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Bildmanipulation: Agenturen ziehen Bild von Prinzessin Kate zurück

Im Zeitalter des KI-Hypes reicht auch immer noch klassische, verpatzte Bildbearbeitung, um Verschwörungserzählungen zu bedienen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Das Bild von Prinzessin Kate und ihren Kindern zeigt deutliche Bildmanipulationen. (Bild: KensingtonRoyal/X.com)

Mehrere internationale Nachrichtenagenturen haben am Sonntagabend ein Bild von Prinzessin Kate und ihren Kindern wegen Manipulationsverdachts zurückgezogen. Das vom Kensington-Palast herausgegebene Foto ist das erste offizielle Bild der Prinzessin von Wales seit ihrer Bauch-Operation im Januar. Der Palast hatte es am Sonntag anlässlich des britischen Muttertags auf der Plattform X (vormals Twitter) veröffentlicht. Es wurde von mehreren internationalen Nachrichtenagenturen weiterverbreitet und ist weiterhin online.

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Wie die US-Agentur Associated Press (AP) am Abend mitteilte, kam sie nach genauer Überprüfung jedoch zu dem Schluss, dass es von der Quelle "auf eine Weise manipuliert worden zu sein [scheint], die nicht den Fotostandards von AP entspricht. Das Foto zeigt eine Inkonsistenz" in der Darstellung der linken Hand von Prinzessin Charlotte, so die Begründung für die Zurückziehung durch AP. Reuters zog das Bild ebenfalls zurück.

Anders als die AP entschied sich die britische Nachrichtenagentur PA, von der auch die Deutsche Presse-Agentur (dpa) das Bild übernommen hatte, es zunächst nicht zurückzuziehen. Ein Sprecher teilte jedoch mit, man habe den Kensington-Palast dringend um Aufklärung gebeten. Für eine dpa-Anfrage war beim Kensington-Palast zunächst niemand zu erreichen. Eine schriftliche Bitte um Stellungnahme blieb zunächst unbeantwortet. Die dpa wird sich weiterhin um Aufklärung bemühen.

Das Bild zeigt zusätzlich zu der erwähnten Hand mehrere für geübte Augen teils offensichtliche Bearbeitungen, die auf klassische Bildmanipulationssoftware wie etwa Adobes Photoshop zurückzuführen sein könnte. Dass ein Bild mit derart schlecht ausgeführten und leicht erkennbaren Bearbeitungen über einen offiziellen Kanal der britischen Königsfamilie verbreitet wird, dürfte die Spekulationen rund um den Zustand von Prinzessin Kate anders als wohl geplant nicht beruhigen.

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PR-Desaster statt Befreiungsschlag

Denn was eigentlich als Befreiungsschlag nach Wochen der Spekulationen über Kates Gesundheitszustand gedacht war, droht nun zum PR-Desaster zu werden. Der Daily Telegraph titelte neben dem Foto in seiner Montagsausgabe "Foto vom Palast war manipuliert, sagen Agenturen".

Auf dem Bild ist Kate auf einem Gartenstuhl sitzend auf einer Veranda im Kreis ihrer Kinder zu sehen. Die Füße hat sie verschränkt vor sich auf den Boden gesetzt. Ihre Arme sind um die Hüften ihrer beiden jüngeren Kinder Prinzessin Charlotte (8) und Prinz Louis (5) geschlungen, die links und rechts von ihr zu sehen sind. Charlotte hat sich mit einem Bein auf die Armlehne gesetzt. Hinter Kate ist ihr ältester Sohn Prinz George (10) zu sehen. Kate lächelt, die Kinder wirken regelrecht ausgelassen.

Dazu hieß es auf der X-Seite des Palasts: "Danke für die lieben Wünsche und die anhaltende Unterstützung in den vergangenen beiden Monaten. Wünsche allen einen schönen Muttertag." Unterzeichnet war der Text mit einem C für Catherine – ein Zeichen, dass sie den Text selbst verfasst hat. Gemacht habe das Foto Prinz William (41), heißt es in dem Post.

Nachtrag vom 11. März 2024, 12:46 Uhr

Nach den Vorwürfen der Bildmanipulation an einem royalen Familienfoto hat Prinzessin Kate die Verantwortung übernommen. Wie viele Amateurfotografen experimentiere sie mit Bildbearbeitung, sie entschuldige sich für jegliche Verwirrung, schrieb die Prinzessin von Wales am Montag auf der Plattform X. Aus Palastkreisen hieß es, Kate habe kleinere Änderungen vorgenommen. Weitere Erklärungen oder gar das Originalbild gibt es nicht.