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Biokraftstoff: BMW testet neuen Kraftstoff, Bosch liefert die Überwachung

Sechs Monate sollen Serienfahrzeuge das Biobenzin in der Praxis testen. Gezeigt werden soll, dass der Kraftstoff direkt einsatzfähig ist.
/ Mario Petzold
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Aus der Raffinerie zur Tankstelle in den Tank: Das soll mit dem Biokraftstoff ohne Weiteres möglich sein. (Bild: Bosch)
Aus der Raffinerie zur Tankstelle in den Tank: Das soll mit dem Biokraftstoff ohne Weiteres möglich sein. Bild: Bosch

BMW(öffnet im neuen Fenster), Toyota, Repsol und Bosch haben ein Pilotprojekt zur Etablierung von biogenem Kraftstoff gestartet. Insgesamt 20 Fahrzeuge sollen ein halbes Jahr ausschließlich mit Nexa 95, einem Biokraftstoff der zweiten Generation(öffnet im neuen Fenster), unter Realbedingungen betrieben werden.

Das Projekt soll belegen, dass der Kraftstoff in Serienfahrzeugen und in der bestehenden Infrastruktur aus Tankstellen, Zulieferung und Lagerung unmittelbar verwendet werden kann. Möglich ist das aktuell in Spanien, wo Repsol das erneuerbare Benzin an öffentlichen Tankstellen anbietet.

Den Nachweis liefern soll Bosch. Die Motorensteuerung des Konzerns kann mit den gesammelten Daten bei der Verbrennung ermitteln, ob es sich beim getankten Treibstoff um biogenes Benzin handelt oder nicht. Mit dieser Technik soll es in Zukunft möglich sein, beispielsweise als Flottenbetreiber nachweisen zu können, dass keine fossilen Kraftstoffe verwendet wurden.

Nexa 95 gibt es seit 2025

Beim getesteten Biokraftstoff handelt es sich um einen biogenen Kraftstoff der zweiten Generation, der auf Abfallstoffen und Pflanzenresten basiert, nicht auf Öl- oder Futterpflanzen. Zumindest in der Theorie steht er somit nicht mit Nahrungsmitteln in Konkurrenz.

In der Zusammensetzung entspricht er nahezu fossilem Kraftstoff und kann deshalb normalen Kraftstoff komplett ersetzen. Er ist vergleichbar mit HVO100, das auch in Deutschland bereits getankt werden kann, allerdings nur als Ersatz für Diesel.

Weil die Herstellung nicht CO2-neutral erfolgen kann, reduziert sich der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid in Summe nicht auf null, sondern nur um 70 Prozent. Lokal am Auto bleibt der Ausstoß zudem gleich, aber die nachwachsenden Pflanzen binden ihn mit Blick auf den gesamten Produktionsweg anschließend wieder.

Verfügbarkeit noch unklar

Der Preis für einen Liter liegt laut diverser Quellen zwischen 1,60 und 1,90 Euro je Liter. In Spanien ist er damit knapp 20 Prozent teurer als regulärer Kraftstoff. HVO100 liegt in Deutschland etwa zehn Prozent über fossilem Diesel.

Wie groß die Mengen an Nexa 95 tatsächlich sind, die Repsol produzieren kann, ist nicht bekannt. Der Erdölkonzern, der in Spanien Marktführer ist, spricht lediglich von einer industriellen Herstellung, ohne Zahlen zu nennen.

Durch die Einsparung beim CO2-Ausstoß könnte der Kraftstoff einen Beitrag in Richtung Klimaneutralität leisten, vor allem durch den Einsatz dort, wo eine Elektrifizierung nur schwer umzusetzen ist. Kritisch kann man die Energieeffizienz sehen. Für die gleiche Strecke benötigt ein Elektroauto nur ein Sechstel der Energie im Vergleich zu einem Verbrenner mit Biokraftstoff.


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