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Bilanzskandal: Insolvenzverwalter fordert Wirecard-Dividenden zurück

Im Insolvenzverfahren von Wirecard sollen Geschäftsberichte für nichtig erklärt werden. Die Dividenden hätten nie ausgezahlt werden dürfen.
/ Sebastian Grüner
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Der Insolvenzverwalter fordert Wirecard-Dividenden zurück. (Bild: CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images)
Der Insolvenzverwalter fordert Wirecard-Dividenden zurück. Bild: CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images

Auf die Aktionäre des in einen Bilanzskandal verwickelten Zahlungsdienstleisters Wirecard könnten Rückforderungen zukommen. Berichten der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) oder auch des Handelsblatts zufolge(öffnet im neuen Fenster) will der Insolvenzverwalter Michael Jaffé rund 47 Millionen Euro an Dividenden von den Aktionären des Zahlungsabwicklers zurückfordern.

Dies gehe aus dem Sachstandsbericht des Insolvenzverwalters hervor, der am vergangenen Mittwoch am Amtsgericht München vorgelegt worden sei. Ziel von Jaffé sei es demnach, zunächst die Geschäftsberichte von Wirecard der Jahre 2017 und 2018 für nichtig erklären zu lassen.

Da sowohl die Umsätze wie auch die Gewinne in den genannten Jahren offenbar vorgetäuscht waren und somit nicht wirklich existierten, hätte Wirecard auch keine Ausschüttungen vornehmen dürfen. Der Insolvenzverwalter muss nun als Vertreter der Gläubiger von Wirecard gegen diese Auszahlungen vorgehen. Die prinzipielle Möglichkeit dazu ist laut Aktiengesetz gegeben(öffnet im neuen Fenster). Ob es letztlich aber wirklich zu der Rückforderung kommt und in welcher Größenordnung, muss das Insolvenzverfahren zeigen.

Der zurückgetretene und zwischenzeitlich festgenommene Vorstandchef Markus Braun sowie der langjährige Chief Operating Officer Jan Marsalek stehen im Verdacht, die Bilanzsumme und das Umsatzvolumen von Wirecard durch vorgetäuschte Einnahmen künstlich massiv erhöht zu haben. Im Zentrum der Ermittlungen stehen angebliche Bankguthaben auf Treuhandkonten bei zwei philippinischen Banken in Höhe von über 1,9 Milliarden Euro.

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Der Bilanzskandal und mutmaßliche jahrelange Milliardenbetrug von Wirecard war weder der Finanzaufsicht noch den Wirtschaftsprüfern von EY aufgefallen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz kündigte deshalb bereits an, dass die Bafin umgebaut werden soll. Das Insolvenzverfahren bei Wirecard ist vor rund einem Jahr eröffnet worden.


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