Biokraftstoff: Europas Straßenverkehr könnte 2040 unabhängig von Öl sein
Eine von der BMW AG beauftragte Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)(öffnet im neuen Fenster) zeigt, dass der gesamte Bedarf an Treibstoff für den europäischen Straßenverkehr im Jahr 2040 allein aus pflanzlichen Reststoffen gewonnen werden könnten. Synthetische Kraftstoffe, die auf große Mengen Strom angewiesen sind, wären demnach gar nicht notwendig.
Politik und Gesellschaft müssten dafür jedoch noch einige Schritte in die richtige Richtung gehen. Denn Grundlage für diese Unabhängigkeit von Erdölimporten bildet ein optimistisches Szenario, in welchem bis 2040 etwa zwei Drittel der Fahrzeuge mit Batterien oder zumindest als Plug-in-Hybrid unterwegs sind. Auch die Gesamtzahl der Autos müsste sich bis dahin minimal verringern.
Gesamtverbrauch sinkt nur langsam
Unter diesen Voraussetzungen, die insbesondere durch politische Rahmenbedingungen, aber auch durch individuelles Verhalten geschaffen werden müssten, kämen die benötigten 280 Millionen Tonnen Erdöläquivalent ausschließlich aus biologischen Quellen. Der so gezeugte Kraftstoff entspräche demnach der Energie, die in 350 Milliarden Litern Benzin und Diesel enthalten ist.
Damit lediglich landwirtschaftliche Abfälle wie Stroh, Holzabfälle sowie Zwischenfrüchte und Energiepflanzen, die auf wenig ertragreichen Böden wachsen sollen, ausreichen, müsste der Verbrauch im Vergleich zu fossilem Treibstoff nicht einmal radikal sinken. Derzeit werden 440 Millionen Tonnen Öl(öffnet im neuen Fenster) importiert.
Während auf den Straßen deutlich weniger Treibstoff verbraucht werden dürfte, geht die Studie davon aus, dass im Schiffs- und Luftverkehr kaum weniger flüssige Kraftstoffe benötigt werden. Ähnlich sieht es in der Industrie aus.
Eigene Forschung zum Einsatz biologischer Kraftstoffe
Das KIT erforscht selbst den Einsatz der regenerativen Kraftstoffe, die nach Möglichkeit weder landwirtschaftliche Flächen blockieren noch anderweitig in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktions stehen sollen. HVO100, hydriertes Pflanzenöl, ist bereits erhältlich, wird zukünftig aber nur einen winzigen Anteil am Gesamtbedarf decken. Andere Ersatzstoffe werden getestet und teils noch erforscht. Je mehr Möglichkeiten sich als praktikabel erweisen, umso resilienter dürfte die Versorgung mit den regenerativen Kraftstoffen werden.
Hinzu kommt, dass die Forschungsergebnisse des KIT ( hier die Projektseite(öffnet im neuen Fenster) ) zeigen, dass die Zugabe von Wasserstoff den Ertrag an Treibstoff zusätzlich steigern kann. Um die angestrebten Mengen zu erhalten, muss in alle Richtungen weiter geforscht werden.
Fest steht aber auch: Ohne eine schnelle Elektrifizierung, effizientere Logistik und mehr öffentlichen Nahverkehr ist die autarke Versorgung mit regenerativen Kraftstoffe aus Abfällen nicht möglich.
Die komplette Studie(öffnet im neuen Fenster) findet sich frei zugänglich im Katalog des KIT.
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