Biometrie: Airlines wollen Ausweis durch Fingerabdruck ersetzen

Gleich mehrere Fluggesellschaften versuchen derzeit herauszufinden, ob sich Biometrie statt eines Personalausweises oder Reisepasses in der Luftfahrt als Identifizierungsmerkmal nutzen lässt. Jüngst hat etwa die US-Fluggesellschaft Delta(öffnet im neuen Fenster) Tests mit Fingerabdrücken gestartet. In der ersten Phase können ausgewählte Vielflieger mit dem Fingerabdruck in die Lounge der Fluggesellschaft am Ronald Reagan Washington National Airport (DCA), nicht zu verwechseln mit dem internationalen Dulles-Airport in Washington D.C.
Das Heraussuchen von Bordkarte und gegebenenfalls eines weiteren Identifizierungsmerkmals entfällt. In der zweiten Phase will Delta das Aufgeben von Gepäck über Fingerabdruckleser testen. Auch das Einsteigen ins Flugzeug soll so möglich werden. Die Sicherheitskontrolle, dafür ist in den USA die staatliche Transportation Security Administration zuständig, wird aber vermutlich trotzdem noch das Führen einer Bordkarte und eines Ausweises erfordern, auch wenn Delta ein papierloses Reisen verspricht.
Gesichtserkennung als Alternative
Einen anderen Ansatz verfolgt die finnische Fluggesellschaft Finnair. Für einen vor kurzem abgeschlossenen(öffnet im neuen Fenster) Test am Flughafen Helsinki konnten sich 1.000 Vielflieger anmelden, um sich anhand ihres Gesichts identifizieren zu lassen. Der Testzeitraum vom 2. Mai bis 23. Mai erscheint allerdings sehr kurz, da dadurch etwa die Auswirkungen von Haarwuchs kaum betrachtet werden können.
Auch hier soll in Zukunft einmal die Notwendigkeit einer Bordkarte entfallen. Bei dem Test wird aus dem Gesicht ein "nicht verfolgbares" Identifizierungsmerkmal erzeugt. Das Foto selbst wird demnach bei den Fluggesellschaften nicht gespeichert, wie es in einer Mitteilung heißt. Ergebnisse hat Finnavia noch nicht bekanntgemacht.
Technische Details gibt es weder zu dem Test auf dem Flughafen DCA noch in Helsinki. Vor allem Fragen zur Sicherheit werden nicht beantwortet, müssen die Systeme doch vergleichbar gut gesichert sein wie ein Personalausweis oder Reisepass. Da stellt sich die Frage, wie fälschungssicher die Alternativen sind. Da aber Grenz- oder Sicherheitskontrollen in den Tests gar nicht erwähnt wurden, könnten die Anforderungen unter Umständen niedriger angesetzt worden sein.



