Bildung: Schon Kindergartenkinder an Computer und Smartphone gewöhnen

Kinder sollen den Umgang mit digitalen Medien schon früh lernen. Das sei so wichtig wie das Üben mit der Schere, meint das Sozialministerium in Mecklenburg-Vorpommern.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Kinder, die auf Tablets starren?
Kinder, die auf Tablets starren? (Bild: Nadine Doerle/Pixabay)

Computer und Smartphone sollen künftig schon im Kindergarten eine Rolle spielen. In der neuen Bildungskonzeption, die das Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommerns am 2. Februar vorgelegt hat, ist dazu das Kapitel Medien und Digitale Bildung gründlich überarbeitet worden. Kinder beobachteten heute bereits in sehr jungem Alter, dass Smartphones und andere digitale Geräte für das Leben eine bedeutende Rolle spielten, heißt es in dem Papier, das den Rahmen für die Bildungsarbeit der rund 1.120 Kitas und 900 Tageseltern in Mecklenburg-Vorpommern setzt.

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Während für Kinder unter drei Jahren keine Beschäftigung mit digitalen Medien empfohlen wird, sieht das für die Drei- bis Sechsjährigen anders aus. Digitale Medien ermöglichten neue Erfahrungen, wenn Kinder diese nicht nur konsumierend, sondern als Werkzeuge nutzten, heißt es. "Nimmt man ein Tablet mit zum Waldspaziergang, kann es von den Kindern als Lupe oder als Mikroskop eingesetzt werden."

Für ein selbstbestimmtes, mündiges Leben sei es wichtig, nicht mehr nur zu erfahren, wie sich ein Baum anfühlt oder Papier zerschnitten oder zerrissen werden kann und sich dadurch verändert. "Für Kinder macht es grundsätzlich keinen Unterschied, ob sie das Blatt mit der Schere zerschneiden oder digital einen Ausschnitt eines Bildes wählen." Erarbeiten und einüben müssten sie beide Techniken. "Es ist sinnvoll, sie gleichwertig nebeneinanderzustellen statt konkurrierend gegenüber", empfiehlt die Kita-Bildungskonzeption.

Kindheit von Medien geprägt

Weiter heißt es, auch schon das Aufwachsen im 19. und 20. Jahrhundert sei durch eine mediale beziehungsweise medial vermittelte Kindheit geprägt gewesen. Auch heute spielten Medien, darunter zunehmend digitale, in Familien und beim Aufwachsen von Kindern eine wesentliche Rolle. "Ziel ist es, den unterschiedlichen Entwicklungsstand der Medienaneignung mit altersgerechten Kompetenzen zu kombinieren, damit sie zusätzliche Chancen gesellschaftlicher Teilhabe nutzen können", fordert das Papier.

Um Kinder bei der Verarbeitung von Medienerlebnissen unterstützen zu können, benötigten die entsprechenden Fachkräfte jedoch spezifische Kenntnisse und medienpädagogische Fähigkeiten. Nur so könnten sie den Kindern eine altersangemessene Medienkompetenz vermitteln, heißt es in der Bildungskonzeption.

Zumindest an Schulen scheint es damit noch nicht weit her zu sein. Ein EU-Bildungsbericht attestierte den deutschen Schulen erst kürzlich eine unterdurchschnittliche digitale Ausstattung. Oft mangele es den Schülern an einfachsten IT-Kenntnissen, heißt es in dem Bericht. Unterdurchschnittliche Kenntnisse bei grundlegenden IT-Anwendungen seien in Deutschland bei 33,2 Prozent der Schülerschaft zu beobachten.

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    Von Hanno Böck

captain_spaulding 04. Feb 2021

Sehr rudimentär. Vielleicht wenn es darum geht, die Videos anzuschauen die dir Youtube...

anyuser 03. Feb 2021

Elter geben ihren Kindern einfach das Handy in...

christian_k 03. Feb 2021

Zur Zeit stellt der politische und gesellschaftliche 'Wind' den Schutz von Risikogruppen...

PSmith 03. Feb 2021

.... nur so kann die Industrie und der Handel noch mehr Gewinne erwirtschaften. (Wer...

Jolla 03. Feb 2021

Wenn das Kind alt genug ist um damit etwas zu machen sollte es auch alt genug sein, um...


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