Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Bill Gates: "Malariaopfern hilft der Google-Ballon nicht"

Bill Gates hat sich kritisch zu Googles Project Loon geäußert, mit dem durch große Ballons Internet in unterentwickelte Gebiete gebracht werden soll. Er kritisiert auch die sonstigen Hilfsaktivitäten des Microsoft-Konkurrenten.
/ Andreas Donath
157 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Bill Gates im Mai 2013 (Bild: Win McNamee/Getty Images News)
Bill Gates im Mai 2013 Bild: Win McNamee/Getty Images News

Bill Gates hält die Entwicklungshilfeaktivitäten von Google, das Internet in arme Länder bringen will, nicht unbedingt für sinnvoll. In einem Interview(öffnet im neuen Fenster) mit der Website Businessweek sagte Gates: "Wenn Sie an Malaria sterben, dann blicken Sie in den Himmel und sehen den Ballon – und ich bin mir nicht im Klaren darüber, wie der Ihnen helfen soll."

Googles Internetzugang Loon funktioniert mit Ballons in der Stratosphäre und soll Geschwindigkeiten aktueller 3G-Modems erreichen. Ein einzelner Ballon kann bei einer Höhe von 20 km einen Durchmesser von 40 km abdecken. Die Energieversorgung der Loon-Ballons wird über Solarzellen realisiert, die Akkus aufladen und damit auch den Nachtbetrieb sichern.

Er sei zwar ein großer Verfechter der digitalen Revolution und es nütze viel, medizinische Zentren und Schulen online zu bringen, aber die wichtigsten Probleme von Menschen in sehr armen Ländern, löse das nicht. "Wenn ein Kind Durchfall bekommt, dann gibt es keine Website, die dagegen etwas tun kann", sagte der Microsoft-Mitgründer, der über die Bill & Melinda Gates Foundation gegen Malaria und Durchfallerkrankungen in der Dritten Welt durch Unterstützung von Forschung, aber auch durch konkrete Hilfsprojekte kämpft.

Auch über Charity-Projekte von Google äußerte sich Gates recht negativ. Google.org(öffnet im neuen Fenster) – die Non-Profit-Organisation von Google – entwickelt nach eigenen Angaben Technologien mit denen globalen Herausforderungen begegnet werden kann. Gates lässt im Interview mit Businessweek an den konkreten Inhalten kaum ein gutes Haar: "Google ist mit dem Versprechen gestartet, sich breit aufzustellen, hat Larry Brilliant(öffnet im neuen Fenster) eingestellt und bekam fantastische Publicity. Und dann hat es diese ganze Arbeit eingestellt." Nun bearbeite Google nur noch sein Kerngeschäft. Das helfe den Armen nicht, resümiert Gates. Allerdings existiert Google.org nach wie vor und stellt vornehmlich Informationen für Menschen zur Verfügung, die durch Katastrophen betroffen sind.


Relevante Themen