Biofeedback: Wenn der Blumentopf rockt

Die Topfpflanze am DJ-Pult: Ein US-Unternehmen bringt Pflanzen das Grooven bei - sogar Bühnenauftritte hat das verkabelte Grünzeug schon gehabt.

Artikel veröffentlicht am , Nadine Emmerich
Biofeedback: Wenn der Blumentopf rockt
(Bild: Data Garden)

Zurück zur Natur, aber bloß nicht ohne ausreichend Technik! Mit dem Converter Midi Sprout bringt das US-Label Data Garden Topfpflanzen zum Klingen - oder macht einen ganzen botanischen Garten zu einer riesigen Klanginstallation. Der House- und Techno-Produzent King Britt ist mit Hilfe dieser Technik bereits mit einer Topfpflanze aufgetreten. In fünf Jahren könnte sämtliche Musik an öffentlichen Orten durch Pflanzen generiert werden.

Inhalt:
  1. Biofeedback: Wenn der Blumentopf rockt
  2. Musik aus der Eiskugel

Um den Pflanzen Musik zu entlocken, werden zwei Elektroden an den Blättern der Pflanze angebracht. Die sogenannte Biodatensonifikation wäre auch mit Elektroden am Stiel oder an der Wurzel möglich, am Blatt ist die Fläche jedoch größer. Die Elektroden geben elektrische Impulse aus der Pflanze, die etwa bei der Fotosynthese entstehen, an den Midi Sprout weiter. Dieser übersetzt sie in Midi-Signale. Um daraus Klänge zu erzeugen, werden ein Midi Synthesizer oder besser noch ein Computer mit Midi-Schnittstelle, Synthesizer-Software und einem Audioprogramm wie Ableton Live benötigt.

Data-Garden-Ingenieur Sam Cusumano erklärt es im Golem.de-Interview genauer: Genutzt wird das Prinzip der elektrodermalen Aktivität (GSR), es werden also Veränderungen des elektrischen Leitungswiderstandes der Haut gemessen. Die beiden an den Pflanzenblättern angebrachten Tester sind vergleichbar mit den Elektroden eines EKGs oder Lügendetektors. Ein Psychogalvanometer auf Basis eines NE-555-Mikrochips im Midi Sprout wird mit den Elektroden verbunden und misst geringe Schwankungen der Leitfähigkeit zwischen ihnen.

Nach dem Gießen klingt es anders

Der Midi Sprout ermittele den galvanischen Hautwiderstand und vergleiche aufeinanderfolgende Proben, um Veränderungen zu identifizieren, sagt Cusumano. Nur wenn ein Wechsel erkannt wird, wird eine Midi-Note erzeugt. Veränderungen im Leitvermögen der Blätter können neben Schwankungen im Tagesablauf der Pflanze auf verschiedenen Reizen basieren - etwa dem Gießen oder Berühren der Blätter.

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"Für mich ist einer der spannendsten Punkte die Stille, in der keine Noten gespielt werden", sagt Cusumano. Die Pausen zeigten, dass in der Pflanze gerade eine so grundlegende Veränderung ablaufe, dass die Sensoren diese mit ihrer regulären Kalibrierung nicht erfassen könnten. Die Veränderungen in den elektrischen Leitwerten werden nicht direkt in Klang, sondern in Midi-Noten übersetzt. Musiker können Synthesizer, Sampler und Midi-Instrumente dann mit den Noten füttern und die Informationen individuell in Sound umwandeln.

Die Leitfähigkeit hängt von der Pflanzenart ab. Versuche mit Philodendron und Sansevieria Trifasciata ergaben große Schwankungen und ein hohes Leitvermögen. Bei Bäumen ist die Leitfähigkeit geringer, was es schwieriger macht, Schwankungen zu identifizieren.

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Musik aus der Eiskugel 
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h4z4rd 31. Dez 2014

Wenn der THC-Gehalt hoch genug ist, spielt die Pflanze Bob Marley :D

Djinto 28. Dez 2014

Entschuldigt die provokante Überschrift, aber wenn man den Artikel liest werden mehrere...

picaschaf 28. Dez 2014

Ich mag mich ja irren, aber ist das nicht der "Volks"-Taktgeber für Blinkschaltungen...

tonictrinker 27. Dez 2014

Ich bezahle Dir 25.000 Dollar, wenn Du das auf Abruf kannst!



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