Biohome3D: Haus aus dem 3D-Drucker komplett recycelbar

Ein Haus aus dem 3D-Drucker , das komplett aus biobasierten Materialien besteht? Ein Forschungsteam des Advanced Structures and Composites Centers (ASCC) der University of Maine hat es gebaut: das Biohome3D.
Die Wände, Böden sowie das Dach des 56 Quadratmeter großen Hauses wurden aus Holzfasern und Bioharz gefertigt. Es ist laut einem Pressebericht der UMain(öffnet im neuen Fenster) vollständig recycelbar und hoch isoliert. Zudem wird betont, dass Bauabfälle durch das präzise Druckverfahren fast komplett eliminiert werden konnten.
Das 3D-Haus wurde in vier Modulen gedruckt, anschließend zum Standort transportiert und innerhalb eines halben Tages aufgebaut. Der Strom wurde innerhalb von zwei Stunden angeschlossen – und das von einem einzigen Elektriker.
Großer Bedarf an kostengünstigen Wohneinheiten in Maine
Fast 60 Prozent der einkommensschwachen Mieter in Maine sollen mehr als die Hälfte ihres Einkommens für ihre Wohnung ausgeben. Zudem ist der landesweite Bedarf an erschwinglichen Wohneinheiten hoch. Häuser aus dem 3D-Drucker könnten eine Lösung sein. Laut der Pressemitteilung wurde die Technologie entwickelt, um den Arbeitskräftemangel und den Problemen in der Lieferkette entgegenzuwirken. Dadurch sind Häuser wie das Biohome3D kostengünstiger als ein normales Haus. Ein Preis für das recycelbare Haus wird jedoch nicht genannt.
Der Prototyp befindet sich derzeit auf einem Fundament außerhalb des Advanced Structures and Composites Centers. Er ist mit Sensoren für die Wärme-, Umwelt- und Strukturüberwachung ausgestattet. Damit will das Forschungsteam herausfinden, wie sich Biohome3D in einem Winter in Maine verhält. Die gesammelten Daten sollen für die Verbesserung künftiger Entwürfe genutzt werden. Er wurde auf dem größten Polymer-3D-Drucker der Welt gedruckt, der 2019 auch das größte 3D-gedruckte Boot der Welt herstellte.
Einen Unterschied zu den meisten anderen Häusern aus dem Drucker nennt Dr. Habib Dagher, der Geschäftsführer der ASCC: "Im Gegensatz zu Biohome3D werden die meisten Häuser im 3D-Druck mit Beton gedruckt. Allerdings werden nur die Betonwände auf einem konventionell gegossenen Betonfundament gedruckt. Für das Dach werden herkömmliche Holzrahmen oder Dachstühle verwendet."
Gebäude sind Kohlenstoff-Emissionsmonster
Nach Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen(öffnet im neuen Fenster) sind Gebäude für fast 40 Prozent der weltweiten Kohlenstoffemissionen verantwortlich. Alleine in Deutschland(öffnet im neuen Fenster) sei die Zementindustrie für 20 Millionen Tonnen CO2 verantwortlich. Das entspricht knapp zwei Prozent der deutschen CO2-Emission. Weltweit liegt der CO2-Emissionsanteil bei der Zementindustrie bei ungefähr acht Prozent.
Bäume würden während des Wachstumszyklus zumindest Kohlenstoff binden. Wann die nächste optimierte Generation des Biohome3D entsteht und wann sie in die Massenproduktion gehen kann, ist nicht bekannt.



