Abo
  • Services:
Anzeige
So schützt sich Angela Merkel vor dem Diebstahl ihres Fingerabdrucks
So schützt sich Angela Merkel vor dem Diebstahl ihres Fingerabdrucks (Bild: Paul O'Driscoll/Getty Images)

Biometrie: Mit der Kamera Merkels Fingerabdruck hacken

So schützt sich Angela Merkel vor dem Diebstahl ihres Fingerabdrucks
So schützt sich Angela Merkel vor dem Diebstahl ihres Fingerabdrucks (Bild: Paul O'Driscoll/Getty Images)

Identitätsklau per Kamera: Fingerabdrücke von Politikern zu kopieren, ist kein Problem. Ein Foto der Hand genügt, wie zwei Sicherheitsforscher demonstrierten.

Anzeige

Ursula von der Leyen hat schöne Hände. Und sie nutzt sie geschickt, um ihre politischen Botschaften zu vermitteln. Wenn die Verteidigungsministerin spricht, unterstreicht sie ihre Worte oft mit raumgreifenden Gesten. Offene Handflächen, gespreizte Finger - ständig ist sie in Bewegung. Aus Sicht der politischen Kommunikation ist das klug, es wirkt tatkräftig und zupackend. Geht es jedoch um ihre persönliche Sicherheit, sollte die Ministerin lieber die Fäuste ballen. Denn sonst macht sie ihre Fingerabdrücke jedem zugänglich. Schon ein Foto ihrer offenen Hände reicht aus, um ihre Fingerabdrücke extrahieren und kopieren zu können. Das haben zwei Berliner Wissenschaftler demonstriert.

Jan Krissler und Tobias Fiebig erforschen an der Technischen Universität Berlin Sicherheitsverfahren. Sie sind Hacker und suchen nach Schwachstellen, um die Verfahren besser zu machen. Vor allem Krissler beschäftigt sich seit Jahren auch mit biometrischen Methoden, also damit, wie messbare Merkmale menschlicher Körper ausgelesen werden können. Er zeigte 2008 am Beispiel des damaligen Innenministers Wolfgang Schäuble, wie leicht sich ein achtlos auf einem Wasserglas hinterlassener Fingerabdruck sichern, kopieren und missbrauchen lässt.

Nun hat Krissler die Methode weiterentwickelt und kann die Abdrücke sogar aus Fotos abnehmen. Er braucht keinen physischen Kontakt mehr, um diese persönlichen und eindeutigen Daten einzusammeln. Als Beleg dient ihm unter anderem der rechte Daumenabdruck von Ursula von der Leyen.

Die Ministerin hatte am 29. Oktober in der Bundespressekonferenz ihre Attraktivitätsoffensive für die Bundeswehr vorgestellt. Die Bundespressekonferenz ist ein journalistischer Verein, der regelmäßig Politiker einlädt, um ihre Themen zu diskutieren. Eine dreiviertel Stunde lang redete von der Leyen dort mit Worten und Händen über bessere Bezahlung und flexiblere Dienstmodelle.

Ursula von der Leyens rechter Daumen

Die erste Stuhlreihe der Bundespressekonferenz ist für Fotografen reserviert. Nur zwei bis drei Meter sind es von ihren Linsen bis zu den Politikern auf der Bühne. Das genügte. Einer der Fotografen machte ein Bild von Ursula von der Leyens rechter Hand. Er nutzte ein Objektiv mit einer Brennweite von zweihundert Millimetern, ein Standardobjektiv für Pressefotografen.

Mit VeriFinger, einer Software, die jeder für weniger als 400 Euro kaufen kann, und etwas Handarbeit wandelte Krissler den Abdruck aus dem Foto in einen klaren und eindeutigen Fingerabdruck um. Er könnte diesen nun auf eine Attrappe drucken und damit Fingerabdruckscannern vorgaukeln, er sei die Ministerin - sei es am iPhone oder an einer automatisierten Grenzkontrolle. Oder er könnte ihren Abdruck an einem Tatort hinterlassen und sie so zu einer Verdächtigen machen.

"Mit der Sicherheit von Fingerabdrucksystemen ist es damit endgültig vorbei", sagt Krissler. "Man kann nahezu unbemerkt an Fingerabdrücke jeder Person kommen, um daraus Attrappen zu bauen." Für eine solche Attrappe braucht es lediglich Folie, einen Drucker und Holzleim. Schon lässt sich ein falscher Fingerabdruck herstellen, den man auf den eigenen Finger kleben kann. Diese Attrappen genügen, um gebräuchliche Fingerscanner zu überlisten.

