Abo
  • Services:
Anzeige
Heart-to-Heart: Passwort verfällt eine Minute später.
Heart-to-Heart: Passwort verfällt eine Minute später. (Bild: Masoud Rostami/Rice University)

Biometrie Herzschlagpasswort für Herzschrittmacher

Ein biometrisches System für Implantate haben US-Wissenschaftler entwickelt: Es nutzt feinste Veränderungen im Herzrhythmus als Sicherheitsmerkmal.

Anzeige

Herzschrittmacher und Insulinpumpen mit Funkschnittstellen lassen sich, wie Sicherheitsexperten warnen, hacken und so in tödliche Waffen verwandeln. US-Wissenschaftler haben eine Möglichkeit gefunden, die Schnittstelle mit einem Passwort zu schützen. Das liefert der Träger selbst.

Heart-to-Heart haben Farinaz Koushanfar und Masoud Rostami von der Rice-Universität in Houston im US-Bundesstaat Texas das System genannt, das Implantate schützen soll. Es nutzt als Passwort den Herzschlag des Trägers. Nur mit diesem biometrischen Merkmal soll auf das Implantat zugegriffen werden können.

Implantat und Programmer

Das System besteht aus zwei Geräten - dem Implantat selbst und dem Programmer. Das ist das Auslesegerät, mit dem der Arzt Zugang zu dem Implantat bekommt. Der Mediziner berührt mit dem Programmer den Implantatträger. Das Gerät erstellt ein Elektrokardiogramm (EKG) und funkt die Daten an das Implantat.

Beide Geräte vergleichen die Daten über den Herzschlag. Stellen sie einen Gleichtakt fest, dient dieses biometrische Merkmal als Passwort, das den Zugang zum Implantat freischaltet. Das EKG sei wie ein Aktienkursdiagramm: Werde es vergrößert, zeige es ganz viele Veränderungen von einem Augenblick zum nächsten. "Die feinen Details sind die Begleiterscheinung eines sehr komplexen Systems, und sie können nicht vorhergesagt werden."

Passwort bald ungültig

Heart-to-Heart nutze genau diese Details als Merkmal. Das Herz sei wie ein Zufallsgenerator - das biete ein hohes Maß an Sicherheit: "Das Signal des Herzschlags ist jede Sekunde anders, entsprechend ändert sich auch das Passwort dauernd", erklärt Rostami. "Man kann es schon eine Minute später nicht mehr nutzen."

Mit ihrem System könnten Millionen von Implantaten nachgerüstet werden, sagt Projektleiterin Koushanfar. "Wie bei jedem Gerät mit einer Funkschnittstelle können wir einfach die Software aktualisieren." Anders als etwa kryptographiebasierte Sicherheitssysteme benötige Heart-to-Heart wenig Rechenkapazität und nehme deshalb relativ wenig Leistung auf, was den Akku des Implantats schone.

Nymi sichert Smartphone

Das EKG lässt sich auch für andere Anwendungen als biometrisches Merkmal nutzen: Das kanadische Unternehmen Bionym hat kürzlich das biometrische Armband Nymi vorgestellt. Das nutzt den Herzrhythmus als Zugangskennung für Geräte mit Passwortabfrage wie Smartphone, Tablet oder Computer.

Koushanfar will das System auf der Conference on Computer and Communications Security vorstellen, die vom 4. bis 8. November 2013 in Berlin stattfindet.


eye home zur Startseite
marwinbernhardt 24. Sep 2013

Da meine Tochter aufgrund eines Herzfehleers seit ihrem ersten Lebensjahr einen...

nbc2 24. Sep 2013

Und trotzdem wird es eine 'backdoor' geben müssen.. um im Notfall auch schnell und...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Alfred Kärcher GmbH & Co. KG, Winnenden bei Stuttgart
  2. SYNLAB Holding Deutschland GmbH, München, Augsburg
  3. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Vaihingen
  4. ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme mbH, Bonn


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-75%) 7,49€
  2. mit Gutscheincode PCGAMES17 nur 49,79€ statt 53,99€
  3. 19,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Mirai-Nachfolger

    Experten warnen vor "Cyber-Hurrican" durch neues Botnetz

  2. Europol

    EU will "Entschlüsselungsplattform" ausbauen

  3. Krack-Angriff

    AVM liefert erste Updates für Repeater und Powerline

  4. Spieleklassiker

    Mafia digital bei GoG erhältlich

  5. Air-Berlin-Insolvenz

    Bundesbeamte müssen videotelefonieren statt zu fliegen

  6. Fraport

    Autonomer Bus im dichten Verkehr auf dem Flughafen

  7. Mixed Reality

    Microsoft verdoppelt Sichtfeld der Hololens

  8. Nvidia

    Shield TV ohne Controller kostet 200 Euro

  9. Die Woche im Video

    Wegen Krack wie auf Crack!

  10. Windows 10

    Fall Creators Update macht Ryzen schneller



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
ZFS ausprobiert: Ein Dateisystem fürs Rechenzentrum im privaten Einsatz
ZFS ausprobiert
Ein Dateisystem fürs Rechenzentrum im privaten Einsatz
  1. Librem 5 Purism zeigt Funktionsprototyp für freies Linux-Smartphone
  2. Pipewire Fedora bekommt neues Multimedia-Framework
  3. Linux-Desktops Gnome 3.26 räumt die Systemeinstellungen auf

Verschlüsselung: Niemand hat die Absicht, TLS zu knacken
Verschlüsselung
Niemand hat die Absicht, TLS zu knacken
  1. RSA-Sicherheitslücke Infineon erzeugt Millionen unsicherer Krypto-Schlüssel
  2. TLS-Zertifikate Zertifizierungsstellen müssen CAA-Records prüfen
  3. Certificate Transparency Webanwendungen hacken, bevor sie installiert sind

Zotac Zbox PI225 im Test: Der Kreditkarten-Rechner
Zotac Zbox PI225 im Test
Der Kreditkarten-Rechner

  1. Re: Ich wäre ja mal froh wenn Golem sein...

    Desertdelphin | 00:55

  2. Re: Besser als GTA

    Erny | 00:40

  3. Re: halb so schlimm

    Apfelbrot | 00:40

  4. Re: Nicht die 1 TFLOPS sind erstaunlich sondern...

    Vielfalt | 00:31

  5. Re: Gibt es bei uns auch

    Dietbert | 00:27


  1. 14:50

  2. 13:27

  3. 11:25

  4. 17:14

  5. 16:25

  6. 15:34

  7. 13:05

  8. 11:59


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel