Bill Moggridge: Laptop-Erfinder im Alter von 69 Jahren gestorben
Viele Computer stehen heutzutage nicht mehr unter dem Schreibtisch, sondern sind tragbar. Zum Arbeiten oder Spielen klappen wir den Deckel des Computers hoch und haben einen senkrecht stehenden Monitor und eine waagerechte Tastatur. Dieses Konzept stammt von dem Produktdesigner Bill Moggridge. Der Brite ist am Samstag im Alter von 69 Jahren gestorben.

Grid Compass(öffnet im neuen Fenster) hieß der erste Computer, der dem Konzept folgte, das Moggridge 1979 entwickelte. Der Rechner hatte einen Intel-8086-Prozessor und 340 KByte Magnetblasenspeicher. Das Display hatte eine Auflösung von 320 x 240 Pixeln. Festplatten oder Diskettenlaufwerke wurden per General Purpose Instrumentation Bus (GPIB) angeschlossen. Der Computer verfügte schon über ein eingebautes Modem – mit einer Datenrate von 1.200 bit/s. Das Design ließ sich Moggridges Auftraggeber Grid patentieren.
Laptops für das Spaceshuttle
Verglichen mit heutigen Geräten war der Computer nur bedingt tragbar: Sein Gehäuse bestand aus Magnesium und er wog gut fünf Kilogramm. Damit war er aber immer noch leichter als andere tragbare Computer dieser Zeit. Das US-Militär interessierte sich für das Gerät, weil es wegen seines Gehäuses sehr stabil war. Für diesen Kunden spielte der Preis auch keine so große Rolle – der Grid Computer kostete etwa 8.200 US-Dollar. Zu den Abnehmern gehörte zudem die US-Weltraumbehörde Nasa – sie gab den Spaceshuttle-Besatzungen die Rechner mit auf den Weg ins All.
Moggridge selbst habe seinen beruflichen Werdegang in drei Phasen unterteilt, schreibt das Smithsonian Cooper-Hewitt, National Design Museum in seinem Nachruf(öffnet im neuen Fenster) – seit 2010 war Moggridge Direktor des New Yorker Museums(öffnet im neuen Fenster) : Er habe als Designer angefangen, sei dann zum Leiter von Designteams und schließlich zum Kommunikator geworden.
Drei Phasen
In der ersten Phase entwickelte er technische Geräte wie den Grid Computer. Die zweite Phase begann 1991, als er sein 1979 in Palo Alto im US-Bundesstaat Kalifornien gegründetes Designbüro mit den Büros von David Kelley und Mike Nuttall zu dem einflussreichen Design- und Beratungsunternehmen Ideo(öffnet im neuen Fenster) zusammenlegte. Ideo entwickelte unter anderem Computermäuse für Apple und Microsoft sowie einen der PDAs von Palm. In dieser Zeit entwickelte Moggridge Methoden und Prozesse für interdisziplinäre Arbeitsgruppen.
2000 schließlich begann die dritte Phase von Moggridges Karriere, in der er seine Sicht auf das Design und dessen Bedeutung für das Alltagsleben vorgestellt hat: Er hat zwei Bücher dazu geschrieben, Designing Interactions(öffnet im neuen Fenster) im Jahr 2006 und Designing Media(öffnet im neuen Fenster) im Jahr 2010. Zudem machten ihn seine Ansichten in Vorträgen und während seiner Lehrtätigkeit am Royal College of Art in London oder an der Stanford University bekannt.
Auszeichnungen
Für seine Tätigkeit wurde er mehrfach ausgezeichnet: So erhielt er 2009 vom Cooper-Hewitt, National Design Museum den Preis für sein Lebenswerk. 2010 wurde er mit dem von Prince Philip, dem Mann der englischen Königin Elsiabeth II., gestifteten Designers Prize ausgezeichnet. Zuletzt verlieh ihm das California College of Arts im März dieses Jahres die Ehrendoktorwürde.
Moggridge starb am 8. September 2012 in San Francisco an den Folgen einer Krebserkrankung. Er wurde 69 Jahre alt und hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.