Biometrie: Chinesische Polizei setzt System zur Gangerkennung ein

Die Statur und der Gang sind ein gutes biometrisches Merkmal, um einen Menschen auch von hinten zu erkennen. Die Polizei in Peking und Schanghai setzt eine Software ein, die das automatisiert kann - zum Glück nicht in Echtzeit.

Artikel veröffentlicht am ,
Überwachungskamera in China (Symbolbild): Biometrisches System erkennt Person aus 50 Metern Entfernung von hinten.
Überwachungskamera in China (Symbolbild): Biometrisches System erkennt Person aus 50 Metern Entfernung von hinten. (Bild: AFP/AFP/Getty Images)

Biometrische Merkmale gibt es viele: die Iris, das Gesicht, den Fingerabdruck, aber auch das Aussehen und den Gang. Letztere nutzen chinesische Behörden dazu, ihre Bürger in Peking und Schanghai zu überwachen.

Stellenmarkt
  1. SAP CS Berater (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, Hamburg
  2. Data Scientist / Data Analyst (d/m/w)
    INTENSE AG, Würzburg, Köln, Saarbrücken und Leipzig
Detailsuche

In den beiden Metropolen setzt die Polizei seit kurzem ein System des Software-Unternehmens Watrix ein. Das System ist mit der Videoüberwachung gekoppelt und erkennt einen Menschen an seiner Statur und seinem Gang. Anders als bei Gesichtserkennungssystemen bedarf es dafür keiner hochaufgelösten Bilder aus der Nähe und auch keiner Kooperation der zu erkennenden Person.

Die Software wählt die Silhouette einer Person aus einem Video und analysiert deren Bewegungen. Anschließend erstellt sie ein Modell vom Gang dieser Person, den die Software in anderen Videos erkennt. Das geht jedoch - noch - nicht in Echtzeit. Es dauert rund zehn Minuten, um eine Stunde Videomaterial nach einer Person zu durchsuchen. Spezielle Kameras sind dafür nicht notwendig - das geht mit beliebigen Videoaufnahmen.

Das System soll sich nicht täuschen lassen

Das System erkenne eine Person auch von hinten oder wenn ihr Gesicht verdeckt sei, und das bis zu einer Entfernung von 50 Metern, sagte Watrix-Chef Huang Yongzhen der US-Nachrichtenagentur Associated Press. Die Software lasse sich auch nicht austricksen: "Die Ganganalyse lässt sich nicht durch Hinken, Gehen mit gespreizten Beinen oder Vorbeugen täuschen, weil wir alle Merkmale des ganzen Körpers erfassen."

Biometriker arbeiten seit gut zehn Jahren an Systemen zur Gangerkennung. Zuletzt haben britische und spanische Wissenschaftler ein solches System vorgestellt, das mit künstlicher Intelligenz arbeitet. Es analysiert aber keine Videoaufnahmen, sondern nutzt für die Eingabe eine Sensormatte, um die Schritte einer Person zu erkennen.

China setzt massiv auf Videoüberwachung sowie auf biometrische Systeme, die Gesicht, das Geschlecht oder das Alter einer Person erkennen oder das Nummernschild eines Autos lesen können. Anfang des Jahres testete die Polizei ein mobiles Gesichtserkennungssystem: Polizeibeamte bekamen eine Brille, an der eine Kamera angebracht war. Die war mit einem tragbaren Gerät verbunden, auf dem eine Datenbank mit Gesichtern gespeichert ist. Damit sollten die Polizisten auf Streife Gesuchte in Menschenmengen etwa an Bahnhöfen ausmachen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Proctrap 08. Nov 2018

Kontrolle bekommst du auch durch Angst..

ManMashine 07. Nov 2018

Und an Handzeichen. Wird wohl bald eine Handzeichen Erkennung folgen.

schily 07. Nov 2018

Jedenfalls habe ich damals in der Zeitung in London gelesen, daß England ein "Ministry of...

slead 07. Nov 2018

war das nicht etwas mit Südkorea und nicht China?



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Datenleck
Daten von 106 Millionen Thailand-Reisenden geleakt

In einer ungeschützten Datenbank fanden sich die Daten der Thailand-Reisenden aus den letzten zehn Jahren - inklusive Reisepassnummern.

Datenleck: Daten von 106 Millionen Thailand-Reisenden geleakt
Artikel
  1. Unter 100 MBit/s: Bundesland fürchtet Graue-Flecken-Förderung zu verpassen
    Unter 100 MBit/s
    Bundesland fürchtet Graue-Flecken-Förderung zu verpassen

    Sachsen will mehr FTTH, gerade für ländliche Regionen. Doch der Wirtschaftsminister befürchtet, dass andere Bundesländer schneller sind.

  2. Laserbeamer: Xiaomis Kurzdistanzprojektor kostet unter 1.500 Euro
    Laserbeamer
    Xiaomis Kurzdistanzprojektor kostet unter 1.500 Euro

    Der Fengmi R1 kann aus der Nähe Bilder von 50 bis 200 Zoll aufspannen und kostet relativ wenig. Dafür macht er bei der Auflösung Abstriche.

  3. Betriebssystem: Einige Windows-11-Apps funktionieren nicht ohne Internet
    Betriebssystem
    Einige Windows-11-Apps funktionieren nicht ohne Internet

    Um Platz zu sparen, müssen sich einige vorinstallierte Windows-11-Apps mit dem Internet verbinden. Auch ein Microsoft-Konto ist dafür nötig.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Asus 23,8" FHD 144Hz 166,90€ • PS5 bei Amazon zu gewinnen • Gaming-PC mit Ryzen 5 & RTX 3060 999€ • Corsair MP600 Pro 1TB mit Heatspreader PS5-kompatibel 162,90€ • Alternate (u. a. Asus WLAN-Adapter PCIe 24,90€) • MM-Prospekt (u. a. Asus TUF 17" i5 RTX 3050 1.099€) [Werbung]
    •  /