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Bill Gates: Microsoft wollte Whatsapp kaufen

Der Microsoft-Gründer und Großaktionär Bill Gates hat in einem Interview mit einem US-Magazin seine Ansichten über die IT-Welt im Allgemeinen und die Microsoft-Welt im Besonderen geäußert.
/ Harald Weiss
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Microsoft-Gründer Bill Gates sieht Parallelen zu Mark Zuckerberg. (Bild: Chip Somodevilla/Getty Images)
Microsoft-Gründer Bill Gates sieht Parallelen zu Mark Zuckerberg. Bild: Chip Somodevilla/Getty Images

Das US-Magazin Rolling Stone hat ein ausführliches Gespräch(öffnet im neuen Fenster) mit Bill Gates geführt. Darin bietet der aktuell reichste Mann der Welt ein paar Einblicke in seine Denkweise, seine Einschätzung der IT-Welt sowie der Microsoft-Konkurrenz. Beispielsweise bewundert er Mark Zuckerberg und dessen Akquisition von Whatsapp. "Mark kann es sich leisten zu sagen: 'Ich gebe 19 Milliarden US-Dollar für etwas aus, das praktisch kein Geschäftsmodell hat' – das ist aggressiv und klug, denn Kundendaten sind heute äußerst wertvoll. Sobald Leute anfangen zu kommunizieren, bleibt es nicht beim Texten. Dann kommen Fotos, Dokumente und gemeinsame Spiele hinzu", lautet seine Beurteilung des Milliardendeals, der wegen seiner Höhe ein lebhaftes Echo hatte. Der Hinweis, dass außer Facebook auch Google an Whatsapp interessiert war, führte zu der überraschenden Antwort: "Ja, ja, Microsoft wollte es auch kaufen. Ich weiß nicht, ob auch für 19 Milliarden, aber die Firma ist extrem wertvoll."

Gemeinsamkeiten mit Mark Zuckerberg

Insgesamt sieht Gates viele Parallelen zwischen sich selbst und Zuckerberg. "Wir haben beide unser Harvard-Studium geschmissen und wir haben beide eine sture Einstellung zu dem, was Software alles leisten kann. Im Gegensatz zu mir ist er mehr ein Produktmanager. Ich war früher mehr der Coder, der in den Tiefen der Architektur gearbeitet hat. Aber so groß ist der Unterschied nicht. Ich habe immer mit der Architektur angefangen, Mark startet stets mit dem Produkt – und Steve Jobs begann immer mit der Ästhetik."

Google: viel Geld für viele Aktivitäten

Auch für Google fand Gates anerkennende Worte. "Suche generiert sehr viel Geld, und mit viel Geld kann man sich viele Einbahnstraßen leisten. Wir hatten so eine luxuriöse Situation in den 90er Jahren. Damals haben wir viel Geld für interaktives TV und ein digitales Portemonnaie ausgegeben. Vieles davon war der Zeit weit voraus – aber wir konnten es uns leisten", sagt er über den Vergleich von Google mit Microsoft.

"Snowden ist für mich kein Held"

Weniger anerkennende Worte fand Gates für den US-Whistleblower Edward Snowden. "Er hat das Gesetz gebrochen, also ist er für mich kein Held. Wenn er hier im Land geblieben wäre und mit zivilem Ungehorsam auf die Dinge aufmerksam gemacht hätte, würde er für mich in das Modell einer Person passen, die wirklich etwas ändern will. So aber habe ich kaum Anerkennung für ihn", antwortete er auf die entsprechende Frage.

Ein Drittel der Zeit bei Microsoft

Auch über Microsofts neuen CEO Satya Nadella wurde gesprochen. "Satya bat mich, dass ich mir ein paar Produktpläne anschaue, dass ich ihm bei ein paar schnellen Entscheidungen helfe, welche neuen Wege er einschlagen soll", war sein Kommentar über das aktuelle Engagement bei Microsoft. Gates schätzt, dass er jetzt ein Drittel seiner Zeit wieder mit Microsoft verbringt und nur noch zwei Drittel bei seiner Stiftung arbeitet.


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