Bildsensoren: Sony will bei selbststeuernden Autos mitmischen

Sonys Stärke liegt nicht nur bei Spielekonsolen, sondern vor allem bei selbst entwickelten Bildsensoren, die die letzte Bilanz retteten. Darauf aufbauend investiert Sony nun in den Markt für autonome Fahrzeuge, die ohne Orientierungssensoren kaum auskommen werden.

Artikel veröffentlicht am , Michael Linden
Der Automarkt bietet für Sony große Absatzmöglichkeiten für seine Kameramodule.
Der Automarkt bietet für Sony große Absatzmöglichkeiten für seine Kameramodule. (Bild: Open Automotive Alliance)

Sony hat rund 100 Millionen Yen (737.200 Euro) in ZMP investiert. Das japanische Startup entwickelt Roboter-Autos, die sich selbst orientieren können und ihr Ziel selbstständig erreichen. Die Anschubfinanzierung wäre nicht der Rede wert, wenn sie nicht flankiert würde durch den Zugriff auf Sonys Bildsensortechnik, wie die Financial Times unter Berufung auf zwei Personen, die mit der Sache vertraut sind, berichtet. 

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Schon auf der CES 2015 war erkennbar, dass sich die Computerindustrie wandelt. Namen wie Nvidia werden im Bereich Automotive gehandelt und Google forscht im Bereich selbstfahrende Autos. BMW verbindet Smartwatches mit Fahrzeugen und Audi schickt einen A7 zur Computermesse, der natürlich weitgehend selbst zum Ziel steuert. Angeblich entwickelt auch Apple ein Auto - laut der Nachrichtenagentur Reuters wird dabei ebenfalls autonom steuernde Technik entwickelt.

Marktforscher sagen Verdreifachung des Absatzvolumens für Kameras voraus

Der Automarkt bietet für Sony einen riesigen Absatzmarkt für seine Kameramodule. Schließlich werden in einem Smartphone in aller Regel nur zwei Kameras benötigt, bei Fahrzeugen werden es bis zu zehn Stück sein. Das Marktforschungsinstitut IHS schätzt, dass sich das Absatzvolumen für Kameras im Automotive-Bereich bis 2020 auf 102 Millionen Einheiten ausweitet. Derzeit werden nur rund 30 Millionen Kameramodule in diesem Bereich abgesetzt. Zudem werden Kameras für die Autos vier- bis fünfmal teurer sein als die für Smartphones - sie müssen schlicht länger halten und unter extremen Bedingungen funktionieren. 

Sonys Marktanteil bei CMOS-Sensoren liege weltweit bei ungefähr 40 Prozent, berichtet die Financial Times. Hauptkonkurrenten sind Omnivision und Samsung, die jeweils 16 Prozent des Marktes ausmachen. Das geht aus Zahlen des Marktforschungsinstituts Techno Systems Research hervor. Im Automotive-Sektor spielen Sonys Sensoren jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Hier sei der Marktanteil mit fünf Prozent eher gering und Aptina und Omnivision die wichtigsten Player. 

Sony will Umsatz mit Bildsensoren um 70 Prozent steigern

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Im letzten ausgewiesenen Geschäftsquartal konnte Sony zwar einen gestiegenen Konzernumsatz melden, was an dem guten Ergebnis der Playstation-Sparte lag: Deren Umsatz stieg um 83 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und Sony erzielte einen Gewinn von 156 Millionen Euro. Problematisch ist es jedoch in der Mobilfunksparte. Hier gab es inklusive Sondereffekten einen Verlust von 1,23 Milliarden Euro.

Hiroki Totoki, Sonys neuer Chef der Mobilsparte, hat auf einer Investorenkonferenz laut Medienberichten die Devise ausgegeben, dass Sony nicht auf Marktanteile, sondern auf Profite aus sei. Wie die Pläne genau aussehen, wird sich erst im nächsten Jahr zeigen. Sony will im März 2015 seine Restrukturierungspläne für den Mobilbereich spezifizieren.

Der Konzern will die Umsätze mit der Playstation und den Spielen künftig um 25 Prozent auf 1,6 Billion Yen steigern. Bei den von Sony hergestellten Bildsensoren sollen die Umsätze gar um 70 Prozent auf 1,5 Billionen Yen erhöht werden. Sony verwendet die Bildsensoren nicht nur bei den eigenen Kameras, sondern verkauft sie auch weiter, zum Beispiel an Smartphone-Hersteller.

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