Krissler ist im Chaos Computer Club aktiv, der sich seit langer Zeit mit den Risiken der Biometrie beschäftigt. Er stellt seine Ergebnisse auf dem 31C3 vor, dem Jahreskongress des Clubs in Hamburg. Sie belegen abermals, wie gefährlich die Idee war, die Fingerabdrücke jedes deutschen Bürgers zu sammeln und im Reisepass und - freiwillig - auch im Personalausweis zu speichern.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts gelten Fingerabdrücke als eindeutiges Merkmal der Identität. Die Wirbel, Schlaufen, Endpunkte und Kreuzungen in den Hautleisten auf den Fingerkuppen, Minutien genannt, sind so einzigartig, dass sich mit ihnen jeder Mensch eindeutig identifizieren lässt. Vor Gericht genügen schon vierzehn Übereinstimmungen zwischen zwei Abdrücken, also mitunter schon ein Teilabdruck, um jemanden zu verurteilen - so typisch sind die Muster.

Fingerabdrücke sind kein Sicherheitsmerkmal 

eye home zur Startseite
__destruct() 29. Dez 2014

Nice ^^

Quantium40 29. Dez 2014

Die Lebendprüfung greift nur, wenn man ein Abdruckimitat mit einem toten Gegenstand vor...

Quantium40 29. Dez 2014

Im Endeffekt ist es für Privatleute nur insofern relevant, dass niemand Fingerabdrücke...

Anonymer Nutzer 29. Dez 2014

Das ist doch immer der selbe Anzug. Der wird nur umgesprüht.

sedremier 29. Dez 2014

Das sind eigentlich zwei Unterschiedliche Aspekte: - Wissen (Passwörter, Pin, Tan...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Ratbacher GmbH, München
  2. IT Services mpsna GmbH, Herten
  3. LivingData GmbH, Landshut, Nürnberg
  4. STAHLGRUBER GmbH, Poing bei München


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals
  2. 269,90€ + 3,99€ Versand (Vergleichspreis 297€)

Folgen Sie uns
       


  1. Fahrdienst

    London stoppt Uber, Protest wächst

  2. Facebook

    Mark Zuckerberg lenkt im Streit mit Investoren ein

  3. Merged-Reality-Headset

    Intel stellt Project Alloy ein

  4. Teardown

    Glasrückseite des iPhone 8 kann zum Problem werden

  5. E-Mail

    Adobe veröffentlicht versehentlich privaten PGP-Key im Blog

  6. Die Woche im Video

    Schwachstellen, wohin man schaut

  7. UAV

    Matternet startet Drohnenlieferdienst in der Schweiz

  8. Joint Venture

    Microsoft und Facebook verlegen Seekabel mit 160 Terabit/s

  9. Remote Forensics

    BKA kann eigenen Staatstrojaner nicht einsetzen

  10. Datenbank

    Börsengang von MongoDB soll 100 Millionen US-Dollar bringen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Zukunft des Autos: "Unsere Elektrofahrzeuge sollen typische Porsche sein"
Zukunft des Autos
"Unsere Elektrofahrzeuge sollen typische Porsche sein"
  1. Concept EQA Mercedes elektrifiziert die Kompaktklasse
  2. GLC F-Cell Mercedes stellt SUV mit Brennstoffzelle und Akku vor
  3. ID Crozz VW stellt elektrisches Crossover vor

Kein App Store mehr: iOS-Nutzer sollten das neue iTunes nicht installieren
Kein App Store mehr
iOS-Nutzer sollten das neue iTunes nicht installieren
  1. Apple iOS 11 Wer WLAN und Bluetooth abschaltet, benutzt es weiter
  2. Drei Netzanbieter warnt vor Upgrade auf iOS 11
  3. Betriebssystem Apple veröffentlicht Goldmaster für iOS, tvOS und WatchOS

Inspiron 5675 im Test: Dells Ryzen-Gaming-PC reicht mindestens bis 2020
Inspiron 5675 im Test
Dells Ryzen-Gaming-PC reicht mindestens bis 2020
  1. Android 8.0 im Test Fertig oder nicht fertig, das ist hier die Frage
  2. Logitech Powerplay im Test Die niemals leere Funk-Maus
  3. Polar vs. Fitbit Duell der Schlafexperten

  1. Re: Aber PGP ist schuld ...

    Pete Sabacker | 03:31

  2. Re: Wie sicher sind solche Qi-Spulen vor Attacken?

    Maatze | 02:48

  3. Re: "dem sei ohnehin nicht mehr zu helfen"

    LinuxMcBook | 02:45

  4. Re: Interessant [...] ist immer die Kapazität des...

    nightmar17 | 01:36

  5. Re: Das heißt H2/2018 gibt es Ryzen dann mit 4,4 Ghz

    ELKINATOR | 01:35


  1. 15:37

  2. 15:08

  3. 14:28

  4. 13:28

  5. 11:03

  6. 09:03

  7. 17:43

  8. 17:25


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel