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Bill Gates (beim Faculty Summit  am 15. Juli 2013): Wearables helfen beim Schummeln.
Bill Gates (beim Faculty Summit am 15. Juli 2013): Wearables helfen beim Schummeln. (Bild: Microsoft/Screenshot: Golem.de)

Bill Gates Gott sei Dank für kommerzielle und für freie Software

Bill Gates hat sich bei der Eröffnung der Konferenz Faculty Summit einer Fragerunde gestellt. Der Gründer eines der größten Softwareunternehmen der Welt erzählte über die Arbeit seiner Stiftung und gestand nebenbei freier Software eine wichtige Rolle zu.

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Microsoft-Gründer Bill Gates ist bei der Eröffnungsveranstaltung des Faculty Summits aufgetreten, der von Microsoft Research organisiert wird. Gates hielt eine kurze Ansprache und beantwortete anschließend Fragen aus dem Publikum vor Ort und im Netz.

Ein Fokus der Stiftung richte sich auf die USA, und das sei Bildung. Hier gehe es vor allem darum, die hohe Abbrecherquote zu senken. Die USA hätten die höchste Rate an Abbrechern in der höheren Bildung in den Industrienationen, sagte Gates. Die Gates Foundation will das mit Hilfe von Computern ändern.

Das Lehren stehe vor einem grundlegenden Wandel, sagte Gates. Seiner Ansicht nach hat der Frontalunterricht, wie er heute praktiziert wird, bald ausgedient. Er werde in Zukunft eher wie konservierte Musik sein, die nach Belieben abgespielt werden könne. Er begrüßte in dem Zusammenhang, dass renommierte Universitäten wie das Massachusetts Institute Of Technology Unterrichtsmaterialien ins Netz stellten. Er glaube, dass künftig noch viel mehr hochwertiges Material kostenlos online verfügbar sein werde.

Soziales Lernen statt Katzen-Content

Auch die sozialen Medien könnten hier eine wichtige Rolle spielen. Sie böten Menschen mit gleichen Interessen eine gute Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren und gemeinsam zu lernen. Gates glaubt, dass die sozialen Medien hier einen großen Wandel herbeiführen können. Allerdings sei es noch nicht so weit. Derzeit würden sie zum Teil deswegen nicht ernst genug genommen, weil die Nutzer mitteilten, was ihre Katze zum Frühstück bekommen hätte.

Ob er denn auch eine Rolle für die sogenannten Wearables in der Schule sehe, wurde er gefragt. "Ich schätze, sie helfen beim Schummeln", sagte Gates und erntete damit Gelächter beim Publikum. Er halte diese Technik für "sehr cool", sagte er. Er bringe sie aber nicht unbedingt mit Unterricht in Verbindung.

Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern

Der andere Fokus richte sich auf die Entwicklungsländer. Hier gehe es um Gesundheit und um Armutsbekämpfung. In dem Bereich seien Computer sehr nützlich: So könnten etwa Modelle für die Verbreitung von Krankheiten aufgestellt werden. Beispielsweise sei es möglich, die Verbreitung von Moskitos zu berechnen, um zu entscheiden, wie die Menschen in den betroffenen Regionen mit Moskitonetzen versorgt werden können.

Ein anderer Einsatzzweck sei die Sequenzierung des Genoms von Krankheitserregern oder von Nutzpflanzen. Letztere könnten beispielsweise ertragreicher gemacht oder resistenter gegen äußere Einflüsse werden. Als Beispiel nannte er eine Reissorte, die weniger anfällig für Trockenheit sei.

Ein weiterer Bereich sei die Wirtschaft: Mikrokredite allein hätten sich nicht als erfolgreich erwiesen. Sie hätten deshalb ein System für mobile Transaktionen über das Mobiltelefon ermöglicht. Darüber könnten auch kleinere Beträge direkt an eine Person überwiesen werden.

Optimist Gates

Ein Forscher vom Imperial College in London fragte Gates nach der Kehrseite seiner Arbeit: Millionen Moskitos zu töten helfe vielleicht, die Malaria auszurotten - aber welche Auswirkungen habe das auf die Nahrungskette? Oder eine digitale Währung könne abgehört werden. Man könnte darüber sicher endlos debattieren, sagte Gates darauf. Er aber habe die Tendenz, die guten Seiten zu sehen, also die Fortschritte, die die Arbeit der Stiftung den Menschen in den Entwicklungsländern gebracht habe.

Gefragt nach seiner Ansicht zu geistigem Eigentum, antwortete Gates: "Gott sei Dank für kommerzielle Software" - diese ernähre eine Menge Menschen, die in diesem Bereich arbeiteten -, um gleich nachzusetzen: "Gott sei Dank für freie Software." Diese habe beispielsweise im Bildungswesen eine wichtige Funktion, da sie Schülern und Studenten die Möglichkeit biete, zu experimentieren und zu lernen.

Gates verteidigte Patente und geistiges Eigentum: In den Bereichen Pharmazie oder Landwirtschaft würden die Einnahmen für die Lizenzen die Forschung finanzieren, die Leben rette, sagte er. Seine Stiftung habe bei ihrer Arbeit keine Urheberrechtsprobleme bekommen. Das Ganze sei sehr komplex, und es sei nicht möglich, eines der beiden Systeme - geistiges Eigentum oder Open Source - ohne Probleme abzuschalten. Seiner Ansicht nach funktioniere eine Mischung aus kommerziell und frei gut.

Von Rockefeller inspiriert

Krankheiten und Armut sieht er als die größten Probleme der Menschheit. Sein wichtigstes Ziel sei die Bekämpfung der Kindersterblichkeit. Da habe es deutliche Fortschritte gegeben: Zu der Zeit, als er geboren wurde, seien im Jahr 20 Millionen Kinder gestorben. 2000, dem Jahr, als seine Stiftung ihre Arbeit aufgenommen hat, waren es 12 Millionen, heute noch 7 Millionen. Bis in 15 Jahren will er die Zahl auf 3 Millionen senken.

Er sei von der vorigen Generation an Philanthropen inspiriert, wie Rockefeller, Ford, Carnegie, sagte Gates. Er selbst engagiere sich, weitere Milliardäre dazu zu bewegen, große Teile ihres Vermögens für karitative Zwecke zu spenden. Besonders groß sei die Bereitschaft bei denen, die selbst ein Vermögen gemacht haben, etwa bei den neuen Reichen in China oder Indien, da diese die Armut noch selbst kennengelernt hätten.


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hw75 17. Jul 2013

Dafür verstehen Wikipedia-Klugscheißer einfachste Kontexte nicht, und allgemeinen...

hw75 17. Jul 2013

Genau, diese beiden einzelnen Individuen sind für die komplette technologische...

Nile 17. Jul 2013

Dann solltest du den Kopp am Besten auch gar nicht einschalten, da lebt es sicher...

Wakarimasen 16. Jul 2013

Ich versteh auch nicht warum man gentechnisch veränderte Nahrung so schlecht redet. Klar...

gepa 16. Jul 2013

Weiss nicht, wenn er das Geld ja eh spendet bei seinem Tod. Weniger an den Fiskus...



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