Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Bing-Wallpaper-App: Microsoft zeigt Filmwerbung auf Windows Desktop

Microsoft blendet über die Bing-Wallpaper-App Werbung für die Harry-Potter-Filmreihe auf dem Windows-Desktop ein. Nutzer reagieren verärgert.
/ Nils Matthiesen
5 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Werbeaktion auf dem Windows Desktop (Bild: Reddit / Screenshot golem.de)
Werbeaktion auf dem Windows Desktop Bild: Reddit / Screenshot golem.de

Microsoft blendet Werbehinweise in das Startmenü von Windows ein und fordert Anwender während des Einrichtungsassistenten zur Verwendung seiner Dienste auf. Wie The Register(öffnet im neuen Fenster) schreibt, nutzt das Unternehmen nun auch den Desktop als Fläche für Werbemaßnahmen. Über die hauseigene Anwendung Bing Wallpaper spielte der Konzern eine Werbeaktion für die Harry-Potter-Filmreihe aus.

Nutzer der Anwendung berichteten auf Reddit(öffnet im neuen Fenster) sowie im Forum Microsoft Learn(öffnet im neuen Fenster), dass die gewohnte Anzeige von Landschafts- und Naturaufnahmen durch eine Werbegrafik unterbrochen wurde. Das gezeigte Hintergrundbild besteht aus einer minimalistischen Vektorgrafik des Schlosses Hogwarts aus den Verfilmungen der Buchreihe von J.K. Rowling. Die Grafik enthält den Text "Harry Potter/Fantastic Beasts 11-film collection" und den Zusatz, dass die Filme ab sofort verfügbar seien.

Unmut über geänderte Motivauswahl

Anwender äußerten Unverständnis über den Wechsel der Motive. Der Forennutzer Reed Miller erkundigte sich auf Microsoft Learn nach den Gründen und fragte, ob weitere Werbeeinblendungen folgen und eine Deinstallation der App erforderlich sei. Auch auf Reddit kritisierten Anwender den Austausch der gewohnten Tier-, Landschafts- und Architekturfotografien durch kommerzielle Inhalte.

Neben Kritik an Äußerungen der Autorin Rowling richteten sich zahlreiche Rückmeldungen gegen die Einblendung von Werbung auf dem Desktop. In den Rezensionen im Microsoft Store vergaben Anwender diverse Ein-Stern-Bewertungen für Bing Wallpaper. Ein Rezensent kündigte die umgehende Deinstallation der Software an.

Bisherige Kontroversen um die Anwendung

Die Anwendung stand bereits zuvor in der Kritik. Ende 2024 wurde bekannt, dass die Bing-Wallpaper-App Browser-Cookies auslas und entschlüsselte. Microsoft widersprach der Darstellung auf Nachfrage nicht direkt und erklärte, dass nicht alle Cookies der Browser Edge und Chrome eingesehen würden.

Microsoft setzt seit Längerem Werbeelemente im Betriebssystem ein. Im Jahr 2024 platzierte das Unternehmen etwa Werbung für den Microsoft Store im Startmenü von Windows 11. Werbeelemente finden sich mittlerweile auch im Datei-Explorer, wo Microsoft wiederholt für den eigenen Clouddienst Onedrive warb. Auch die Einführung einer eigenen Copilot-Taste auf Windows-Tastaturen sowie die Integration von Copilot in Taskleiste, Microsoft-365-Anwendungen und den Windows-Explorer lassen sich als Werbemaßnahmen für den hauseigenen KI-Dienst betrachten.


Relevante Themen