• IT-Karriere:
  • Services:

Biometrie: Herzschlagpasswort für Herzschrittmacher

Ein biometrisches System für Implantate haben US-Wissenschaftler entwickelt: Es nutzt feinste Veränderungen im Herzrhythmus als Sicherheitsmerkmal.

Artikel veröffentlicht am ,
Heart-to-Heart: Passwort verfällt eine Minute später.
Heart-to-Heart: Passwort verfällt eine Minute später. (Bild: Masoud Rostami/Rice University)

Herzschrittmacher und Insulinpumpen mit Funkschnittstellen lassen sich, wie Sicherheitsexperten warnen, hacken und so in tödliche Waffen verwandeln. US-Wissenschaftler haben eine Möglichkeit gefunden, die Schnittstelle mit einem Passwort zu schützen. Das liefert der Träger selbst.

Stellenmarkt
  1. Allianz Deutschland AG, München Unterföhring
  2. Claudius Peters Projects GmbH, Buxtehude

Heart-to-Heart haben Farinaz Koushanfar und Masoud Rostami von der Rice-Universität in Houston im US-Bundesstaat Texas das System genannt, das Implantate schützen soll. Es nutzt als Passwort den Herzschlag des Trägers. Nur mit diesem biometrischen Merkmal soll auf das Implantat zugegriffen werden können.

Implantat und Programmer

Das System besteht aus zwei Geräten - dem Implantat selbst und dem Programmer. Das ist das Auslesegerät, mit dem der Arzt Zugang zu dem Implantat bekommt. Der Mediziner berührt mit dem Programmer den Implantatträger. Das Gerät erstellt ein Elektrokardiogramm (EKG) und funkt die Daten an das Implantat.

Beide Geräte vergleichen die Daten über den Herzschlag. Stellen sie einen Gleichtakt fest, dient dieses biometrische Merkmal als Passwort, das den Zugang zum Implantat freischaltet. Das EKG sei wie ein Aktienkursdiagramm: Werde es vergrößert, zeige es ganz viele Veränderungen von einem Augenblick zum nächsten. "Die feinen Details sind die Begleiterscheinung eines sehr komplexen Systems, und sie können nicht vorhergesagt werden."

Passwort bald ungültig

Heart-to-Heart nutze genau diese Details als Merkmal. Das Herz sei wie ein Zufallsgenerator - das biete ein hohes Maß an Sicherheit: "Das Signal des Herzschlags ist jede Sekunde anders, entsprechend ändert sich auch das Passwort dauernd", erklärt Rostami. "Man kann es schon eine Minute später nicht mehr nutzen."

Mit ihrem System könnten Millionen von Implantaten nachgerüstet werden, sagt Projektleiterin Koushanfar. "Wie bei jedem Gerät mit einer Funkschnittstelle können wir einfach die Software aktualisieren." Anders als etwa kryptographiebasierte Sicherheitssysteme benötige Heart-to-Heart wenig Rechenkapazität und nehme deshalb relativ wenig Leistung auf, was den Akku des Implantats schone.

Nymi sichert Smartphone

Das EKG lässt sich auch für andere Anwendungen als biometrisches Merkmal nutzen: Das kanadische Unternehmen Bionym hat kürzlich das biometrische Armband Nymi vorgestellt. Das nutzt den Herzrhythmus als Zugangskennung für Geräte mit Passwortabfrage wie Smartphone, Tablet oder Computer.

Koushanfar will das System auf der Conference on Computer and Communications Security vorstellen, die vom 4. bis 8. November 2013 in Berlin stattfindet.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 3,43€
  2. (u. a. Warhammer 40.000: Mechanicus für 12,99€, Project Highrise für 6,99€, Filament für 9...
  3. 34,99€

marwinbernhardt 24. Sep 2013

Da meine Tochter aufgrund eines Herzfehleers seit ihrem ersten Lebensjahr einen...

nbc2 24. Sep 2013

Und trotzdem wird es eine 'backdoor' geben müssen.. um im Notfall auch schnell und...


Folgen Sie uns
       


Honor Magicbook Pro im Test: Viel richtig gemacht für 900 Euro
Honor Magicbook Pro im Test
Viel richtig gemacht für 900 Euro

Eine gute Tastatur und solide Leistung dank AMD-CPU im 16-Zoll-Format: Das Magicbook Pro ist Honors gelungener Start in Europa.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Honor Magicbook Pro mit Ryzen imitiert Macbook Pro für 800 Euro
  2. Honor 9X Pro Honor verkauft fehlende Google-Apps als Feature

Amazon: Der Echo wird kugelig
Amazon
Der Echo wird kugelig

Zäsur bei Amazon: Alle neuen Echo-Lautsprecher haben ein komplett neues Design erhalten.

  1. Echo Auto im Test Tolle Sprachsteuerung und neue Alexa-Funktionen
  2. Echo Auto Amazon bringt Alexa für 60 Euro ins Auto

iPad 8 und iPad OS 14 im Test: Kritzeln auf dem iPad
iPad 8 und iPad OS 14 im Test
Kritzeln auf dem iPad

Das neue iPad 8 ist ein eher unauffälliger Refresh seines Vorgängers, bleibt aber eines der lohnenswertesten Tablets. Mit iPad OS 14 bekommt zudem der Apple Pencil spannende neue Funktionen.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. iPad-Betriebssystem iPadOS 14 macht Platz am Rand
  2. Zehntes Jubiläum Auch Microsoft hat das erste iPad überrascht

    •  /