Bionic Finwave: Festos Fischroboter schwimmt durch Rohre

Wie ein Fisch im Wasser schwimmt der von Festo entwickelte Roboter Bionic Finwave durch ein mit Wasser gefülltes Rohrsystem auf der Hannover Messe. Er könnte künftig Wasserrohre inspizieren.

Artikel veröffentlicht am ,
Schwimmroboter Bionic Finwave (auf der Hannover Messe 2019): Durchgehende undulierende Wellenbewegung erzeugt Vortrieb.
Schwimmroboter Bionic Finwave (auf der Hannover Messe 2019): Durchgehende undulierende Wellenbewegung erzeugt Vortrieb. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Wieder ein tierischer Roboter für Hannover: Wie in den vergangenen Jahren stellt das Esslinger Unternehmen Festo auch 2019 auf der Hannover Messe wieder einen Roboter vor, der einem Tier nachempfunden ist. Der Bionic Finwave ist ein Unterwasserroboter, der autonom in einem mit Wasser gefüllten Rohrsystem herumschwimmt (Halle 15, Stand D11). Eine mögliche Anwendung dafür könnte die Inspektion von Rohrsystemen sein.

Stellenmarkt
  1. IT Senior Compliance Analyst (m/w/d)
    DLR Gesellschaft für Raumfahrtanwendungen (GfR) mbH, Oberpfaffenhofen
  2. Business Analyst / Buchhalter mit IT-Affinität (m/w/d)
    Allianz Lebensversicherungs-AG, München, Stuttgart
Detailsuche

"Er hat einen besonderen Flossenantrieb. Diese Silikonflossen an der Seite erzeugen kontinuierlich eine durchgehende undulierende Wellenbewegung, was Vortrieb bringt", sagt Karoline von Häfen, Leiterin des Corporate Bionic Projects bei Festo, im Gespräch mit Golem.de. Solche Bewegungsmuster finden sich etwa bei Meeresstrudelwürmern oder Sepien.

Nachgebildet haben die Entwickler dieses Bewegungsmuster mit zwei Seitenflossen. Die Wellenbewegungen einer Flosse erzeugen neun Hebelarme. Sie werden von einem Servomotor angetrieben, die Kraftübertragung auf die Hebel erfolgt über eine Kurbelwelle.

Die Silikonflossen sind gegossen, die übrigen Komponenten des Körpers wurden im 3D-Drucker aufgebaut, die Kurbelwellen inklusive der Gelenke und des Pleuels in einem Stück. Die Komponenten sind zum Teil hohl, die Hohlräume dienen als Auftriebskörper. Außerdem ist darin die Steuerung wasserdicht untergebracht.

Golem Karrierewelt
  1. AZ-500 Microsoft Azure Security Technologies (AZ-500T00): virtueller Vier-Tage-Workshop
    28.11.-01.12.2022, virtuell
  2. ITIL 4® Foundation: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    10./11.10.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Die beiden Flossen lassen sich individuell ansteuern, und jede kann ein eigenes Wellenmuster erzeugen. Der Fisch kann so vorwärts ebenso wie rückwärts schwimmen. Dieser Antrieb ermöglicht laut Festo eine präzise Fortbewegung, vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten. Zudem soll er das Wasser weniger aufwirbeln als ein Schraubenantrieb.

  • Ein Fisch auf dem Trockenen: der Bionic Finwave von Festo auf der Hannover Messe 2019 (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Roboter könnte beispielsweise Rohrsysteme erkunden oder inspizieren. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Wellenbewegungen seiner beiden Flossen erzeugen den Vortrieb. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Antrieb, der zum Teil aus dem 3D-Drucker kommt, ermöglicht eine sehr präzise Steuerung. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Ein Fisch auf dem Trockenen: der Bionic Finwave von Festo auf der Hannover Messe 2019 (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Festo hat ein Rohrsystem aufgebaut, in dem der Fischroboter umherschwimmt. Darin orientiere er sich mit Ultraschall- und Drucksensoren, sagt von Häfen. "Diese messen die Abstände zu den Wänden und die Tiefenposition im Wasser und vermeiden so Kollisionen."

Die Drucksensoren sorgen dafür, dass er sich möglichst in der Mitte des Rohres hält. Mit Hilfe der Ultraschallsensoren, die ein Schallsignal aussenden und ein reflektiertes Signal auffangen, erkennt er, wo das Rohr zu Ende ist und wo sich eine Öffnung befindet, in die er abbiegen kann.

Der Bionic Fin Wave ist im Rahmen des Bionic Learning Networks entstanden. Ziel ist, Verfahren oder Mechanismen aus der Natur für technische Systeme nachzubilden. Festo stellt jedes Jahr auf der Hannover Messe ein solches System vor. Im vergangenen Jahr etwa war es ein Roboter, der laufen, aber sich für eine schnelle Fortbewegung zum Rad formen und davonrollen kann. Vorbild war eine Wüstenspinne aus der Sahara.

Viele der bionischen System beschäftigen sich mit dem Thema Greifen wie ein pneumatisch betriebener Roboterarm nach dem Vorbild eines Elefantenrüssels oder ein Greifer, der sich wie der Tentakel eines Oktopus um ein Objekt wickelt und es ansaugt. Den 2015 vorgestellten Flex Shape Gripper bietet Festo inzwischen als Produkt an.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Elektroauto
Hyundai Ioniq 6 soll 614 km pro Ladung fahren

Beim Ioniq 6 zeigt sich wieder einmal, dass ein niedriger Luftwiderstandsbeiwert essentiell ist.

Elektroauto: Hyundai Ioniq 6 soll 614 km pro Ladung fahren
Artikel
  1. GF Technology Summit: High-Tech abseits von Nanometern
    GF Technology Summit
    High-Tech abseits von Nanometern

    Der kleinste Transistor ist nicht alles: Globalfoundries zeigt in Dresden, was vermeintlich alte Technik kann.
    Ein Bericht von Johannes Hiltscher

  2. ALDI SÜD IT und der digitale Wandel im Handel
     
    ALDI SÜD IT und der digitale Wandel im Handel

    Modernste IT ist heutzutage auch im Handel allgegenwärtig. Nur wer diese Potenziale erkennt, kann langfristig wachsen und seinen Kund*innen ein einzigartiges Erlebnis bescheren. ALDI SÜD geht mit gutem Beispiel voran.
    Sponsored Post von Aldi Süd

  3. Retro: Programmierer entwickelt Betriebssystem für den NES
    Retro
    Programmierer entwickelt Betriebssystem für den NES

    NESOS ist 48 KByte groß und bietet Nutzern die Möglichkeit, auf Nintendos NES Textdateien zu schreiben und speichern zu können.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (Gigabyte RTX 3090 Ti 1.099€, RTX 3070 539€) • Alternate (Team Group DDR4/DDR5-RAM u. SSD) • Günstig wie nie: MSI Curved 27" WQHD 165Hz 289€, Philips LED TV 55" Ambilight 549€, Inno3D RTX 3090 Ti 1.199€ • 3 Spiele für 49€ [Werbung]
    •  /