Biometrie: Chinesische Polizei setzt System zur Gangerkennung ein

Die Statur und der Gang sind ein gutes biometrisches Merkmal, um einen Menschen auch von hinten zu erkennen. Die Polizei in Peking und Schanghai setzt eine Software ein, die das automatisiert kann - zum Glück nicht in Echtzeit.

Artikel veröffentlicht am ,
Überwachungskamera in China (Symbolbild): Biometrisches System erkennt Person aus 50 Metern Entfernung von hinten.
Überwachungskamera in China (Symbolbild): Biometrisches System erkennt Person aus 50 Metern Entfernung von hinten. (Bild: AFP/AFP/Getty Images)

Biometrische Merkmale gibt es viele: die Iris, das Gesicht, den Fingerabdruck, aber auch das Aussehen und den Gang. Letztere nutzen chinesische Behörden dazu, ihre Bürger in Peking und Schanghai zu überwachen.

In den beiden Metropolen setzt die Polizei seit kurzem ein System des Software-Unternehmens Watrix ein. Das System ist mit der Videoüberwachung gekoppelt und erkennt einen Menschen an seiner Statur und seinem Gang. Anders als bei Gesichtserkennungssystemen bedarf es dafür keiner hochaufgelösten Bilder aus der Nähe und auch keiner Kooperation der zu erkennenden Person.

Die Software wählt die Silhouette einer Person aus einem Video und analysiert deren Bewegungen. Anschließend erstellt sie ein Modell vom Gang dieser Person, den die Software in anderen Videos erkennt. Das geht jedoch - noch - nicht in Echtzeit. Es dauert rund zehn Minuten, um eine Stunde Videomaterial nach einer Person zu durchsuchen. Spezielle Kameras sind dafür nicht notwendig - das geht mit beliebigen Videoaufnahmen.

Das System soll sich nicht täuschen lassen

Das System erkenne eine Person auch von hinten oder wenn ihr Gesicht verdeckt sei, und das bis zu einer Entfernung von 50 Metern, sagte Watrix-Chef Huang Yongzhen der US-Nachrichtenagentur Associated Press. Die Software lasse sich auch nicht austricksen: "Die Ganganalyse lässt sich nicht durch Hinken, Gehen mit gespreizten Beinen oder Vorbeugen täuschen, weil wir alle Merkmale des ganzen Körpers erfassen."

Biometriker arbeiten seit gut zehn Jahren an Systemen zur Gangerkennung. Zuletzt haben britische und spanische Wissenschaftler ein solches System vorgestellt, das mit künstlicher Intelligenz arbeitet. Es analysiert aber keine Videoaufnahmen, sondern nutzt für die Eingabe eine Sensormatte, um die Schritte einer Person zu erkennen.

China setzt massiv auf Videoüberwachung sowie auf biometrische Systeme, die Gesicht, das Geschlecht oder das Alter einer Person erkennen oder das Nummernschild eines Autos lesen können. Anfang des Jahres testete die Polizei ein mobiles Gesichtserkennungssystem: Polizeibeamte bekamen eine Brille, an der eine Kamera angebracht war. Die war mit einem tragbaren Gerät verbunden, auf dem eine Datenbank mit Gesichtern gespeichert ist. Damit sollten die Polizisten auf Streife Gesuchte in Menschenmengen etwa an Bahnhöfen ausmachen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
JPEG XL
Die Browserhersteller sagen nein zum Bildformat

JPEG XL ist das überlegene Bildformat. Aber Chrome und Firefox brechen die Implementierung ab. Wir erklären das Format und schauen auf die Gründe für die Ablehnung.
Eine Analyse von Boris Mayer

JPEG XL: Die Browserhersteller sagen nein zum Bildformat
Artikel
  1. Walking Simulator: Gameplay von The Day Before erntet Spott
    Walking Simulator
    Gameplay von The Day Before erntet Spott

    Nach Betrugsvorwürfen haben die Entwickler von The Day Before nun Gameplay veröffentlicht - das nicht besonders gut ankommt.

  2. Lasertechnik: Hoffnung auf Femtosekundenlaser für die Hosentasche
    Lasertechnik
    Hoffnung auf Femtosekundenlaser für die Hosentasche

    An der Universität Yale wurde ein Titan-Saphir-Laser auf einem Chip erzeugt und fortgeschrittene Lasertechnik auf Millimetergröße geschrumpft.

  3. Plattform oder Dienst betreiben: Macht es wie die Maurer!
    Plattform oder Dienst betreiben
    Macht es wie die Maurer!

    Warum man die Operationalisierung einer Plattform nicht zu sehr aufblasen sollte, man durch Silodenken aber viel anfälliger für Ausfälle wird.
    Ein Ratgebertext von Felix Uelsmann

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Mindfactory DAMN-Deals: Grakas, CPUs & Co. • HTC Vice 2 Pro Full Kit 899€ • RAM-Tiefstpreise • Amazon-Geräte bis -50% • Samsung TVs bis 1.000€ Cashback • Corsair HS80 7.1-Headset -42% • PCGH Cyber Week • Samsung Curved 27" WQHD 267,89€ • Samsung Galaxy S23 vorbestellbar [Werbung]
    •  /