Bike+ im Test: Peloton ist Wohnzimmersport zwischen Jailbreak und Jukebox

Auf dem Weg ins Homeoffice liegt das heimische Fitnessstudio: Golem.de hat mehrere Wochen das sportliche Ökosystem von Peloton ausprobiert.

Ein Test von veröffentlicht am
Das Bike+ von Peloton im Homeoffice und Homegym von Golem.de
Das Bike+ von Peloton im Homeoffice und Homegym von Golem.de (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)

Selbst auf den einfachsten Etappen der Tour de France oder des Giro d'Italia hätte ich garantiert größte Mühe, schneller als der Besenwagen zu sein - und das, obwohl ich schon seit Jahren regelmäßig mit Mountain- und Gravelbike unterwegs bin. Allerdings: Bei den Standradrennen mit Peloton in meinem Wohnzimmer bin ich nicht der Letzte!

Inhalt:
  1. Bike+ im Test: Peloton ist Wohnzimmersport zwischen Jailbreak und Jukebox
  2. Peloton wünscht Happy Birthday
  3. Zwift muss ohne Hack leider draußen bleiben
  4. Peloton: Verfügbarkeit und Fazit

Wenn es da gut läuft, sause ich etwa nach 29,98 Kilometern in 60 Minuten beim live ausgetragenen Power Zone Ride über die virtuelle Ziellinie - Platz 3.298 von 6.103 Teilnehmern. Dafür bekomme ich zwar nur mäßigen Applaus von zwei gelangweilten Hunden und einer genervten Frau. Dennoch freue ich mich über den ordentlichen Rang im Leaderboard.

Das gute Ergebnis ist Folge eines mehrwöchigen Trainings auf einem von der New Yorker Firma Peloton für Testzwecke bereitgestellten Bike+. Umgangssprachlich ist mit Peloton aber meist das Standrad und der dazugehörende Onlinedienst gemeint.

Wer damit bisher gar nichts anfangen kann: Bike+ ist der Name des von Peloton hergestellten Indoor Cycle, das weitgehend den aus Fitnessstudios bekannten Spinning-Bikes entspricht. Allerdings ist bei dem Standrad in meinem Wohnzimmer direkt am Lenker ein 24 Zoll großes Tablet mit HD-Auflösung angebracht, auf dem nur die cloudbasierte App von Peloton läuft - dazu später mehr.

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Im Normalfall suche ich mir für mein Training im Kursplan eine Session aus, die zu meinen Zeitvorstellungen passt, also irgendetwas Mittagspausenkompatibles zwischen 5 bis 90 Minuten. Wer länger Sport machen möchte, kann mehrere Kurse verketten.

Dann wähle zumindest ich noch den passenden Musikstil. Das Angebot reicht von Alternative über Country und Hip Hop bis Rock. Im Universum von Peloton hat sich Musik zu einem wichtigen Element entwickelt, die Playlists sind spürbar sorgfältig zusammengestellt, zum Teil auf Basis von Kundenwünschen. Man kann da richtig gut neue Tracks entdecken!

Statt aus einer Jukebox wummern also mehr oder weniger fette Beats und kreischende Gitarrenriffs vom Fahrrad aus durch die Wohnung, während ich im Rhythmus der Musik schwitzend pelotoniere. Der Sound des Tablets ist zwar nicht super, die Beats klingen manchmal eher blechern. Als Antreiber im Homegym reicht der Sound für meinen Bedarf aber allemal aus.

Kopfhörer können per Bluetooth angeschlossen werden, außerdem lässt sich das System per WLAN mit Miracast-kompatiblen Geräten koppeln, etwa dem TV.

Beim Standardtraining sehe ich vor mir auf dem Tablet den jeweiligen Trainer, der ebenfalls auf einem Bike+ strampelt und dabei über Gott und die Welt plaudert, oder eben Anweisungen gibt: "Jetzt mit einer Frequenz von 80 bis 100 treten, den Widerstand am roten Knauf auf einen Wert zwischen 40 und 50 stellen und drei Minuten durchhalten." Ob ich das tatsächlich mache, kann (und will) niemand kontrollieren.

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Muckibude und Meditation

Neben Cycling gibt es bei Peloton auch andere Sportarten, unter anderem Kraftsport (mit Gewichten, Eigengewicht und Reflexbändern), Yoga, Meditation und Stretching. Das alles kann man per App auf seinem Computer, Smartphone oder Fernseher sowie auf dem drehbaren Tablet des Bike+ verfolgen und mitturnen.

