Big Four: Kundendaten von Deloitte offenbar gehackt

Eine der größten Unternehmens- und Buchhaltungsfirmen weltweit ist einem Bericht zufolge gehackt worden. Ein unzureichend gesicherter Admin-Account soll Zugriff auf mehrere Millionen E-Mails mit privaten Kundendaten ermöglicht haben.

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Die Beratungsfirma Deloitte wurde offenbar gehackt.
Die Beratungsfirma Deloitte wurde offenbar gehackt. (Bild: Bjørn Erik Pedersen)

Die Consulting- und Buchhaltungsberatungsfirma Deloitte ist offenbar gehackt worden. Nach Angaben des britischen Guardian ist es Angreifern gelungen, auf vertrauliche Informationen von Deloitte-Kunden zuzugreifen - wohl auch, weil das Unternehmen wichtige Accounts nicht per Zwei-Faktor-Authentifizierung abgesichert habe.

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Nach Angaben der britischen Zeitung wurden mindestens sechs Kunden von Deloitte bereits über den Einbruch informiert. Das Unternehmen stelle weitere Ermittlungen an. Es handele sich um Blue-Chip-Firmen, also Unternehmen von enormer Größe, deren Aktien weltweit gehandelt werden. Die betroffenen Unternehmen kämen aus dem gesamten Spektrum von Deloitte und seien im Bankenwesen, im Medienbereich und im Pharmasektor aktiv. Auch Regierungsbehörden könnten betroffen sein.

Den Angreifern soll es gelungen sein, über einen Zugang mit Administratorrechten auf den Mailserver von Deloitte zuzugreifen. Dadurch hätten sie einen unlimitierten Zugang "in alle Bereiche" bekommen. Dieser Account soll nur über ein Passwort abgesichert gewesen sein und nicht zusätzlich mit Hardwareschlüssel oder einer Authenticator-App. Deloitte verwendet nach Angaben des Guardian Microsofts Azure-Cloud-Dienst, um E-Mails zu verwalten und zu speichern. Der Angriff hat der Zeitung zufolge "vor allem" auf US-Kunden abgezielt.

Zahlreiche private Informationen könnten betroffen sein

Zu den durch den Hack einsehbaren Informationen sollen IP-Adressen, "Architektur-Diagramme" für Geschäfts- und Gesundheitsinformationen sowie Nutzernamen und Passwörter gehören. Sollten wirklich Passwörter im Klartext gespeichert worden sein, wäre dies grob fahrlässig und dürfte hohe Schadenersatzforderungen nach sich ziehen. Einige der E-Mails sollen außerdem Anhänge mit vertraulichen Informationen enthalten haben.

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Der Hack ist dem Unternehmen dem Guardian zufolge seit April bekannt, am 27. April wurde nach Informationen der Zeitung die US-Anwaltskanzlei Hogan Lovells LLC angeheuert, um "einen möglichen Cybersecurity-Vorfall" zu untersuchen. Deloitte selbst hat den Hack grundsätzlich bestätigt. Dem Guardian sagte das Unternehmen, es seien nur wenige Kunden betroffen.

Rund fünf Millionen E-Mails seien bei Cloud-Diensten gespeichert und somit potenziell von dem Angriff betroffen. Die Untersuchungen hätten demnach gezeigt, dass "keine Unterbrechung von Geschäften bei Deloitte-Kunden stattgefunden habe". Auch die Fähigkeiten von Deloitte selbst zur Ausübung des eigenen Geschäfts seien nicht beeinträchtigt gewesen. Deloitte gibt laut Guardian an, dass nur auf "einen kleinen Bruchteil" der grundsätzlich verfügbaren Informationen zugegriffen worden sei, nennt aber keine weitere Basis für diese Einschränkung. Für eine telefonische Stellungnahme war das Unternehmen kurzfristig nicht erreichbar.

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