Abo
  • Services:

Biometrie: Amulet erkennt den Menschen am Widerstand

Ein Gerät, das wie eine Armbanduhr getragen wird, misst die elektrischen Eigenschaften des Handgelenks und erkennt daran einen Menschen. Es ist gedacht für die Authentifizierung bei Anwendungen in der Telemedizin.

Artikel veröffentlicht am ,
Amulet: sicher und einfach zu bedienen
Amulet: sicher und einfach zu bedienen (Bild: Dartmouth College/Screenshot: Golem.de)

Biometrische Erkennungsmerkmale gibt es viele - vom Bild über den Fingerabdruck bis hin zum Muster der Iris -, die Forscher um Cory Cornelius machen sich ein weiteres zunutze: die Bioimpedanz. Sie haben ein Gerät für Gesundheitsanwendungen entwickelt, das seinen Träger anhand dieses Merkmals identifiziert.

  • Schema: So funktioniert die Architektur mit Amulet. (Bild: Dartmouth College/Screenshot: Golem.de)
Schema: So funktioniert die Architektur mit Amulet. (Bild: Dartmouth College/Screenshot: Golem.de)
Stellenmarkt
  1. Sky Deutschland GmbH, Unterföhring bei München
  2. SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG, Bruchsal

Amulet heißt das Gerät, das die Wissenschaftler vom Dartmouth College in Hanover im US-Bundesstaat New Hampshire entwickelt und auf dem Usenix Workshop on Health Security and Privacy vorgestellt haben. Amulet wird wie eine Armbanduhr getragen. Es verfügt über zwei Elektroden. Die eine sendet leichte Wechselstromschläge in den Körper aus, die andere fängt diese auf.

Individuelles Handgelenk

Anhand des Signals, das bei der zweiten Elektrode ankommt, kann der Träger des Amulets eindeutig identifiziert werden: Obwohl nach dem gleichen Prinzip aufgebaut, ist das Handgelenk eines jeden Menschen anders - Blutgefäße, Knochen und Muskeln sind individuell angeordnet. Jedes dieser Gewebe hat bestimmte elektrische Eigenschaften. Wird Strom in verschiedenen Frequenzen durch das Handgelenk geschickt, ergibt sich aus der Kombination der Gewebe ein ganz bestimmtes Muster. Amulet erfasst sieben Merkmale, an denen es seinen Träger erkennt.

Sie hätten das System an einer Gruppe aus 46 Probanden getestet, sagte Cornelius dem US-Wissenschaftsmagazin Technology Review. Sie lernten das System auf die Testpersonen an. Dann teilten sie die Gruppe in kleinere Grüppchen von zwei bis fünf Personen auf - also in etwa die Größe von Familien. Hierbei erzielten sie eine Erkennungsquote von 80 bis 90 Prozent. Um die Erkennung zu verbessern, könnte noch der Umfang des Handgelenks als weiterer Parameter einbezogen werden.

Telemedizin

Und wozu das alles? Amulet ist gedacht als Angelpunkt für ein M-Health-System. Zu einem solchen System können Sensoren gehören, die ein Mensch am Körper trägt und die die Atem- und Herzaktivität messen, eine Insulinpumpe oder ein Implantat. Amulet identifiziert den Träger und sendet die Sensordaten über dessen Smartphone an den Arzt. Aus Sicherheitsgründen wird die Kommunikation verschlüsselt.

Ein Beispielszenario könnte folgendermaßen aussehen: Ein Diabetespatient erhält vom Arzt einen Glukosesensor und eine Insulinpumpe verschrieben. Der Patient meldet beide bei Amulet an. Dieses wiederum verifiziert die Verschreibung aus der elektrischen Krankenakte beim Arzt. Künftig empfängt Amulet die Messdaten des Sensors und macht den Träger darauf aufmerksam, wann er sein Insulin nehmen muss. Gleichzeitig schickt Amulet Glukosewerte und Insulindosen an den Arzt.

Sichere Architektur

Ziel sei, ein sicheres und vertrauenswürdiges M-Health-System zu schaffen, erklären die Forscher. Es biete Sicherheit und Schutz der Privatsphäre und sei dabei einfach zu bedienen und zu tragen. Es bedürfe einer solchen Architektur, damit Telemedizinsysteme erfolgreich seien.

Experten warnen immer wieder, dass mit Funktechnik ausgestattete medizinische Geräte wie Defibrillatoren oder eben Insulinpumpen gravierende Sicherheitslücken aufweisen. Aus einem Gerät, das die Gesundheit des Trägers sicherstellen soll, kann eine bedrohliche Waffe werden.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Destiny 2 PS4 für 9,99€)
  2. 448,89€ inkl. Versand (Vergleichspreis 495€)
  3. 36,99€ + 5,99€ Versand oder versandkostenfrei bei Zahlung mit paydirekt (Vergleichspreis 69...
  4. 41,99€ + 5,99€ Versand oder versandkostenfrei bei Zahlung mit paydirekt (Vergleichspreis 67...

asiani 19. Nov 2012

Hallo liebe Forumsmitglieder, meine Schwester und ich führen im Rahmen unserer...

Raumzeitkrümmer 09. Aug 2012

Jetzt sieh es mal andersrum: Wenn das Gerät die Oma nicht sicher indentifiziert, kriegt...

Nr.1 09. Aug 2012

Der Körperwiderstand ändert sich doch auch, wenn jemand ab- oder zunimmt, oder? Wenn...


Folgen Sie uns
       


Byton K-Byte - Bericht

Byton stellt in China den K-Byte vor.

Byton K-Byte - Bericht Video aufrufen
Automatisiertes Fahren: Der schwierige Weg in den selbstfahrenden Stau
Automatisiertes Fahren
Der schwierige Weg in den selbstfahrenden Stau

Der Staupilot im neuen Audi A8 soll der erste Schritt auf dem Weg zum hochautomatisierten Fahren sein. Doch die Verhandlungen darüber, was solche Autos können müssen, sind sehr kompliziert. Und die Tests stellen Audi vor große Herausforderungen.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Nach tödlichem Unfall Uber entlässt 100 Testfahrer für autonome Autos
  2. Autonomes Fahren Daimler und Bosch testen fahrerlose Flotte im Silicon Valley
  3. Kooperationen vereinbart Deutschland setzt beim Auto der Zukunft auf China

KI in der Medizin: Keine Angst vor Dr. Future
KI in der Medizin
Keine Angst vor Dr. Future

Mit Hilfe künstlicher Intelligenz können schwer erkennbare Krankheiten früher diagnostiziert und behandelt werden, doch bei Patienten löst die Technik oft Unbehagen aus. Und das ist nicht das einzige Problem.
Ein Bericht von Tim Kröplin

  1. Künstliche Intelligenz Vages wagen
  2. KI Mit Machine Learning neue chemische Reaktionen herausfinden
  3. Elon Musk und Deepmind-Gründer Keine Maschine soll über menschliches Leben entscheiden

Battlefield 5 Closed Alpha angespielt: Schneller sterben, länger tot
Battlefield 5 Closed Alpha angespielt
Schneller sterben, länger tot

Das neue Battlefield bekommt ein bisschen was von Fortnite und wird allgemein realistischer und dynamischer. Wir konnten in der Closed Alpha Eindrücke sammeln und erklären die Änderungen.
Von Michael Wieczorek

  1. Battlefield 5 Mehr Reaktionsmöglichkeiten statt schwächerer Munition
  2. Battlefield 5 Closed Alpha startet mit neuen Systemanforderungen
  3. Battlefield 5 Schatzkisten und Systemanforderungen

    •  /