Die Prothese kann über vorhandene Muskeln gesteuert werden.

Prothesen mit TMR

Das Team aus Chicago hat eine Armprothese für einen Veteranen konstruiert, der im Irak seinen rechten Arm verloren hat. Im vergangenen Jahr war ein Mann, dem nach einem Motorradunfall sein rechtes Bein amputiert wurde, mit einer Beinprothese die Treppen eines 103 Stockwerke hohen Gebäudes in Chicago hinaufgestiegen. Die TMR-gesteuerte Prothese war ebenfalls am RIC konstruiert worden.

Forscher an der Case Western Reserve University in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio haben eine Schnittstelle für Gefühl entwickelt. Sie setzen dem Amputierten eine Elektrode ein, die als Schnittstelle zu den Nerven dient, eine Flat Interface Nerve Electrode (Fine). Die Elektrode verbindet Nerven mit Sensoren in der Prothese. Der Nutzer erhält so ein Gefühl für die Finger seiner Prothese.

Fühlen mit Fine

Golem Karrierewelt
  1. DP-203 Data Engineering on Microsoft Azure virtueller Vier-Tage-Workshop
    12.-15.09.2022, virtuell
  2. Blender Grundkurs: virtueller Drei-Tage-Workshop
    07.-09.06.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Vorteil sei, dass der Nutzer eine Rückkopplung bekomme, wenn er etwas greife, erklärt die Darpa. Die meisten heute existierenden Prothesen könne der Amputierte nur auf Sicht kontrollieren. Das mache Handlungen, bei denen er nicht auf Sicht agieren könne, etwa in einer Tasche zu kramen, schwierig. Fine erleichtere das.

  • TMR: Muskelsignale werden abgenommen, um eine Prothese zu steuern (Bild: Darpa)
  • Fine: Eine Elektrode übermittelt sensorische Daten an Nervenzellen. Der Prothesenträger spürt, wenn er etwas greift. (Bild: Darpa)
TMR: Muskelsignale werden abgenommen, um eine Prothese zu steuern (Bild: Darpa)

Die Re-Net-Schnittstellen näherten sich der Leistungsfähigkeit der BCIs, mit denen heute schon Prothesen mit vielen Freiheitsgraden gesteuert werden können, erklärt Projektleiter Jack Judy. Allerdings seien die Re-Net-Schnittstellen einfacher und weniger riskant zu implantieren. Er glaubt deshalb, dass sie in der Prothetik für die nahe Zukunft mehr Potential haben als die Gehirnimplantate, an deren Langzeitbrauchbarkeit die Forscher noch arbeiten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
City M 2.0
Strøm baut minimalistisches Pendler-E-Bike

Das Strøm City M 2.0 ist ein E-Bike, das wegen seiner schlichten Linienführung auffällt und über Indiegogo für 1.095 Euro angeboten wird.

City M 2.0: Strøm baut minimalistisches Pendler-E-Bike
Artikel
  1. Cambridge Analytica: US-Staatsanwalt klagt gegen Mark Zuckerberg
    Cambridge Analytica
    US-Staatsanwalt klagt gegen Mark Zuckerberg

    Für die US-Staatsanwaltschaft ist klar, dass Mark Zuckerberg für den Datenschutzskandal bei Facebook rund um Cambridge Analytica verantwortlich ist.

  2. Satellitenkommunikation: Bundeswehr soll Starlink testen
    Satellitenkommunikation
    Bundeswehr soll Starlink testen

    Das deutsche Heer soll Produkte für private Satellitenkommunikation testen. Das Verteidigungsministerium nennt in diesem Zusammenhang Starlink von SpaceX.
    Eine Exklusivmeldung von Lennart Mühlenmeier

  3. Macht mich einfach wahnsinnig: Kelber beklagt digitale Inkompetenz von VW
    "Macht mich einfach wahnsinnig"
    Kelber beklagt digitale Inkompetenz von VW

    Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber hat vor einem Jahr ein Elektroauto bei VW bestellt. Und seitdem nichts mehr davon gehört.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • LG OLED TV 77" 56% günstiger: 1.099€ • Cyber Week: Alle Deals freigeschaltet • Xbox Series X bestellbar • Samsung schenkt 19% MwSt. • MindStar (u. a. AMD Ryzen 9 5950X 488€) • Bis zu 35% auf MSI • Alternate (u. a. AKRacing Core EX SE Gaming-Stuhl 169€) [Werbung]
    •  /