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Wer gewinnt, wer verliert durch Open RAN?

Das heißt: Bei einem Durchbruch von Open RAN verlieren wahrscheinlich zuerst Nokia und Ericsson Anteile auf dem US-Markt, während die chinesischen Anbieter Huawei und ZTE in China erst einmal weniger zu fürchten haben. Denn es ist derzeit kaum davon auszugehen, dass Google, Facebook oder Microsoft in China Mobilfunknetze ausrüsten dürfen, solange Huawei und ZTE in den USA nicht zugelassen sind. Ob sich in China ein eigenes Open-RAN-Ökosystem ausbilden wird, bleibt abzuwarten.

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Das mag auch erklären, warum Ericsson eher klug zurückhaltend beim Thema Open RAN agiert und sich vergangenes Jahr in einem Beitrag sehr deutlich gegen eine regulatorische Privilegierung von Open RAN ausgesprochen hat. Damit ist klar: In der Realität ist bei Open RAN derzeit kein Beitrag zu einer stärkeren digitalen Souveränität Europas zu erkennen.

Senkt Open RAN die Kosten?

Dies wäre sicher für die Netzbetreiber ein zentrales Argument. Wenn Open RAN eine gleiche oder zumindest ähnliche Performance bietet wie das traditionelle RAN, aber gleichzeitig sehr viel günstiger ist, dann ist davon auszugehen, dass sich Open RAN durchsetzt, denn welches Unternehmen will nicht Kosten sparen?

Grundsätzlich muss im Mobilfunk zwischen den Anschaffungskosten (CAPEX) und den Betriebskosten (OPEX) unterschieden und wie bei jeglicher Technologie beides zunächst separat betrachtet werden, um die Gesamtkosten zu kennen. Es nützt also wenig, Equipment sehr günstig einzukaufen, um das CAPEX zu reduzieren, wenn es im Betrieb sehr viel mehr Energie verbraucht und viel wartungsintensiver ist.

Das Onlinemagazin Light Reading hat sich mit verschiedenen Analysten und Industrievertretern zum Kostenaspekt von Open RAN unterhalten. Die erste interessante Erkenntnis ist, dass das Einsparpotenzial bei Open RAN schon allein deshalb überschaubar ist, weil die Investitionskosten in das Radio Access Network gerade einmal rund 20 Prozent der gesamten CAPEX-Investitionskosten im Mobilfunkbereich ausmachen.

Stefan Pongratz von der Marktforschungsfirma Dell'Oro beziffert die jährlichen Ausgaben für RAN-Technologie auf rund 30 bis 35 Milliarden US-Dollar, die gesamten Investitionskosten liegen bei 150 Milliarden US-Dollar. Daryl Schoolar, Analyst bei Omdia, schätzt das RAN-Investment ebenfalls auf 18 bis 20 Prozent. Das Einsparpotenzial von Open RAN sieht er bei 20 Prozent dieser knapp 20 Prozent Gesamtkosten. Der Rest seien Arbeitslohn, Konstruktionskosten oder Ausgaben für Backhaul und Kernnetz.

Und auch der dänische Analyst John Strand geht davon aus, dass die potenziellen CAPEX-Einsparungen sich eher im mikroskopischen Bereich bewegen werden, nämlich bei 1 Prozent des durchschnittlichen Umsatzes pro Nutzer.

Zu den derzeit überschaubaren Einsparmöglichkeiten beim CAPEX kommen große offene Fragen beim OPEX. Schoolar warnte sogar, dass Einsparungen beim CAPEX von höheren Betriebskosten schnell zunichte gemacht werden könnten. Er vergleicht es mit dem Einkauf einzelner Komponenten eines Computers, den man sich selbst zusammenbaut, im Unterschied zu einem schon fertigen Gerät: "Bei einem fertigen System wurde alles so konzipiert, dass es eng integriert ist und alle Teile so ausgewählt wurden, dass sie zusammenarbeiten, während im anderen Fall ein Haufen bester Einzelteile ausgewählt wird, die vielleicht nicht ganz optimal zusammenarbeiten", erklärt er. "Das Geld, das man beim Kauf von Einzelteilen spart, könnte mit der Zeit bezahlt werden, die man verliert, wenn man alles zusammensetzt und dafür sorgt, dass alles richtig funktioniert."

So sieht das auch Per Narvinger, Head of Product Area Networks bei Ericsson, wenn er zu Open RAN kommentiert: "Es wäre traurig, wenn wir etwas bauen, das nur für einen einzigen Zweck bestimmt ist und wir es nicht kostengünstiger als mit Allzweck-Hardware machen können."

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/mecki78 30. Jan 2021 / Themenstart

Der Begriff Open RAN beschreibt aber keine Umsetzung, sondern eine Ideologie. Alles ist...

FlashBFE 28. Jan 2021 / Themenstart

Danke +1 (Können wir nicht endlich mal Daumen-Hoch- / Daumen-Runter-Buttons am Ende von...

Kleba 26. Jan 2021 / Themenstart

So liest er sich auch - aber auch von mir ein "Danke" dafür :-) Den werde ich mit...

etcshadow 26. Jan 2021 / Themenstart

naja, die 3GPP hat alle wesentlichen Schnittstellen definiert (mit ein paar Ausnahmen, z...

waldmeisda 26. Jan 2021 / Themenstart

Wie toll Hardware von der Stange im Vergleich zu FPGA/ASICS und Speziealchips...

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