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Billighändler: EU-Kommission schaut Temu weiter auf die Finger

Der chinesische Online-Marktplatz Temu soll der Kommission nachweisen, dass geforderte Maßnahmen auch durchgeführt werden – sonst drohen Strafen.
/ Tobias Költzsch , dpa
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Temu ist in den letzten Jahren weltweit äußerst populär geworden. (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)
Temu ist in den letzten Jahren weltweit äußerst populär geworden. Bild: Justin Sullivan/Getty Images

Die Europäische Kommission verlangt vom Online-Händler Temu mehr Informationen zum Vorgehen gegen illegale Produkte. Die Brüsseler Behörde stellte am 11. Oktober 2024 ein Auskunftsersuchen auf der Grundlage des EU-Gesetzes für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA), wie sie mitteilte(öffnet im neuen Fenster) .

Demnach soll der chinesische Konzern unter anderem detaillierte Informationen über die Maßnahmen vorlegen, mit denen er das Wiederauftauchen von Händlern verhindern will, die illegale Produkte auf ihrem Online-Marktplatz verkaufen. Die Kommission will auch Auskunft, wie die Risiken für Verbraucher eingedämmt werden.

Temu muss den Angaben zufolge die geforderten Informationen bis zum 21. Oktober 2024 liefern. Auf Grundlage der Antworten werde die Kommission die nächsten Schritte festlegen. Wenn ein Unternehmen falsche, unvollständige oder irreführende Informationen bereitstelle oder sich weigere, die Fragen zu beantworten, könne die Behörde Geldstrafen verhängen.

Politischer Druck ist in den vergangenen Monaten gestiegen

Der politische Druck auf chinesische Billighändler wie Temu oder Shein ist in den vergangenen Monaten gestiegen. Nachdem die Verbraucherzentrale Temu abgemahnt und der Handelsverband Deutschland härtere Maßnahmen seitens der Politik gefordert hatten, beschäftigte sich auch die Bundespolitik mit dem Versandhändler. Im Mai 2024 wurde Temu als VLOP (Very Large Online Platform) eingestuft , weswegen sie unter das strengere Regelwerk des DSA fällt.

Das Gesetz über digitale Dienste (DSA) soll unter anderem sicherstellen, dass Plattformen illegale Inhalte auf ihren Seiten schneller entfernen als bislang. Nutzern wird es wiederum leichter gemacht, solche Inhalte zu melden. Grundsätzlich müssen große Dienste mehr Regeln befolgen als kleine.

In der Vergangenheit wurde bei Temu-Artikeln unter anderem fehlende oder gefälschte Sicherheitsklassifizierungen bemängelt. Außerdem verwendet der Händler starke Gamification-Elemente, um Nutzer zu Käufen zu bewegen.


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