Biomimetik: Drohne landet kontrolliert an senkrechter Wand

Elegant bremst der Vogel ab und landet an einer Wand. So elegant wie das natürliche Vorbild ist die Drohne S-Mad nicht, aber auch sie kann sich im Flug vor der Wand aufrichten und dann an ihr festkrallen.

Artikel veröffentlicht am ,
Drohne S-Mad für Langzeiteinsätze wie die Inspektion von Bauwerken
Drohne S-Mad für Langzeiteinsätze wie die Inspektion von Bauwerken (Bild: Université de Sherbrooke/Sceenshot: Golem.de)

Der Anblick ist schon etwas merkwürdig: Ein unbemanntes Flugzeug prallt gegen eine Wand - und bleibt daran hängen. Dann lässt es sich fallen und fliegt wieder davon.

Stellenmarkt
  1. IT Systemadministrator - Kommunikationssysteme (gn)
    ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, Fürstenfeldbruck
  2. IT-Projekt- und Portfolio-Manager (m/w/d)
    Speira GmbH, Grevenbroich
Detailsuche

Sherbrooke's Multimodal Autonomous Drone (S-Mad) heißt das Fluggerät, das Wissenschaftler der Universität von Sherbrooke in der kanadischen Provinz Quebec entwickelt haben. Vorbild waren Vögel, die aus dem Flug abbremsen und sich dann langsam dem Platz nähern, auf dem sie sich niederlassen.

Der Propeller wird zum Rotor

Diesen Mechanismus wollten die Forscher nachahmen. Zunächst fliegt S-Mad auf eine Wand zu. Das unbemannte Fluggerät (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) hat einen Sensor, der die Entfernung zur Wand erfasst. Wenn das Flugzeug der Wand nahe genug ist, zieht es die Nase noch, bis es fast senkrecht steht. Der Propeller arbeitet jetzt wie ein Rotor, durch die leichte Neigung bewegt sich das Flugzeug weiter in Richtung Wand.

Wichtig ist, den Aufprall auf die Wand abzufangen, damit das UAV nicht wieder wegspringt. Dafür sorgt eine Federungssystem. Mit speziellen Klauen, sogenannten Microspines, hält sich das Fluggerät dann an der rauen Oberfläche fest.

S-Mad soll klettern lernen

In Versuchen im Labor und auch draußen hat das schon ganz gut geklappt. Allerdings funktioniert das nicht immer zuverlässig. Als nächstes wollen die Forscher sich deshalb mit den Fehlversuchen beschäftigen: Sie wollen Möglichkeiten entwickeln, wie S-Mad einen Landanflug abbricht oder wie es sich fängt, wenn die Microspines nicht richtig greifen. Außerdem soll das UAV, angetrieben von seinem Propeller, an der Wand hochklettern.

Verfahren, wie sich Drohnen an Wänden festkrallen, gibt es schon einige. Bisher haben sich die Entwickler aber eher auf Copter konzentriert. Vorteil eines Flugzeugs mit Tragflächen ist, dass es im Flug weniger Energie verbraucht als ein Copter.

Die Drohne pausiert an der Wand

Gedacht ist das Landemanöver an der Wand für Einsätze, in denen Drohnen über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder mal fliegen müssen. Das UAV könnte sich dann zwischen den Flügen an eine Wand hängen. Das könnte etwa bei der Inspektion von Bauwerken sein oder in Katastrophengebieten.

Die Forscher haben ihre Arbeit kürzlich auf der Konferenz Living Machines vorgestellt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Der Fall Anne-Elisabeth Hagen
Lösegeldforderung per Bitcoin-Transaktion

Der Fall der verschwundenen norwegischen Millionärsgattin Anne-Elisabeth Hagen ist auch ein Krimi um Kryptowährungen und Anonymisierungsdienste.
Von Elke Wittich und Boris Mayer

Der Fall Anne-Elisabeth Hagen: Lösegeldforderung per Bitcoin-Transaktion
Artikel
  1. Beats Studio Buds: ANC-Hörstöpsel mit Airpods-Pro-Technik kosten 150 Euro
    Beats Studio Buds
    ANC-Hörstöpsel mit Airpods-Pro-Technik kosten 150 Euro

    Die Studio Buds von Beats bieten einige Funktionen der Airpods Pro, kosten aber weniger und unterstützen Android.

  2. Mobiles Betriebssystem: iOS 15 reserviert einige Funktionen für neue iPhones
    Mobiles Betriebssystem
    iOS 15 reserviert einige Funktionen für neue iPhones

    iOS 15 unterstützt zwar noch sechs Jahre alte iPhones, doch erst ab dem iPhone XS kommen Nutzer in den Genuss aller neuen Funktionen.

  3. Laden automatisiert: Tesla-Besitzer baut Laderoboter für die Wallbox
    Laden automatisiert
    Tesla-Besitzer baut Laderoboter für die Wallbox

    Ein selbstgebauter Roboter steckt das Ladekabel automatisch in den Tesla, wenn das Elektroauto in der Garage steht.

Tigtor 19. Aug 2017

Danke, das meinte ich ja. Monetarisierung sollten hier nur eine Randnotiz sein. Primär...

Anonymer Nutzer 19. Aug 2017

Dachte mir auch so etwas. :-)


Folgen Sie uns
       


Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Amazon-Geräte günstiger • Elden Ring vorbestellbar ab 59,99€ • Dualsense 59,99€ • Battlefield 2042 PC 53,99€ • XXL Sale bei Alternate • Sony Pulse 3D-Headset PS5 99,99€ • Bethesda E3 Promo bei GP [Werbung]
    •  /