Nicht alles, was man auf Peloton zu sehen bekommt, ist live und in Echtzeit. Die allermeisten Kurse sind aufgezeichnet, und das hat einen großen Vorteil: Ich kann Sport machen, wann immer ich die Zeit dazu habe.

Tatsächlich live sind je nach Wochentag unter anderem 10 bis 15 Cycling-Sessions, längere Einheiten gibt's vor allem am Wochenende. Die Übertragungen wandern nach der Erstausstrahlung ins Archiv, sodass es immer Nachschub an Kursen gibt.

  • Der Antriebsstrang ist staubdicht (und vor allem schweißdicht) verpackt. (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)
  • Das Bike+ braucht schon einiges an Standfläche in der Wohnung. (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)
  • Die große vordere Scheibe sollte nicht mit Kindern oder Haustieren in Kontakt kommen. (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)
  • Per Miracast lässt sich das Peloton-Bild auf einen TV übertragen. (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)
  • Mit dem roten Knubbel regulieren wir die Geschwindigkeit. (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)
  • Auf dem Tablet wählen wir den nächsten Kurs aus. (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)
  • Auf der Rückseite des Tablet befindet sich ein freier USB-C-Anschluss. (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)
  • Die Verblendung lässt sich leicht abziehen. (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)
  • Über das Netzteil wird das Bike+ mit Storm versorgt. (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)
  • Mehrer Kurse lassen sich nacheinander verketten. (Bild: Peloton/Screenshot: Golem.de)
  • Unten in der Mitte sind die sieben Leistungszonen erkennbar. (Bild: Peloton/Screenshot: Golem.de)
  • Nach dem Training zeigt das Portal eine Auswertung. (Bild: Peloton/Screenshot: Golem.de)
  • Das Optionenmenü von Peloton (Bild: Peloton/Screenshot: Golem.de)
  • Die Aktivierung der Leistungszonen ist gut versteckt. (Bild: Peloton/Screenshot: Golem.de)
  • Auch einige gefilmte Strecken können wir per Peloton abfahren. (Bild: Peloton/Screenshot: Golem.de)
  • Die Einstellung des Bike+ wird in einigen kurzen Videos erklärt. (Bild: Peloton/Screenshot: Golem.de)
  • In der App können die Nutzer nach dem nächsten Kurs suchen. (Bild: Peloton/Screenshot: Golem.de)
  • Langfristige Statistiken zeigen unseren Fortschritt. (Bild: Peloton/Screenshot: Golem.de)
  • Auf Strava sind sowohl Leistung als auch Trittfrequenz von Peloton zu sehen. (Bild: Strava/Screenshot: Golem.de)
Die große vordere Scheibe sollte nicht mit Kindern oder Haustieren in Kontakt kommen. (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)

Am oberen Rand des Tablets befindet sich eine Kamera. Zu meiner persönlichen Erleichterung und Enttäuschung zugleich können und wollen die Trainer mir nicht beim Sport zuschauen. Wer sichergehen will, dass neugierige Peloton-Mitarbeiter nicht doch in die Wohnung spicken, verdeckt die Linse mit einem eingebauten Schieber.

Stattdessen ist die Kamera für Videotelefonate zwischen Mitgliedern gedacht (die einzige wichtige Funktion übrigens, die wir nicht ausprobiert haben). Ich kann mich also morgens auch in versifften Jogginghosen aufs Rad klemmen, und es stört weder Trainer noch andere Trainierende.

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Peloton wünscht Happy Birthday 
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megazocker 10. Apr 2021

.... ich hab einen Hochwertigen Crosstrainer ... gäbe es einen Bildschirm um mir beim...

activereader5 09. Apr 2021

Naja also ich setz mich auf das Spinning Bike, starte workout in der smart watch, mach...

theFiend 08. Apr 2021

Des ist wurst, aber stollenreifen sind eher kontraproduktiv...

Oktavian 08. Apr 2021

Das kommt jetzt drauf an. Thermomixe finden auch reißenden Absatz. Natürlich. Wer...

Oktavian 08. Apr 2021

"Sollte" hat sowas moralisches. Der Anbieter hat ein Angebot, das kann man annehmen oder...



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