Abo
  • Services:

Bill Moggridge: Laptop-Erfinder im Alter von 69 Jahren gestorben

Der erste Laptop wog noch fünf Kilogramm und kostete über 8.000 US-Dollar. Doch das Design war wegweisend: Heute werden diese Geräte millionenfach verkauft. Sein Erfinder, der Brite Bill Moggridge, ist am Wochenende im Alter von 69 Jahren gestorben.

Artikel veröffentlicht am ,
Bill Moggridge (2010, bei der National Design Awards Gala): 5-Kilo-Laptop
Bill Moggridge (2010, bei der National Design Awards Gala): 5-Kilo-Laptop (Bild: Gary Gershoff/Getty Images)

Viele Computer stehen heutzutage nicht mehr unter dem Schreibtisch, sondern sind tragbar. Zum Arbeiten oder Spielen klappen wir den Deckel des Computers hoch und haben einen senkrecht stehenden Monitor und eine waagerechte Tastatur. Dieses Konzept stammt von dem Produktdesigner Bill Moggridge. Der Brite ist am Samstag im Alter von 69 Jahren gestorben.

Stellenmarkt
  1. Beckhoff Automation GmbH & Co. KG, Verl
  2. Bosch Gruppe, Grasbrunn

Grid Compass hieß der erste Computer, der dem Konzept folgte, das Moggridge 1979 entwickelte. Der Rechner hatte einen Intel-8086-Prozessor und 340 KByte Magnetblasenspeicher. Das Display hatte eine Auflösung von 320 x 240 Pixeln. Festplatten oder Diskettenlaufwerke wurden per General Purpose Instrumentation Bus (GPIB) angeschlossen. Der Computer verfügte schon über ein eingebautes Modem - mit einer Datenrate von 1.200 bit/s. Das Design ließ sich Moggridges Auftraggeber Grid patentieren.

Laptops für das Spaceshuttle

Verglichen mit heutigen Geräten war der Computer nur bedingt tragbar: Sein Gehäuse bestand aus Magnesium und er wog gut fünf Kilogramm. Damit war er aber immer noch leichter als andere tragbare Computer dieser Zeit. Das US-Militär interessierte sich für das Gerät, weil es wegen seines Gehäuses sehr stabil war. Für diesen Kunden spielte der Preis auch keine so große Rolle - der Grid Computer kostete etwa 8.200 US-Dollar. Zu den Abnehmern gehörte zudem die US-Weltraumbehörde Nasa - sie gab den Spaceshuttle-Besatzungen die Rechner mit auf den Weg ins All.

Moggridge selbst habe seinen beruflichen Werdegang in drei Phasen unterteilt, schreibt das Smithsonian Cooper-Hewitt, National Design Museum in seinem Nachruf - seit 2010 war Moggridge Direktor des New Yorker Museums: Er habe als Designer angefangen, sei dann zum Leiter von Designteams und schließlich zum Kommunikator geworden.

Drei Phasen

In der ersten Phase entwickelte er technische Geräte wie den Grid Computer. Die zweite Phase begann 1991, als er sein 1979 in Palo Alto im US-Bundesstaat Kalifornien gegründetes Designbüro mit den Büros von David Kelley und Mike Nuttall zu dem einflussreichen Design- und Beratungsunternehmen Ideo zusammenlegte. Ideo entwickelte unter anderem Computermäuse für Apple und Microsoft sowie einen der PDAs von Palm. In dieser Zeit entwickelte Moggridge Methoden und Prozesse für interdisziplinäre Arbeitsgruppen.

2000 schließlich begann die dritte Phase von Moggridges Karriere, in der er seine Sicht auf das Design und dessen Bedeutung für das Alltagsleben vorgestellt hat: Er hat zwei Bücher dazu geschrieben, Designing Interactions im Jahr 2006 und Designing Media im Jahr 2010. Zudem machten ihn seine Ansichten in Vorträgen und während seiner Lehrtätigkeit am Royal College of Art in London oder an der Stanford University bekannt.

Auszeichnungen

Für seine Tätigkeit wurde er mehrfach ausgezeichnet: So erhielt er 2009 vom Cooper-Hewitt, National Design Museum den Preis für sein Lebenswerk. 2010 wurde er mit dem von Prince Philip, dem Mann der englischen Königin Elsiabeth II., gestifteten Designers Prize ausgezeichnet. Zuletzt verlieh ihm das California College of Arts im März dieses Jahres die Ehrendoktorwürde.

Moggridge starb am 8. September 2012 in San Francisco an den Folgen einer Krebserkrankung. Er wurde 69 Jahre alt und hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 399€ (Vergleichspreis ab 467€)
  2. 119,90€

elgooG 11. Sep 2012

Also meine HP Elitebook 8760w hat 4,5 kommt also sehr nahe dran. ;-) Ich frage mich...


Folgen Sie uns
       


Nuraphone Kopfhörer- Test

Der Nuraphone bietet einen automatischen Hörtest, der den Frequenzgang des Kopfhörers je nach Nutzer unterschiedlich einstellt. Die Klangqualität des ungewöhnlichen Kopfhörers hat Golem.de im Test überzeugt.

Nuraphone Kopfhörer- Test Video aufrufen
Resident Evil 2 angespielt: Neuer Horror mit altbekannten Helden
Resident Evil 2 angespielt
Neuer Horror mit altbekannten Helden

Eigentlich ein Remake - tatsächlich aber fühlt sich Resident Evil 2 an wie ein neues Spiel: Golem.de hat mit Leon und Claire gegen Zombies und andere Schrecken von Raccoon City gekämpft.
Von Peter Steinlechner

  1. Resident Evil Monster und Mafia werden neu aufgelegt

Machine Learning: Wie Technik jede Stimme stehlen kann
Machine Learning
Wie Technik jede Stimme stehlen kann

Ein Unternehmen aus Südkorea arbeitet daran, Stimmen reproduzierbar und neu generierbar zu machen. Was für viele Branchen enorme Kosteneinsparungen bedeutet, könnte auch eine neue Dimension von Fake News werden.
Ein Bericht von Felix Lill

  1. AWS Amazon bietet seine Machine-Learning-Tutorials kostenlos an
  2. Random Forest, k-Means, Genetik Machine Learning anhand von drei Algorithmen erklärt
  3. Machine Learning Amazon verwirft sexistisches KI-Tool für Bewerber

Drahtlos-Headsets im Test: Ohne Kabel spielt sich's angenehmer
Drahtlos-Headsets im Test
Ohne Kabel spielt sich's angenehmer

Sie nerven und verdrehen sich in den Rollen unseres Stuhls: Kabel sind gerade bei Headsets eine Plage. Doch gibt es so viele Produkte, die darauf verzichten können. Wir testen das Alienware AW988, das Audeze Mobius, das Hyperx Cloud Flight und das Razer Nari Ultimate - und haben einen Favoriten.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Sieben Bluetooth-Ohrstöpsel im Test Jabra zeigt Apple, was den Airpods fehlt
  2. Ticpods Free Airpods-Konkurrenten mit Touchbedienung kosten 80 Euro
  3. Bluetooth-Ohrstöpsel im Vergleichstest Apples Airpods lassen hören und staunen

    •  /